456 um von Zwickau nach Meerane zu gelangen, erst bis Glauchau fahren, dort das Eintreffen des von Chemnitz kommenden Zuges abwarten, dann dieselbe Strecke ein geraumes Stück wieder rückwärts befahren, um nach Meerane zu gelangen. Der Herr Antragsteller hebt nun hervor, daß dieses nicht nur eine Unbequemlich keit und Zeitversäumniß beim Publicum, sondern mehr noch Zeit, Kraft, Mate rial- und Geldverschwendung bei der Eisenbahnverwaltung unvermeidlich macht. In den Verhandlungen der jenseitigen Deputation hat der Herr Finanzminister erklärt, daß der Eisenbahnverwaltung dieser allerdings sehr fühlbare Uebelstand durchaus nicht entgangen und dessen Beseitigung seit geraumer Zeit schon in's Auge gefaßt und erwogen, die Abstellung dieses großen Uebelstandes auch für höchst wünschenswerth und nöthig erkannt worden sei, daß zur Zeit aber sich noch nicht übersehen lasse, ob und auf welche Weise die technischen und nament lich die Betriebsschwierigkeiten zu beseitigen sein werden, welche sich der Aus führung dieses Planes entgegenstellen. Der Kostenaufwand wird nach Angabe deS Königlichen Ministeriums auf circa 120,000 Thlr. veranschlagt. Die jenseitige Deputation hat demgemäß vorgeschlagen: „den Antrag des Abgeordneten Penzig der hohen Staatsregierung zur Erwägung zn übergeben." Die zweite Kammer hat dies einstimmig beschlossen. Die unterzeichnete Deputation beantragt: Beitritt zu diesem Beschlusse. ü. Kohlenbahnhof in der Set. Nicolaivorstadt zu Chemnitz. Unterm 1 2. November 1872 haben zahlreiche Fabrik - Etablissements und Industrielle zu Chemnitz und Umgegend sich dringend dafür verwendet, daß in der Vorstadt Sct. Nicolai ein Kohlen- und Gütcrbahnhof errichtet werde. Sie führen an, daß gerade in jener Gegend sehr zahlreiche und große Fabrik-Etablisse ments bestehen, deren Zufuhr an Kohlen und Material verschiedener Art eine ungewöhnlich große Ausdehnung erlangt habe. Diese gesammte, sehr beträchtliche Zufuhr geht jetzt per Bahn an diesen Etablissements vorüber nach dem allge meinen Bahnhofe zu Chemnitz und muß per Axe durch die Stadt Chemnitz zurücktransportirt werden. Ganz abgesehen davon, daß den Industriellen hier- dnrch ein beträchtlicher Mehraufwand an Fuhrlöhnen erwächst, so wird auch der Verkehr in der Stadt Chemnitz durch diese immensen Kohlentransporte sehr er Heblich beeinträchtigt. Ans diesem Grunde hat Herr Bürgermeister Müller in einer vom 13. Januar dieses Jahres datirten Eingabe an die unterzeichnete Deputation das Petitum auch im Interesse der Stadt Chemnitz lebhaft befür-