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Dresdner neueste Nachrichten : 28.07.1914
- Erscheinungsdatum
- 1914-07-28
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id490223001-191407282
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id490223001-19140728
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-490223001-19140728
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Dresdner neueste Nachrichten
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-07
- Tag 1914-07-28
-
Monat
1914-07
-
Jahr
1914
- Titel
- Dresdner neueste Nachrichten : 28.07.1914
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Seite Y. nehmen will, da man sich hier von dein iäbel rasielnden Rnhland nnd Frankreich nichts Gutes verspricht. Die Gesahr besteht, so meint man, weniger in einem europäiichen Kriege als in eine-:- dritten Balkantriege, da Unlgas kien bald nach Erdssnnng der Feindleligkeiten losschlagen wird nnd auch die Tiirken Miene machen, ans einein dritten Valkankriege zu orosis tiereu. Von Rumänien will man wissen, daß es zunächst neutral bleiben wird. Alle Ilusstreuuns gen Oon einer Mobilmachung Frank reichs beruhen auf Vermutnngen und alle Mit teilungen der rnsiiichen Presse darüber iind nn wa ht. Die feste Haltung Deutschlands und Ita liens hat hier grossen Eindruck gemacht. Die dem auswärtigen Amte nahestehenden Organe haben die wahrscheinliche Haltung Englands im Falle eines Krieges klar genug angedeutet und alle Drohungen der ~Times«, dasz sich England im Fall-e eines Krieges Russland aktio ausschließen witd, sind bloßes Gerede, da nicht einzusehen ist, warum England sich wegen Serbins und der groß ierlsischeu Propaganda eiueu Krieg mit Deutsch land ans den Hals bringen soll. Alles hängt von Nußland ab. . Wenn die rnisische Regierung erklären läßt, daß sie lich nican Serhiens nicht in einen Krieg mit Oelkerreich und Deutschland verwickeln läßt, so wird die ierbische Regierung rechtzeitig zur Ver nnnst kommen. Im andern Falle aber, wenn die Belgradet Regierung sich eitlen Hossnnugen hin gibt, so wird sie sich anch zu Schritten hinreisen laisskzm die sie später am meisten zu bereuen haben n- r . Auderseits ist es nur erklärlich, daß England für alle Fzälle mililiiriiclJe Vorbereitungen trifft. So wird aus London noch telegraphiert: Dem ersten Ge schwader, das bei Portland versammelt ist, wurde Befehl erteilt, zufammenzubleibeu. Alle Schiffe des zweiten Geschwaders bleiben in ihren Heimathäieu. Prinz Heinrich geht nach London? Wie der Londoncr Korrespondent der ~Voffifchcn Zeitung-' erfährt, soll Prinz Heinrich von Preußen in London versuchen, im Fall eines utittclcuropäi schen Krieges die Neutralität Englands zu erwirko. Auf Englands Fricdfcrtigleit wirkt jetzt sehr stark die Bewegung in Jrland, die bereits Straf-entsinwa in dcr frischen Hauptstadt verankaszt hat. Es wird darüber berichtet: Eine Ab teilung der nationalisriskhen Freiwilligen wollte im Hafen von -L)ototh, 15 Kilometer von Dublin, eine Waffenliescrnng von einer Jacht in Empfang neh men. Die Frciwilligen durchschnitten die Telegra phendrähte und brachten 2500 Gewehre und 170 000 scharfe Patronen von der Jacht auf bereitgehaltene Firastwaaen. Als sie sich mit diesen Wagen Dublin näherten, traten ihnen Truppen vom Scotch-Borde rer-slegiineni entgegen, die auf die Freiivilligen feu erten. Viele Freiwillige fielen. Die Trup pen nahmen ihnen an hundert Gewehre ab. Den Rest brachten die Frciwilligen in Sicherheit. Als das Militiir nach Tuhlin zurückgekehrt war, nahm die Volksinenge eine drohende Haltung an. Das Milliar» gab in der Nähe einer Brücke mehrere Salven ab. Viele stürzten tot nnd verwundet nieder. Die Straßen waren mit Blut getränkt. Unter den Toten befinden sich ankh Frauen und Kindern Jn Londoner liberalen Kreisen herrscht ungeheure Erbitterung. Jn einer andern Nachricht wird diefe Meldung aller-» hin-is insofern abgeschwächt, als nur von zwei Toten4 und 40 Verwnndeten die Rede ist. Dienstag Die Haltung Ruf-Utan Axt-I Petersbnvg wird berichtet: Die (zi-emlirh nationakiscischcf -,Vörfenzeitung" aibt folgende halb amtiiihe Mitteilung wieder: Ruleand wirid bereit fein, mit allen Mitteln einer Großmacht auf jedes Zeichen einer Mißachtnng feiner gerechten Forderungen zu antworten. Rnßland wird die Vernikhtung einer flawischen Macht nicht zngebem ist aber bereit, Oefterrcich- Ungarn in feinen berechtigten Forde rungen zu unterstützen, sowie Serbien Nach aiehigkeit anzuraten, wobei es aber nie mals zugeben wird, daß fiir das Verbrechen eines einzelnen das ganze ferbifche Volk bestraft wird. Weder Serhien noch Russland kann ein Eingreifen in die dhoheitstsechte eines Balkanftaates zugeben. Votikhafter Graf Ponrtsales hatte eine lange Unter-» reduan mit Sasonow, mit dem er aus Zur-Zwie- Selo hierher fuhr. Auch Kreise, die sonst dem Chauvinisntus fern stehen, erklären, Rußland könne ——————— KleinTsFJiilstpTcs F Programmgtir Dienstag. KgL Oper: Ge ·'ci,«loslen. —— Ergl. S )aufpiel: Gefehloffen. Residenz -Iheater: »Als ich noch im Fliigelklesside . . .«, 8· —- Jzentrsalthentien »Der Schrei nsaeh dsem Kincd«, s. = Zur Frage des ersten Dirigenten an der Dresdner Hofopcr erfahren wir von gutunterrich teter Seite, daß man in Boston nicht geneigt ist, Generalmnfikdirektor Dr. Muck v or 1917 von feinem Vortrage zu entbinden. Es find aber Verh a ndln ng en im Gange, die es vor ausfichtlich ermöglichen werden, daß M uck noch wäh ren-d der Dauer feines Boftonser Vertva sverhält niffes auch in den beiden nächsten Jahren immerhin längere Zeit an der Dresd n e r Hof op e r i ä ti g se i n, einige Neue-infrin rungen übernehmen nnd in einer Anzahl von Auf führnngen als Dirigent wirken kann. Kommt dieses Arrangement zustande, fo dürfte es zweifellos auf der lisrnnidlage erfolgen, daß Generalmnfikdirektor Dr. Muck dann vom Jahre 1917 an die künstlerische Leitung der Dresdner H o f o p e r übernimmt = Eine LZimmnhnmne Richard Wagners. Ein eigenartiaes crk Richard Wagners, von dem nmn zwar Kenntnis hatte, das aber verschollen war, ist non dein Banreuther Dirigenten Michael Balling aufgefunden worden. Es ist ein-e H mne auf den Zur Nikolaus. Ihre Entstehung lJst interessant genug. Wagner war bekanntlich im Jahre 1837 in Riga am sdnrtiaen Stadtfheatser als Kapellmeister tätig. In die Zeit seiner Wirksamkeit fielen noch die Hochzeitsscierlichkeiten des Zarcn Nikolaus I. Man wollte bei dsiefer Gelegenheit auch in Riga nirhi zurijckstelktm Harald v. Brachel dichtete eine glühende vaterländiskske Hymne, zu der Richard Wagner die Musik schrieb. Am Tage der Hochzeit kam dies Opus init dem Titel »Nikolaus-Volkshymne« usnter dein begeisterten Beifall der Rigenser zur Erstaufftilyrung. Im Laufe der Zeiten isi dann diese Zarenhymne ver loren gegangen- So sehr sich auch der bekannte Wagner-Forscher Glasenapp, der selbst in Riga lebt, bcmijlxie, an Ort und Stelle die Partitur auszu sindem sie blieb verschwunden Nun wird das Werk der Oeffentlichko bekanntgegebcn werden. :-- Todesfall. Der erste Kancllmeister am Hof theater in Kasse l, Prof. Dr. B eie r, ist im Alter ron 55 Jahren nach längerem Leiden gestorben. = Der Brinknmnnbrnnnen in Rostock auf die-in Schröderplatz wurde am Sonntag feierlich enthüllt Die Festrcdejipeltder Professor der Literatur- Die Grenzgebiete Von Oefterreichs Ungarn nnd Serbien. eine Wiederholung des österreichischen Vorgehean von 1909 nicht dulden. Ein früherer Offizier hielt eine Ansprache an die rasch augeivakhfene Menge die Hochrufe auf Serbien ans-brachte Von einer wirklichen Kriegsscimmung ist jedoch nichts zu spüren, ein Uinichslag freilich nicht unmöglich. Die »New Freie Presse« meidet aus Petersbsurm Grundsätzlich stellte sich gestern der Minister-rat so, daß die öfter reichiskhe Not-e als Ganzes ein Attentat gegen die Un abhängigkeit Serbiens darftelle und Russland wegen feiner Dresdner Neueste Nachrichten. Petersburg und Moskau. Endlich wurden durch den ~sisricgsminiszcr Flü g c ohne vorherige Erlaubnis über dem ganzen Gebiet der Militiirbczirfc von Edetcrsburo, Wilna, Warschau, Kiew und Odessa o e r ote n. · Oesterreich und Serbien. Die Semliner Brücke in die Luft gesprengt? Ueber die Lage an der ferbifchsöstcrreichischen Grenze wird uns gemeldet: id. Wien, 27. Jnli. (Priv.-Tel. der Dresd ner Neuesten Nachrichten-J Der tussische Bot schaiier in Wien, Schcbeko, ist hierher zurückge kehrt. Die Scrbeu haben die Bahnbriicke Sem lin—Bclgrad in die Luft gest-rennt Ein Wiencr Bötfenkoinmissar erklärte nach amtlichen Informa tioncn, daß die Lokalisierung des Krieges wahr scheinlich fei. In Bclgrad ist eine Panik ausge brochen. Die Bevölkerung verläßt iluchiariig die Stadi. Auch werden schwere Ausfchrcilungen und Plünderungeu durch den Mob gemeldet. Die ~Neichspost« will sogar wissen, daß König Peter abgedankt i habe und der Regent zum König ausgeruer fei. YJkinisterpräsisdeut Pasfitfch bestimmte, daß die Skupschtina heute in Nisch, wohin die Regierung samt dem diplomatischen Korps sich begeben hat, während das deutsche Gesandtschaftsgebäude dem Schutz eines Sekretärö überlassen ist, zusammen ttritt. Die Belgrader Blätter beruhigen die Be völkerung dadurch, daß sie ihr die Mobilmachung der Staate-n des Dreiverbandcs vortäuschen und eine Depeskhe aus Petersburg veröffentlichcm in der es heißt: ~Mobilisicrtl Wir mobilifieren!« öc. Juli Ists-. Nr. Dos« nur gerecht, daß die Serben den Thron folger erinordet haben.« Als »die Journa iisten Belgrad verließen, um nachsSetniin»zu fahren, rief ihnen der Polizeibeamte, der die Passe prüstc, liu: »Aus baldige-s Wiedersehen in Temesvari« - Daß Karageorsgewitsch wie noch zahlreiche andre Mit glieder der beiden Fiirstensamilien, der Kakus-come witsch und Odrenowitsch, von ihrem eigenen Volke ermordet worden sind, ist eine geschichtlich erwiesene Tatsache, die auch durch die gemeinste Verleumdnng nicht mehr berührt werden kann. Gegen die niedrige Gesinnung des sei-bischen Volkes, die daraus sprikht, sticht um so mehr die ritterliche Vornehm heit der Oesterreicher ab, die den bei Budapest auf der Heimreise gefangen genommenen serbischen Generalstabschef Puinik freigelassen und ihm sogar einen Extrazug zur Verfügung gestellt haben, umbdie seinidliche Armee nicht ihres Führers zu be rme en. Stellung im Slawcntum oerpflichtet sei, Serbien in der gsefahrvollen Stunde beizustehen. Die leitenden Kreise und Persönlichkeitcn sitt-d sich der Gefahr eines Krieges voll bewußt, halten aber das uationasle Prestige Nuß lands itn Slatventum für »ein Gui, das nicht ohne Kampf preisgegeben werden dürfe. Sie sehen sich außerdem durch die starke nationalistische Partei gerader in die Notwendigkeit versetzt, »eine Demütigng Serbiens nicht zuzulafsen. Sehr .maßge"bensd für das Verhalten der russischen Regie rung wiud natürlich die Stellungnahme Eng lands sein; Frankreichs glaubt Insan gewiß zu sein. Optismistischer klingt dagegen eine Meldung des offiziösen Wolffschen Tele-graphenbureaus, dessen Vertreter non zunerlässiger Seite erfuhr, daß der; allgemeine Eindruck nach einer Unterredung Saso nows mit dem österreichischen Botschafter Grafen Szapary g ü nstig ist, wenn auch die Lage kritisch bleibt. Auch das Reuterbureau hat erfahren, Nuß land hoffe noch Mittel zu einer Beilegung des öster reichisch-serbischen Konflikis zu finden unsd ein beide Teile befriedigendes Einvernehmen zu erreichen, würde auch dsie Punkte der österreichischen Note unterstützen, für die Serbien Genugtuung geben könne. Des-gleichen soll nach der ~Reichspost« eine hetuorragenide Persönlichkeit erklärt haben, dsie Stimmung am Hofe sei ausgesprochen sur den Frieden, und der Zar selbst habe der artige Aeußerungen getan. Während die Nationa listen Krieg forderten, sei die Absicht tnaßgebender Kreise, sich dafür zu verwenden, daß, wenn, der Kriegsausbrnch unvermeidlich sei, Oesterreich- Ungarn den Gebietsbestand Serbiens nicht antafte und dafz man dafür vorerst nur auf diplo tnatcfchetn WegeSicherungen zu schaffen suche. Eine Liarung der ruisischen Haltung werde erst in einigen nagen erwartet. s Einzelne Vorbereitungen hat man freilich in Rußland bereits angeordnet, wie fie ähnlich während der Balkankrise verfügt wurden- Es erfolgte ein einjähriges Verbot, militiirifche Nach richten zu veröffentlichen, vorzeitige Beförderungen von Offiziercn und die Verhängung des außerordent lichen Zustande-s in den Siädten und Gouvernements ,M—- geschsichte der Nostocker Universität Geheimrat Dr. Gotter. Im Namen dser Stadt Rostock übernahm der Bürgermeister den Brunsnscn unid lsegie einen Krasnz nieder. Anddier Feier nahmen u. a. die Söhne dses Dischsters, Komul Max Brinkmmm unid Frasnz Vrinkmsann aus Hain-www uwd der Direktor dscs Berliner Lei«siwgtiiul«csulns, Richard Gras-e, teil. = Aus Lortzinas Wiener Zeit erzählen die vor kurzem von Richard Kruse herausgegeben-en Briese des Komponisten Bekanntlich ging Lortzing 1846 von Leipzig nach Wien, um dort im Theater an der Wien seinen ~Wafsenschmied« zu dirigieren. Nach dem Gr folg des ~«Wafsenschlnieds« spricht Lorying vom »schonen Wien-( und meint, daß er hier eine Aus nahme, ein Gntgegenkommen gefunden, wie er es nimmer erwartet. Er hofft, es nicht bald wieder verlassen zu müssen es ist und bleibt, fügt er hinzu, ein herrlicher Aufenthalt. Er qusartiert sich im Oktober Alte Wieden, Hauptstraszen- und Fleiskly mannsgassemEcke Nr. 451, ein. Was sich aber an fangs recht hoffnungsvoll anläszt, enttiinschst bald um so bitterer. Dazu kommt der Tod seiner innsigst ge liebten Mutter, deren Bestattung er in ergreifender Weise schildert. ~Fi«einer«, klagt er, ~richtete mich Tiefgebeugten aus durch ein trösten-des Wort am Grabe der gseliebten Mutter, der ich alles wart Wir beteten still, warfen ein-e Hand voll Erde aus den Sarg, nnd nun wurde darauflosgeschanfelt». So be gräbt man im geniiitlichen Wienl - Auch eine schöne Gegend-« Am 6. November 1847 berichtet er an Schmidt in Dresden über sein Benefiz, wobei ~Undin-e« zur Ausführung kam. Der Beifall war aroß; aber die Wien-er Kritik behansdelte das Werk» erbariiiungslos. Jronisch bemerkte Lortzing: »Wien! zahlt ietzt zu bedeuten-de Komponisten im Operiisach. dagean kann ich nicht aufkommen, die Herren Prach, Dessauer, Howen usw. sind snmose Kerl-M Immer kehrt die Klage wie-der, sieh in Wien nicht heimisch fiihlcn zu können. Das Leben sei hier unsinnig teuer, der Musikgeschmack »unter allem Luder«. Beethoven kenne man gar nicht mehr-, dafür spiele man hier Valse unsd Wallaee. »Meine Wenigkcit ist hier ganz verschollen. Die Jtalicner und Strauß ihaben hier viel aus dem Gewissen-« Sehr schlecht spricht Lortzinsg von den Wiener Kritikern, die ser der Vesiechlichkeit beschuldigit, namentlich ·Saphir. Am Zi. Juli 1848 berichtet er tiber das Erscheinen Wag ners in Wien: ~Euer Rienzi-Waaner war - oder ist noch hier, um. wie hiesige Blätter melden, das Opernwesen in Wien zu reformieren. Ein iveiser Vorsatz, aber ob er Herrn tiiirlpardgerade gelingen komm möchte ich bezweifeln-«- ·Lor.ei.ygs..chngskm Serbische Mördermoral. Aus Belgrad wird weiter telegraphiert: Nach der Abreise des österreichisch-ungarischen Gesawdten, Baron v. Eies-h herrschte auf der Straße ein leb haft-es MenschengewühL Kronprinz Alexander be nutzte die Gelegenheit, um unter dem Volke zu ek scheinen und patriotiskhe Ansprachen zu halten« Unter der Wirkung seiner Rede wich dann die Gedrücktheit einer gehobenen Stimmung. Als der Minister rsräsident in der österreichischen Gesandschast erschien, um die Note seiner Regierung zu überreichen, misch ten sich, so wird erzählt, vor dem Gebäu-de unter die Menge auch österreichisch-ungarische Journalistcn. Die Sei-den erkannten sie und maßen sie mit heraus sordernden Blicken. Einer sagte: »Die Habs burger haben seinerzeit Karageorge witsch ermorden lassen (!), es war also Verhältnisse wurden immer unerträglicher, und er muß nach Leipzig zurückkehren, um nur überhaupt mit seiner Familie existieren zu kiinnew = Handschrifien Goethes, Swrnburnes. Byrons mutet dem Hammer. In der Verfteigerung bei «Sotheby in London wurden 48 Briefe Goethes km Schlosser mit SOUJXfund bezahlt, das sinsd für eiwesn Brief kaum 250 » U Die Brsisefe stammen aus den Jahren 1808—1830. Swinburnes ~Sansg aiuf c·tscclien« und ein Brief B rons über die Befrei ung Griechenlands vom Zahne 1823 erstand der deutsche Sammler Oppenheimer. Er bezahlte für dsen Byrosnbxjek 800 Mk s = Geheimrat Mariens, der Direktor des KgL Materialprurungsamtes in Berlin ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Mariens war ein-er der erst-en Fachlente auf deim Gebiet-c des Material priifungssweisens und dser Organisator des Kal. Ma teriialikrufnnsgssazntes in Dahlem. Er hat das Mai-e -rialpriifunsatzivesen zn einer wirklichen Wissenschaft aemsakht,· Die Technische Hochschule in Dresden hat ihn dnfur zum Dr.-Ing. ehren-halber ernmisnsi. = Fridtios Nonsens Golsstromersorschnug. An fang Juni hat Nansen eine Fahrt in den Nordatlan tischen Ozean angetreten, um durch genauere Unter suchungen die Richtigkeit seiner neuen Golfstrom theoric festzustellen. Diese geht dahin, dasz ein großer· Teil des tparmen Wassers-, das-die Westkiiste von Nor wegen bespiilt, nicht dem Golfstrom entstammt,.son dern aus dem Mittelmeer kommt, das es als Unter strömung durch die Straße von Gibraltar verläßt· Nach dem Ergebnis seiner eigenen Forschungen bei der Fahrt des Kanonenbootes ~Fridtjof« Und der Untersuchungen von Sir John Murray nnd Dr. Hjort auf der ~Michael-Sars«-Fahrt nimmt Dr. Nansen an, daß diese warme Mittelmeerströmung in einer Tiefe von 150 bis 1600 Meter längs der West küste von Portugal nnd Jrland nach Norden führt und von dem Golfstrom nach Nosdostem nach der nor wegischen Küste-, fortgerissen wir . Die Reise soll in; südwestlieher Richtung unter Berührung der Azoren nach Lissabon führen und dann längs der Weftküste von Jrland nnd Schottland über die Faröer nach Not-wegen zurückkehren Außer Dr. Nanien neh men an der Fahrt dessen Sohn, Dr. E. Gewim- Nansen, nndvier Assistenten teil. Während der Fahrt sollen Untersuchungen angestellt werden über Tem peratur, Strömnngen, Salzgehalt nnd Wasseraus tausch der verschiedenen Schichten, über die im Wasser Jansiieliisten Gase, über das Eindringen des Lichtes n. a. Die Kosten werden zum größten Teil aus dem »Naitsensouds bestritten. ( . Die ersten Schüsse. I Aus Semlin wird gemeldet: Gestern nachmittag liefen Gerüchte über einen ernsten Zusammenstoß ein. Bei Kcvevara wurden österreichische Donauschifse, die österreichische Jnfanterie mit sich führten, vom ser bischen Ufer aus beschaffen. Die Jusanterie erwiderte das Feuer, wobei über 100 Schuhe gewechselt »wurden. Weitere Einzelheiten fehlen. Bei Kupin qurden von den österreichischen Behörden z w ei set bische Schiffe befchlagnahmt, die aus den Befehl, zu halten, nicht Hielten und auf österreichische Soldaten schossen. 2000 deutsche und österreichische Untertanen sind aus Bei-grad in Seinlin angekom men; weitere 4000 wer-den erwartet. . Eine letzte Vedenkfrift für Serbiety Von unserm ist.-Mitarbeitern Wien, 26. Juli. · Tit Frage nach dem weiteren Verlause der Er eignisse ist durch das bisherige Vorgehen Oester reich--Ungarns klar oorg·ezeichnet: nach der unbefrie digenden Beantwortung der befristeten Note wurden heute nacht unverzüglich alle jene Vorbereitungen begonnen, die durch die kriegerische Austragung des Konsliktes notwendig sind· Es ist ohne weiteres klar, daß dies-e Vorbereitungen, wenn auch die Wendung der Lage den maßgebenden Stellen durchaus nicht .iiberrasch-end kann eine gewisse Zeit bean spruchen. Während dieser Zeit ist der förmliche Kriegszustand noch nicht eingetreten und Serbien hätte bis zum tatsächlichan Auserch der Feindseligkeiten noch Zeit, einzulenken, indem es die österreichischen Forderungen bedingungslos-, ohne Einschränkung oder Vorbehalt, ohne Markten oder Feilschen annimmt und sich zum Ersatz der bisher ausgelanfenen, nicht unweientlichen Kosten, die be reits einen Betrag von vielen Millionen ausmachen, bereit erklärt. Geht Serbien diesen Weg nicht, idann allerdings ist ihm der letzte Ausweg versperrt, der »den,Krieg von ihm abwenden könnte. Dann wird der förmlich-e Kriegszustand eintreten unsd unmittel bar in den tatsächlichen übergehen. Es mag hierbei daran erinnert werden daß nach dem Haager Abkommen der Eröffnnng der Feindseligkeiten eine Kriegserkliirung oder minde stens ein Ultiinatum, das die Krisegserkliirung ent hält, voraus-gehen muß. Da Serbicn das Halager Abkotnmeu nsicht unterschrieben hat, ist eine Kriegs erkliirung gegen diesen Staat allerdings nicht not wendig. Es ist noch nicht bestimmt, ob sich Vettel reich-Ungarn nicht dennoch veranlaßt sehen wird, eine ossizielle Kriegserkltirnng zu erlassen, um allen Pflichten »der internationalen Höflichkeit auch gegen ein-en Staat nachzukommen, der seinerseits die W haltung der internationalen Ylnstandstislichten «v weit unterläßt, daß er die Mosbilinachnng seines Hecrcs drei Stunden sriisher anordnct, als er das Ultiniatum beantwortet. - . Dies ist der klar vorgezeiichnete Weg, den die Ereignisse nehmen müssen. Jrgendein Abweichu von dieser Bahn ist ausgeschlossen Jed niögliche Einmischung, jeder Versuch eine schiedsnerichtlichen Austragung des Konflikte-s ist anggeschl ossen. Wenn irgendeine Macht, was wohl möglich, vielleicht sogar- zu erwarten ist, einen Versuch in dieser Richtung machen sollte so wird sie hinauskomplimentiert werden cbenso höflich und entschieden, wie dies gestern Nuß land widerfahren ist, das eine Verlängerung der Frist des Ultimatums für Serbien durchsehen wollte. Es gibt kein Verhandeln mehr, es giltst kein Vermitteln mehr, es gibt nur mehr Annahme der österreichischen Bedingungen oder Krieg. Wir schließen bieran folgende Meldung id. Wie n , 27. Juli. (P r i v. - T e l. der Dresduer Neueften Nachrichkewi Der angekändigte russischs französischeSchritk ist gestern nnterbliebew England scheint hie Führung der internationalen Verhand lmmen übernommen zu haben nnd Greys Ein wirkung ist wohl das Unterbleiben des Schrittes zuzuschreiben Der tnmänische Gelendte erklärte am Ballvlatz die wohlwolldnde Passivität Roms-diens. Dieser Erklärung ist besondere Wichtigkeit und Bedeutung beizumessen. Dem seebischen Gesamt-ket wnrdeu gestern mittag 12 Uhr die Pässe angestellt Das Kaisermauisest ist bisher nicht erschienen Nr. s It allen sang des T Hist-II Este ferl uenischk VI lich erklärt pet Bank fer könne« heticht Im mühungem zip R o net Neues italieuifcht zutage O Ichqfter in präsideuiet unten-edit ist, wie m stinkt-send sicut wie gemacht m Oestcrrcich Ueber di· upch keine doch glaub Mon t e u teillllmtg Fikfrcitsii Vorzüslkck Man fcl " Die Sti vorzüglich. zeugunw da fängst crieh aller Schsch äußert sich i: und ELMMJ Kundgefmuc Ungarn gen die Wendun sondern su jst. Die fr gen der d schen Vol und Genugt zweideutige Italiens Aeußerunige ruxgen siwd Aampfbewm trauen des mehr. von begleiten zu schließen hie id. Wit net Neuel uqtrlottsch Steigen Höhepunkt lich-soziale Latinen m Straßen. abgehalten Kaiserlied Die V o l seit Jahtz brach des die Inter· BUn d e s Ital i e n und mit Matten de deren Hei sandte ist 1 plant ein- Bankzinsf Die Bank bis zu iei zahlen. 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