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Dresdner Nachrichten : 10.07.1886
- Erscheinungsdatum
- 1886-07-10
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Unterstützt durch
- LDP Sachsen
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id501434038-188607106
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id501434038-18860710
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-501434038-18860710
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Bemerkung
- Unvollständig: S. 13-14 fehlen.
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Dresdner Nachrichten
-
Jahr
1886
-
Monat
1886-07
- Tag 1886-07-10
-
Monat
1886-07
-
Jahr
1886
- Titel
- Dresdner Nachrichten : 10.07.1886
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Haufe" rkn jubelnd aufaenommenkS dreifaches Hoch. Die (khrlich'sche Kapelle vom Leibgrenadier-Negimente. die bl» dahin den Parade« — ^ -—-- ------ intakte - ichky'sche « ist. der I« e Clbterraff marsch des Regimenls gesPiAt, intouirte die Sachstiihvmne. Sehr nett nahni^ sich dt« v. Tschmchky'sche Billa in Hosterwitz, daS enkmal in Loubeaest. der Jeremia-'sch« Schankaarte» Ni ^euberin-Dennnal .. in Niederpoyritz, die Reissig'sche Elbterrasse in Wachwitz, die witz«. die Viktoria- und die schöne Höhe und der Burgberg in Lo Witz aus. Einen herrlichen Anblick hatte man bei der Annäherung an Blasewitz Die ganze Schiffswerft war mit Guirlanden von Lampions dekorirt. der Schillergarten erglänzte magisch und ein mu sikalischer Gruß wurde durch betäubende Böllerschüsse itbrrdröbnt. Hast noch großartiger wirkte die Userbcleuchtung und der Demnitz'sche GastbvfSgarten in Loschwitz. In ein Meer von Licht getaucht pra- sentirte sich die Neichardt'sche Billa in der Prinzenaue: ihre Archi tektur zeigte sich von der glänzendsten Seite. Auch die Billa der uns Allen „neugeborenen" Frl. Ulrich flammte in Roth und Grün auf. Sc. Kgl. Hoheit Prinz Albert sparte nicht mit dem Bunt- teuer. Der stolze Bau des AlbrechtsichwsseS hob sich strahlend von dem dunklen Nnchthimmel ab. Sehr angestrengt hatte sich der Pächter der Saloppe. Herr Müller; es flammte und blitzte unnunter- brochen von dessen aussichtsreicher Terrasse auf. Ganz eigenartig wirkte die Beleuchtung des städtischen Wasserwerks. Man hatte in wendig die Maichineuränine mit bengaliicven Flammen erleuchtet. Den Borübersalncnden boten sich nun die Fenster dieses langge streckten Baues, der so schweigend dalag. wie geisierüast dar. Das mllitärgesperrte Schillerichlößcheii hingegen hüllte sich ür ein ver drossenes Dunkel. So gesättigt man beinahe durch die ununter brochenen Lichtcffekte geworden war und so wenig eine Steigerung noch möglich schien, so wurde sie doch bei der Ankunst in Dresden erzielt. Am Fuße der in bekannter reicher Lichtfülle erglänzenden Terrasse lag der »»l vielen Hunderten von Lampions geschmückte Dampfer Saxonia, einen zauberhaften Anblick gewährend: von ihm aus bis zum Aufgange der Augnilusbrncke zog sich eine Reihe von Masten hin, die mit Festons von Lampions verbunden waren, während man in angemessener Entfernung davor und näher am Ufer Pechsackeln im Erdboden eingelassen hatte. Dieses Alles ver einigte sieb zu einer überwältigenden Gesammtwirkiing, auch wenn nicht die Tausende von Mentchen, welche das User bedeckten und das Terrassengetänder uiniauinlen. an sich einen hochfestlichen An blick gewährt Hallen. Das F-estfcbifs näherte sich unter den ergrei fenden Ktänaen des Torgauer Marsches (den Herr Musikdirektor Ehrlich jüngst in Sach'e» eingeführr hat) nun langsam dem liier; man wollte das einzige, schöne Schauspiel recht lange genießen. Man trennte sich nur schwer von der gastlichen Gesellschaft und ihrem schmncken Fesischifs. Auf dcinielden hatte Herr Restaurateur Gotlichall wahrend der Heiiulahrt ein kaltes Busfel hergenchtct, daS auch einen verwöhnten gegen 80 von etwa «st am hon vor 100 Mt. spurlos VN« , Ld. M- wahrgriiom- Monaten ausgeführt Geschmack befriedigte: im ersten Tdcile üdliäie Moritz Gasie sen. als Vortänzer das Signal zu eurem munteren Tanzreigen gegeben. Möge das WOiährige Jubiläum der Iiebenswüldlgeu. tüchtigen und bolksthüm- Ilcheu Geselsichasl ebenso Harmonisch verlaufen, wie es das 50jüh- rige von Aniang bis Ende gethan ! — Die geilem Nachmittag auf dem Schießslaiide Nr. 3 vom Blitze getroffenen L a n d w e l> r I e n k e sind: Sergeant Mertens und Landwchrsoldak Stirb Der Hergang ist folgender: Ter das Gewitter begleitende Regenguß halte beide Leute veranlaßt, unter eurem hohen Baume Schutz zu suchen. Strrl stand mit dem Rücken an den Baumstamm gelehnt, während Sergeant Mertens vor Strrl hingelreten war. Mn gleichzeitigem furchtbaren Donner schlag zuckte mir Blitz an dem Stamme herab und bullte beide Leute in eine Fenergarbe. Am Bauinsramm niedergesunlen, lag Stnl scheinbar rodl da. während Mertens noch schwache Lebens gen zu umgenen vavcn, va oer cure Flitz, rng mit dem Halteplätze sonst ermöglichte, grenzenden Wiesenbesitz eingezogen ist. gab. Amte wurden znnächst in die Kranken den dem Ausschüsse sär die Errich - aehnlicheQnanlitcrkeu Milch unent- zcichcn von sich 'lube der nabe gelegenen Kaserne getragen und WiederbelebuugS- veruiche iml ihnen angestellt. Ter Zrulanö Mertens ließ dessen Auskommen erhoffen: Sri:', dagegen schien rettungslos verloren. In das Garnnonslazareih uberge'nlirt. besserte sich unter der Pflege der diente Mertens Zustand wAeirllich, so daß die Hoffnung ans dessen Rettung gcreckneiriat erscheint. Noch immer besorgnißer- regnrd ist dagegen Sliri's Befinden, aber auch dessen Leben dürste, dank der vorzüglichen Pflege, die er vom ersten Augenblicke an ge nauen. noch zu retten i«n, und das ichwere Schicklal. ihren Sohn zu verlieren, der betagten Mutter erspart blerbcrr. Das Schicksal der Verden zu kurzer Uebung emgezogenen Landwehrleme hat all seits die aufrichtigste Theilnachme erregt. — Am !4, Juli dlbcnds 0 ftbr wird das Kaiserliche T e l e g r a p v c n a »i t bier-ews: ans dem Harne Waiienhansslraße l 2 nach dem Pvstgebärrde am Ponplatz zll, Geschoß) verlegt.! Der Eingang zu den Annahme- und Ausgabestellen des genannten ; Amtes befindet fick rar westlichen Flügel des Gebäudes rHosscilc, ^ vom Posiplcitze ans recbls — 'Auch irr diesem Jabre wurden dem tung von Jerren k o l o ni err anie . geltlrch zur Beringung gestellt. Daher wurden auch für dieses Jahr 5 Sradlkvlomen gebildet. Dieselben werden die Herren Lehrer! Richter, Türke, Böhme. Müller und Döring leiten und sind slatio-! nirt ui der Milchkuranslalt von Gebr. Virmd (Bautzirerilr.), ans den Scheuirenhösen >m Weißen Adler, auf dem Ostravvrwerk, aus der Strehlenerstraße rm Milchgeschäft von Frau Brüller und im Lämmchen «Blaseivitzerstr.j. Ec- erhalten 300 Kinder im Alter von! 7 bis 14 Jahren aus den städtischen und karholischen Bezirksschulen. s der Evangelischen Freischütz', dem Ehrlichttchen Gestist und der Schule des Bereirrs zu Rath und Thal früh und Abends Milch und Weißbrod. Bei der Auswahl dieser Kinder war gleichfalls der Uiitcrslützungswohnsitz nicht maßgebend. Tie Milch dar, von den Kindern nicht mit nach Hauie genommen werden. Sonntags er halten dieselben nur früh Milch. Die Lieferung an Weißbrod geschieht theilweue von hiesigen Bäckermeistern unentgeltlich, theil- s weise zu beträchtlichen Preisermätziaungen. Außerdem erfreue» sich ! 30 Kinder der 6. Bezirksschule denelben Wohithat. da das Lehrer-! tolleginnl dieser Schule und ein Stammtisch an Altdeutschen Bier-! Hanse (Weltinerslraße) iiahezn 100 Mt. zu diesem Zwecke und mit! dieser Bestimmung dem Ausschüsse ftir Ferienkolonie!! überreicht haben. - — Ter Erwerb unserer Elbs ch i srer r>rzu Zeilen recht mühevoll. ^ Den lanklvs dalnnzichcnden Fischen folgen ne Mit dein Netz in j Stnmi und Wetter und finsterer Nacht und harren geduldig, um ihren Verdienst zu finden. Und doch, wie leicht konnte der Mischer ihn manchmal finden. Da ziehen Tausende von Menschen müde »ach Hause, das Tampffchiff ist überfüllt, die Pferdebahn ist voll besetzt, o wenn doch ein Schiffchen sich der Maden erbannte! Das Konzert am dem Luicke'schen Bade hatte vorgestern Tausende an die Elbe gelockt. Es war ein himmiuchcr Abend: lau war die Lust und die Sichel des Mondes glänzte im ruhige» Strom. Das stille Was'cr lockte zur Fahrt: ach, wäre cm Schoflem zur Stelle! Ja. zur Stelle waren ne wohl, und die Fächer waren wohl auch bereit, aber kein Laut, kein Anschlag, keine Anzeige verkündet, daß man für 20 Psg. fahren kann. Es ist zu weilen. daß von Hunderten kaum Einer wußte, daß die dalieacnden Gondel» nur aui die Gäste harrten, und >o blieben die Schiffchen leer. Wie viele Leute, die auch ein paar Groschen nicht amehen. wurden überhaupt an schönen Abenden von Blaiewitz ad gern nach Dresden hcreingondcln, > um so poetisch Abeiidstiiiimung zu genießen, aber sie wissen nicht, ob und zu welchen Preisen das nbcrhaupr möglich ist. Warum errichten nun nicht die Schisser an den menst besuchten Elbnier- punkien sichtbare Tareln, die den Leute» das Nöthrge verkünden? An Fahrgästen würde es gar bald nicht fehlen. — Für unsere Dresdner Abvnncnlen liegt der heutigen Nummer ein Prospekt über Lr. Ptann stiels Heidelbeer- wein bei. — Ein Bediensteter des Residenztheaters, überaus kurzsichtig, wollte vorgestern Abend die Kvnigsbrückerslraßc überschreite», cilS ihn der Heeh-Rm eines >m langsamen Trabe fahrenden leichten Geschirrs veranlaßte, stillzustehen. Ter Geschirnützrcr mmmt natürlich an. daß der Mann das Geröhrt erst vorüberlcissen will und läßt das Pferd weitergehen. Dieser aber vermeint infolge seiner Kurzsichtigkeit, das Geschirr halte und wolle ihn zuerst vorbcilassen, geht also schleunigst vorwärts und zwar direkt in das Gefährt hinein! die Wagengabel ersaht ihn und stößt ihn zu Boden, sodaß die Wagenräder über leine Füße gehen. Zum Glück trug er nur ein paar ganz leichte Haulverletzungen davon. Kurze Verpflegung in Kästners Hotel und ein - durchaus nicht beanspruchtes — Geldgeschenk ließen ihn den erlittenen Schreck schnell veigesien, sodaß er guter Dinge bald wieder seinen Weg fortsetzte. Meist >st bei solchen Anlässen der Schreck für die übrigen Betheiligten ein ebenso großer, wie stir den Verunglückten. ^ ^ , — P o l iz ei ber i ch t. Im 3. Stock eines Neubaues auf de König Jobann-Straße brach am Mittwoch Nachmittag ei» Kalk träger durch ein aus dem Balkenlage, verschobenes Bret, blieb je doch mit seiner Butte, die er auf dem Rücken trug, zwischen den Balken hängen und wurde so vor dem Sinne in die Tieie bewahrt. - Zwischen zwei Einträgern der hicsigen Glasfabrik entstand vor einigen Tagen Abends Zank »ud Schlägerei und haben sich dieselben »nt Zangen einander ans den Kops geschlagen. Ter eine der Streitenden erhielt hierbei eine stark blutende Wunde, wahrend der andere mit ein« in,d« Windmühlen Zektleinwanv im schwundtu. Der Diebsta! men. ist ab« möglicher worden. — Ein „Neustädten, d« da» seuszert in nachstehendem Brief lung der Neustadt seitens d« 2 Klagen sind iiisder Tbat nicht unbegi die Elbe nur um eip Wenige» gestirg Haltestelle sehr niedrige Dänin, von dem Wasser überspült und di« LandungSbrücken müssen beseitigt werden. Vierzehn Tage lang war auch jetzt wieder deshalb der Verkehr unterbrochen. Und wie leicht ließe sich dock da Hilse schaffen i El»» schmaler Damm würde genü ge». das Landen der Dainpsichifse auch bei höherem Wassersiande zu ermöglichen. Die Kosten desselben würden bald gedeckt sein durch oie Mebreimiahme, die dan« dort erzielt würde. Denn jetzt geht Niemand gen, hinunter zu den Dampsschifsen, da man nie genau wisse» kann, ob dieselben wirklich fahren, und ehe man unnöth ' Zeit verlausen will, benutzt man lieber irgend eine andere Bei nutzt eit. Bis zur fzerttgsieUung deS DauimL könnte es wenigstens an der Plakatsäule auf oer Bautzneistraße w. allemal bekannt gemacht werde», wen» daS hohe Dasjer das Landen der Schiffe llninüglick macht und wenn der Verkehr wieder eröfstiet ist. Bei dem Bau des Dammes könnte auch eine andere paffende Wartehalle errichtet werden, da die jetzt dastehende wegen ihrer zum mindesten etwa- komischen Lage ihren Zweck auch nicht im geringsten erfüllt. Tie Billeientnahme ist in einem kleine» Holzhause an der Elbe, als Wartehalle kann sie bei Rege» re. auch nicht benutzt werden, da sie zu weit vom User abliegt. Dieses Gebäude hat also keinen ande ren Zweck als de», dag alle Leute, die das Dampsschrfs benutzen wollen, sie in großem Bogen zu umgehen haben, da der alte Fuß, weg der die direkte Verbindung----- — schon längst Von dem am Abhilfe ist da dringend nötyig. — Tie Bekanntmachung des StadtratheS in Geyer vom 13. Mai a. c., nach welcher jung« Bursche» und Mädchen, die sich nach 10 Uhr Abends noch aus öffentliche» Straßen und Plätzen lärmend berumtreiben. sofort verbastet werden könnten, hat verschiedene Be- urtheilnng erfahren und hat selbst zu anonymen Zuschriften an Hem, Bürgermeister Mayer geführt, in denen sich einzelne Personen in zustinimendem oder verurkveilendem Sinne äußerten. Besonders in sozialistisch gefärbten Paltciblättern ist die ermähnte polizeiliche Anorviiung arg mitgenommen worden. Jetzt nun macht der Etadtrath bekannt, daß. da genannte Maßregel den gewünschken Erfolg gehabt habe, man dieselbe wieder aufhebe, daß jedoch selbst verständlich auch in Zukunft daS schaarcmveise Umhriziehen von Erwachsenen nach 10 stlhr und das lärmende Nmbertreiben von Kindern nach !) Uhr Abends untersagt sei. Von der Turchsühmng dieser Maßregel werde sich der Bürgermeister weder durch tendenziöse Darstellungen noch durch Angriffe abhaltcn lassen. — Vorgestern fand in der Landesanstalt Waldhetm durch den zu diesem Bebuse eingetrosfenen AbtheilungSdirektor im kgl. Ministerium des Innern. Geh. Rath Jäppelt, die feierliche Ver pflichtung und Eniweisuug des neuernaliiitm Direktors RegierungS- ralhs Behrnch vor veiiammelteu Odcrbcamten und dienstfreien Vertretern der übrigen Beamten der Anstalt statt. — Zvblitz den 8. Juli. Unser Gewerbeverrin, der jetzt )80 Mitglieder zählt und an dessen Spitze der Gründer. Herr Pastor Zabel, steht, zeigt jetzt, daß auch kleine Slädle Das ansmbre» können, was sonst nur größere zu bewerkstelligen ini Stande sind, nämlich: eine G ewe rbea u ssteli u » g. Dieselbe wird vom 18. Juli bis I. Aug. in der hiesigen Turnhalle slattstiiden. Es berstcht ein Weitester und eine Emsigkeit unter den ,Fabrikanten und Gewerbtieibcnden. daß man bestimmt hoffen darf, das Unter nehmen werde in jeder Weise gcliiM» und allseitige Beachtung finden. An der Spitze stehen die Serventinsteinarliestc». welche durch die Ausstellungsobjekte der weltbekannten hiesigen Serpeiitin- slem Aktien-Fabrik besonders gediegen und hervorragend vertreten sein werden, jowie die Blechsvielivaaren in ihrer Mannichfalrigkeil, aber auch die übrigen Gewerbe werden nicht Zurückbleiben. Die auswärtigen Besucher dieser Ausstellung finden auch noch in der reizenden Umgebung von Zöblitz lehr Beachtensiverldes. Besonders empfehlen wir denselben den wildromantisch gelegenen Katzenstein. die historisch merkwürdige, sagcnreiche Runie Sauterstcin, die Anna- Höhe. von welcher man eure entzückende Aussicht aenießt und de» nahen Buchenwald, der dem Wanderer za manche Reize auch bietet. dreivn i»«k ist hei h« au» 8c " zuoeaen » semmilltrsl« in Kiff im dem Hü ,l« wie aem erstes Soolbad. -..-A unternahm der erk. An dem ersten Woage- rrn Jahren wiegen. Sein nun Jahre betrug dasselbe binnen Jahresfrist 8 Md. zu« Jahre 1874 Kisstngen »um ersten er 2M Pst>. Im Jahr« 1876 bereit- 21S. 1877 t weniger wie 243 Pid.. bis dann im Iah« v, der Höhepunkt erreicht wurde. Bon da an bat ger-Kur einer weiteren Verfettung vorgebeugt. denn ank das Gewicht auf 337, im Jahre 1881 aus 232. aus 202 Pfd. 1884 bat der Kanzler Kisstngen nicht eit dieser Zeit hat >m Gewicht wieder ein langsames ale besui oaar . M mit 2 die Tchwc! bereit- 1 im Jahre 16 besucht. S ... Steigen stattgefunden, und zwar, wie bereit» erwähnt, im Jahre 1885 auf 205 und in diesem Iah« aut 208 Psd. Jede Woche pflegt sich der Reichskanzler während seines Kissing« Aufenthaltes wiegen zu lassen, und die jedesmalige Bezahlung besteht in drei Mark. Sonntag Nachmittag ließ sich auch die Fürstin Bismarck wiegen. Ihr Gewicht betrug 132 Psd Die Thätigkeit des Reichs kanzlers und seiner V daß der mit dem . der übrigens nur einen dipparat besitzt. Anspruch genommen wird, so daß Prlvatdeprschen dort nur mit Verspätung befördert wnden. Folgender Vorfall, welcher sich vor einigen Tagen in Ems bei dem Morgenspaziergange Sr. Maj. deS Kaiser» und KonigS ereignete, zeigt, wie der erlauchte Herr z» freundlichen Scherze» geneigt ist. Se. Majestät sprach nämlich einen Kadetten, welcher sich an der Wandelvahn in» Kurgäste» ausgestellt hatte, an und fragte ihn iin Lause deS Gespräches, wa« er zu werden beabsichtigte. Der junge Mann anwortete: „Feld-Artillerist, Eiv. Majestät!" Lachend er- wiederte der Kais«: „Ihre Antwort Hegau» vielversprechend: als ich das Wort „Feld" hörte, glaubte ich. es würde „Feldinarschall" lauten". Da» nahebei stehende Publikum nahm den Scherz deS Kaisers mit groß« Heiterkeit ans. In sein« letzten Sitzung hat sich der Bnndesrath mit der Eingabe eine» Grasen zur Lippe beschäftigt, welche eine Ne, der Ecbwlge nn Fürstenlbuin Lippe beantragle, iudeß den An der Alisschüffe gemäß beschlossen, daß für ihn zur Zeit keim rlassnna vvrliege, Vieser Angelegenheit näher zu treten, ürstcntvllm Lippe kann sich in jedem Augenblick «eignen, daß, ie rS soeben in Bayern geschehen ist. ei» rcglcrungSniisühiger und i»»n seit Jahren unter Vormundschaft gesteifter Prinz zum Fürsten Fürslcntvllm »ie « ' scher, . . ^ auSgeristen werden muß. Die Lage würde in Lipvc aber noch viel komplicirter werden, weil die Lippe'sche Verfassung Bestimmungen üb« den Eintritt d« Regentschaft nicht enthalt und gegenwärtig nicht einmal ein nächst dem regiernngöluilahlgen Prinzen zur Nachfolge unzweiselhatt berechtig« Agnat vorhanden ist, Die fürstliche Familie von Lippe ist bis ans den regierenden Fürsten und dessen regieruiigsuiisähigeii Bruder ansgestorben. Nach den Hausgeietzcn würden nach dem vollständigen Erlöschen der fürstlichen Familie die beiden sogenannten erbhcrrlich Lippe'schen Linien, bez. znnächit der Chef der alleren der beiden, zur Erbfolge berechtigt Win. Die zahlreichen Mitglieder dieser Linien, zu denen auch der ehemalige preußische Jusiizminisler gehört, leben in ganz Deutsch land und Oesterreich zerstreut und haben längst alle Fühlung mit ihrem Heimathlande verloren: sie sind dort unbekannt und die Be- mobner von Lippe haben auch allem Anscheine nach gar kein großes Verlangen ihre Bekanntschaft zu machen. NurdcrChcs der älteren ^erbherrlichen" Familie hat vor längerer Zeit einmal dem Fürsten «eine Aufwartung gemacht, ohne, wie es scheint, zu erreichen, was er wnn'chte. Er erinchte kurz darauf den Bundesrath. dieErbfolge- sraae zu seinen Gunsten zu regeln, als Rittergntsbesitzi'r in der Provinz) Der Gras, welcher zur Zeit »sen lebt, hat das begreifliche Verlangen, seine Ansprüche auf den Thron von Detmold möglichst zu iehen, Ter Fürst ist bereits «!2 Jahre alt, Neigung zu haben, durch eine Vereinbarung mit uze IlebrigenS sei noch bemerkt, daß in der Zeit der Ausstellung, näm lich den 25. Juli, die Fahnenweihe deS hiesigen Militärvereins srattsiirdet, für welche eine besondere Feierlichkeit geplant ist. — In Groß-Storkwitz ist die Schule wegen einer hoch gradigen Scharlachepidemie bis auf Weiteres geichloffen worden. — Vorgestern schlug der Blitz in den Geracheichnppen der Brauerei zu Gersdorf, den er sofort in Brand letzte. Das Weitergreocu der Flamme» wurde, nachdem der Schuppen zerstört worden war, verhindert, — Nmtsgeri ch t. Aergerlich und in größter Mißlaunc, daß ihm die Ehefrau sein Mittagessen nicht »in 4 Uhr brachte, geriet!, der Handarbeiter Michael Zeßla, 1851 zu Rosenthal bei KönigS- wartba geboren, in die gröiztc Aufregung und suchte er diese durch den Genuß alkoholischer Getränke hinabzuschwemincn, doch wurde selbstredend dadurch nur das Gegcntheil «zielt. In der Nacht zum 24. Mai kam er m ''einer Wohnung an und verübte daselbst einen Mordipektakcl, weil die Lampe nicht mehr brannte. Ter Skandal uahnl derartige Dimensionen an. daß die Frau, nachdem ihr erregter Gemahl den gußeiiernen Fuß der Lampe durch das offene Fenn« aus die Straße geschleudert, laut um Hilfe ruicii mußte. Es er schienen zwei Gendarmen, welche den Krakchler im Bette liegend voriandcn und seine Personalien scststellen wollten. Gegen die Beamten zeigte sich Zeßla äußerst renitent, io daß seine Beförde rung nach dem Polizeigcwabriam nur mit Schwierigkeiten verknüpft war. Angeklagter will sich faktisch auf nichts mehr besinnen können und sucht seine Rohheit durch Trunkenheit zu entschuldigen. Die Lerhcmdllma eraicbt icdock Mo «Handlung ergicbt icdoch Momente, nach denen Z, nicht so sehr angezccht gewesen sein kann, zumal er de» Beamten seinen Namen ganz korrekt niederichricb :c. Ter wegen BeltclnS, groben Ilmugs :c, vorbestrafte Angeklagte muß für den Widerstand 3 Wochen Ge- fängniß, für die Ruhestörung 3 Wochen Halt antreten. — Ein durch triebener Bursche icheint der Komptoirfft Gustav Eduard Paul An dreas, erst 20 Jahre alt. zu sein. Trotz sein« Jugend erlitt der selbe bereits wegen Beleidigung. Untevchlagung, Betrugs rc. mehr fache Vorstrafen, Andreas war bei dem Baumeister Baron als Schreiber beschäftigt und vergriff er sich gelegentlich günstiger Mo mente an dem Eigenthum fernes Prinzipals, Unter Anderem eig nere cr sich ein paar goldene Knöpfe, welche in Manschetten befestigt waren, widerrechtlich an. Uni sich noch mehr Silber zu verschaffen, weil er das Leben von der beiterstcn seile kennen lernen wollte, begab er sich zudem Juwelier Schiller, genrtesich als Käufer irgend cuieS Gegenstandes und stahl heimlich eine goldene Uhrkette im Wcrlhe von 90 Mk„ als sich Sch. einmal nmdrehre. In Rücksicht der mehrfache» Vorstrafen wird wegen Diebstahls in 3 Fällen auf die exemplarische Gcfängnißstraie in der Dauer von 4 Monaten und 1 Woche erkannt, von welcher Verfügung drei Wochen Gesängnitz in Abrechnung gebracht sind, — Um sich Viktualien rc, billiast an- fchaffcn zu können, gab sich die Fabrikarbeiterin Amalie Eamilla Lehmann als Dienstmädchen eines Rechtsanwaltes ans. Unter der ialichen Angabe, von ihrem Herrn beauftragt zu sei», entnahm sie bei einer Ploduktenhändlerin diverse Waarcu, deren Erlös sie für sich behielt. Die bereits wegen Unterschlagung rc. vorbestrafte Angeklagte wird wegen Kredit-Betrugs zu einer Gcfängnißstrafe von 6 Wochen verurtheilt. Da die Beklagte ohne Stellung ist, wird ihr anheim- gestellt, die Strafe sofort anzutreten. Fortsetzung de» lokalen rveile» Seite ». rafte»grscht»te. Deutsche» Reich. Wie die „Köln. Ztg." aus best« Quelle «fahrt, Halle der Prinz-Regent von Bayern die Absicht, dem Kaiser i» nächster Zeit einen Beiuch abzustatten. Die!« Plan ist jedoch wieder ausgegeben und zwar mit Rücksicht aus das Befinden Sr, Majestät, DaS Befinden des Kaiser- wird zwar als ein hochbe- frlediaendcs geschildert, denno-h scheint es nöthig, demselben während der Badekuren in Ems und Gastein Ermüdungen zu «sparen, welche mit dem Empfang längerer Besuche und mit den sich daran knüpfen den Festlichkeiten verbunden sind. Aus diesem Grunde wird der unkte , den. . , . . begrüben, da. wir in den voranSgehcndcn Jahren, der Kais« den Weg nach Gasten, über Bayern in nehmen gedenkt. Die Begrüßung wird bei der Durchreise durch München stattfinden. Ter Abg. Tr. Wmdthorst, der sich in den letzten Tagen in Köln aufhielt, ist zum Kurgebrauch in EmS eingetrofsen. Mi, bald sichergestellt 4» iehen. Der scheint aber keine dem Landtage ftir den Fall seines Todes Vorsorge zu treffen. Des Grafen Ansprüche werden aber nicht unangefochten bleiben: wie in Lippe allgemein angenommen wird, beabsichtigt der Fürst von Schaumburg-Lipve, welcher der allerjnngslen Linie des Hauses Lippe angehört, das Erbrecht icines gräflichen VetterS anzmechtcn, weil einige von dessen Vorfahren »ich: ebenbürtige Frauen gehewathet habe». Der Bundesrath bewegt sich vollständig auf dem Boden der Verfassung, wenn er zur Zeit und aus die Eingabe des Grasen § Livpe hin sich nicht in die Sache einlassen will: für ihn beginnt erst die Aktion, wenn über kurz oder lang der zu erwartende Fall eingetretcn und die Frage der Erbfolge dringend geworden sein wird. Das neue „Exerzicr-Reglement für die Kavallerie", für dessen Abfassung Anfang dieses Jahres eine Kommission unter Vorsitz des kvmmandwenden Generals des 11. Arniec-Korps, Frhr. v. Schlot- Heim, zusammciigeircte» war, ist bereits den Truppen zugeaaugen. Das nene Reglement läßt erkennen, daß man immer mehr bestrebt ist, in Bezug ans die Gesechtsberwendnng der Reiterei zu der alten ruhmreichen lleberlieieruinz Friedrichs des Großen -urückzukrhien, welche damals der preußischen Reiterei ihre unerreichten Erfolge verschaffte. Die Abänderungen, die ftir die eigentliche Excrziertechnik vorgenommen sind, zeigen überall das Bestreben der Verernsachnng. Es ist deshalb auch eine Vereinfachung der Kommandos und Sig nale eingctreten, ebewo eine Verkürzung des WegeS zum Auf märsche. Ein neuer Paragraph enthalt Bestimmuugen über das lautlose Nachreite» und das Exerzieren nach Säbclwiukcn ohne Kommandos Eingreifender noch als die Schwadron wird daS Re giment durch die neuen Bestimmungen betroffen. Das Anssiih- rimassignal ist überall in Wegfall gekommen. Aus der Regiincnts- lieie wird »ach beiden Seite» auiniarschirt, ebenso geschieht die Entwickelung der nach der ganzen Flanke abgeschwenkten Reai- menlskolonne ebenfalls nach beiden Seiten, die beiden der Tote folgenden Schwadronen nach rechts, die übrigen »ach links. Der Regtmenlskonnnandeur giebt seine Kommandos knnftia mir in der Form von Avertissements ab. Tie Formation der Schwadrons- koloiineir in Halbkolvnnen besteht nicht mehr, ebenso ist das Ein- schwcnken nach der ganzen Flanke ans Schwaoronskoloimen sort- gescillen. Wichtig ist ferner die Bestimmung, daß ein einzelnes Re giment sich nicht in Tressen gliedern soll »nd «ftenlich die neue Bestimmung, daß der alle Kriegsrui „Hnrrab" nunmehr auch seitens der Kavallerie bei dem Einbruch in den Feind in Anwendung kommt. Von den in Militärkvnveiition mit Preußen stehenden Staaten ist Schwarzburg-Sondersliamen in erster Linie damit voraegaiigen. ans Grund des bezüglichen Reichsgesetzes die Koimminalbesleuerimg der O'siz>cre von ihrem außerdienstlichen Einkommen cinziiftchren. Tein am 1. d. M. «öffneten Landtag wurde ein «iliprechender Geietzrntwurf vorgelegt; die Annahme desselben unterliegt keinem Zweifel. lieber das Befinden der verwundeten beiden Landtagsabgeord- nelcn Seltner und Sauerbrey, welche bei dem Eisenbahnunglück bei Würzburg zu Schaden kamen, wird mitgetlieilt. daß Herr Seltner, eine kleine Kopfwunde abgerechnet, sich ganz wohl befindet, daß Herr Sauerbrey zwar auch am Kopie verwundet ist, aber «freulicher weise ebenialls ungesübrlich. Den sämmtlicken lebenden Verletzten gebt eS besser. Fast täglich kommen neue Verletzte, die sich unver letzt glaubten, in Behandlung, fünf Bahnbeamte sind bis jetzt sus- pendirt. Man erfährt, daß auch im Militärlazareth drei verwundete Lehrer liege», wovon weder das Bahnamt, noch die Polizei etwas zu wissen scheinen. Es sind dies Martin Keßler (aus Neustadtles), Johann Friede! (Weimarschmieden) und Karl Schüler (Schonungen). In Spandau ist ein ober« Militärbcamt« verhaftet worden. Der Anlaß zu dieser Maßregel entzieht sich vorläufig der Ocffent- lichkeit. Wer die letzten Photographien König Ludwig's ll. gesehen, dem wird ausgefallen sein, daß der Monarch auch bezüglich der Facon und deS Aenßeren seiner Kopfbedeckung das Absonderliche liebte. Man erzählt Folgendes: Dem Hofhutmachn Zehme wurde ein Modell, das ein Hofstallbeamtcr, welcher in sei»« Jnaend die Gewerbeschule besuchte, nach des Königs Angaben liergestellt hatte, übergeben, nach welchem — so lautete die ausdrückliche Bcdinguiig — bei verschlossener Werkstatt der geforderte steife schwarze Filzhut vom Meist« saorizirt werden mußte. Nach Fertigstellung des Hutes kam das Modell wieder hinter Schloß und Riegel, um bei An fertigung deS nächsten HnteS erst wieder hcrvvraeholt zu werden. Der Hut deS Königs selbst war aus feinstem gil, l,«gestellt: der Hutrand in der Form der Schwing«, emeS Schwanes gebildet und ca. 3 bis 4 Zoll nach aufwärG gebogen. An der Vorderseite deS Hutes, ganz unten, befand sich eine Rosette von schwarzer Seide, an der die Vorrichtung zur Befestigung der Agraffe war. Jetzt, da der König gestorben ist, kann das sonderbare Hutmnst« auch in den Handel kommen, und heute sehen wir bereits den erste» solchen .Schwanen-tzut" in ein« Niederlage ausgestellt.
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