Die Hofkapelle des Fürsten Leopold zu Anhalt — Köthen 16) druf geboren. Im Jahre 1715 ging er nach Weimar und wurde von seinem Onkel im Klavierspiel und in der Komposition ausgebildet. Im Dezember 1717 siedelte er mit der Familie Bach nach Köthen über. Emanuel Lebrecht Gottschalk löste Johann Bernhard Bach ab, der das Amt nur einige Monate ausübte, denn schon Ende 1718 wird Gott schalk als Notist erwähnt. Er war zunächst Organist an der lutherischen Kirche St. Agnus. Im Jahre 1714 berief ihn Fürst Leopold zu seinem Kam merdiener. Da die Besetzung des Notisten in Köthen auf Schwierigkeiten stieß, hat wohl der Fürst auf Anregung Bachs seinen Kammerdiener der Hofkapelle zur Verfügung gestellt. Am 7. 7. 1721 erhielt Gottschalk vom Fürsten ein Erbzinslehn für Haus und Hof in der Burgstraße Nr. n. Am 1. 9. 1727 wurde er beerdigt. Der Gambist: Christian Ferdinand Abel, eines der fähigsten Mitglieder der Hof kapelle, entstammte einer Musikerfamilie. Sein Vater, Clamor Hein rich Abel, war Kammermusikus zu Hannover unter den Herzogen Georg Wilhelm und Ernst August von Braunschweig. Christian Ferdinand Abel wurde im August 1682 geboren. Dies bisher nicht bekannte Datum konnte auf Grund seines Sterbealters nach dem Sterberegister von St. Agnus er rechnet werden. In seiner Jugend nahm er an den Feldzügen Karls des XII. teil. Ende 1714 kam er nach Köthen, 32 Jahre alt. Hier wurden ihm außer zwei schon vorhandenen Töchtern noch vier Knaben und drei Mädchen geboren. Am 21. 3. 1718 schenkte ihm seine Gattin Anna Christiana einen Sohn, Leopold August. Die beiden fürstlichen Brüder waren Taufzeugen und gaben dem Kinde die Namen. Dieser Leopold August, ein Schüler Franz Bendas, wurde später ein trefflicher Violinist. Er trat in das Orchester Nicolinis zu Braunschweig ein und wurde 1758 Konzertmeister des Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. 1766 trat er in die Dienste des Mark grafen von Schwedt und ging 1770 als erster Violinist zur herzoglichen Ka pelle nach Schwerin. Er starb am 25. 8. 1794 in Ludwigslust. Der berühm teste Sohn Christian Ferdinand Abels war Carl Friedrich Abel, der als letzter großer Gambist in die Musikgeschichte eingegangen ist. Der Tauf eintrag im Kirchenbuch der Schloßkirche zu Köthen besagt: 26. 12. iy2y. hat Herr Christian Ferdinand Abel, fürstl. Kammermusikus allhier mit seiner Ehefrau Anna Christiana einen Sohn, so den 22. 12. 1723 geboren, in hie siger Schloßkirche taufen lassen, namens Carl Friedrich. Unter den Paten finden wir Kammermusikus Joseph Spieß. Das Gehalt Christian Ferdinand Abels betrug 1717 138 Taler, 1721 144 Taler, später 164 Taler. Er wohnte 1716 mit dem Fagottisten Torlee als Mieter im Magdeburgischen Viertel Nr. 359 (an der Stelle des heutigen Grundstückes Springstraße Nr. 8) 6 . Bis zur Auf lösung der Hofkapelle war Abel ihr Mitglied und stellvertretender Kapell meister. Durch fürstlichen Erlaß wurden am 18. 2. 1754 sämtliche Hof musiker ohne jegliche Kündigung entlassen. Am 3. 4. 1761 wurde Abel im Alter von 79 Jahren auf dem lutherischen Friedhof beigesetzt. 6 wie Fußnote 3.