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01-Frühausgabe Dresdner Nachrichten : 04.12.1914
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-12-04
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Unterstützt durch
- LDP Sachsen
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id501434038-19141204012
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id501434038-1914120401
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-501434038-1914120401
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Dresdner Nachrichten
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-12
- Tag 1914-12-04
-
Monat
1914-12
-
Jahr
1914
- Titel
- 01-Frühausgabe Dresdner Nachrichten : 04.12.1914
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- uro - eine» Soldaten vorbetflsegr, so pflanze sich der starke Luftdruck durch den Gehör» ga»a tnS Gehirn fort und tüte dadurch den Mann. Diese Erklärung dcS Todes ohne Verletzung ist aber vollständig falsch, denn wenn eine Gewehrkugel noch so dicht am Körper vorbeifltcgt, kan» sie niemals Schaden a,leichten, der Soldat wird sie in den meisten Fällen gar nicht spüren, sondern sie höchstens zischen hören, wenn sic vorbei ist. Der durch die Kugel hervorgerufene Lustbruck ist aus einen so kleinen Raum dicht an der Oberfläche des Geschosses beschränkt, dab er mich auste» hin gar nicht in die Erschein»»«, tritt. DteS kann man erpertmentell sehr leicht Nachweisen. Wenn man zwei Blättchen Papier an Faden so aushängt, das, sie nur wenige Zentimeter voneinander hängen, dann kann man ans einem modernen Gewehr Kugel auf Kugel durch diese» engen Zwischenraum hindurch» schieben, ohne das, die Papierblättchcn sich rühren, die sonst vom leisesten Lust» hauch hi» und her bewegt werden. Von einem wirksamen Luftdruck kann also hier keine Rede sein. Selbstverständlich wird der Luftdruck mit der Grübe des Geschosses, also der explodierenden Pulverladung, gröber, trotzdem ist der Lustdruck einer fliegenden Granate nicht so erheblich, dab er Menschen töten kann, wenn ste auch vielleicht beiseite geschleudert werden, sobald das Geschos, dicht bei ihn-n vorbeisliegt. Beim Avseucrn eines schweren Geschosses, also bei der Explosion einer groben Pntvermcngc, entsteht natürlich durch den gewaltigen Austritt der Gaic aus dem Rohr ei» starker Luftdruck, eine Erschütterung der Luft, die so grob sein kan», dab die Schindeln von de» Dächern fliegen, Menschen umsallen und alle Fenster scheiben in weitem Umkreise in tausend Stücke zerspringen. Bei unsere» ganz schweren 42-Zenttmcter-Mörsern ist eS auch wohl möglich, dab Menschen, die beim Abfeuern dicht beim Geschütz ständen, durch den Lustdruck getötet würden: leichte Mauern in der Nähe sollen wenigstens Umstürzen, und alle Häuser in weiter Runde erbeben in ihren Grundfesten. Aber alle diese Lustdrnckwnkungen sind nichts im Vergleich zu denen, die bei der Explosion der Granate sich auSlösen. , . in der Granate enthaltene Sprengstoff hat ganz andere Eigenslhasien, als das Schicsipulvcr in dem Rohre. Er soll nicht in einer gewissen kurzen Zeit explodieren, sonder» seine ganze Masse muh mit einem Schlage tu GaS ver wandelt werden, die Explosion muß also viel schneller vor sich gehen, sie bars fast gar keine Zeit beanspruchen, sie wird daher zum Unterschied Detonation genannt. Wie schnell eine solche Detonation vor sich geht, kann man am besten auS folgen dem Versuch ermessen. Wenn man Dynamit aus einer llntcrlage von losem Pulver zur Explosion bringt, dann erfolgt diese so rasch, dab das Pulver zwar umhergcschleudert wird, aber keine Zeit findet, sich selbst zu entzünden. Würden wir daher Dynamit oder andere starke Sprengstoffe als Treibmittel in ein Ge wehr oder Geschütz laden, so würden durch die Explosion die Wände des Geschützes auScinanüergcrlssen, ehe die Gase Zeit fänden, treibend auf das Geschos, zu wirken. Es leuchtet ein, dab eine solche Detonation, bei der. wie bei unseren schweren Granaten, Hunderte von Kilogramm des stärksten SprcngstosseS sich mit einem Schlage in GaS verwandeln, einen ganz ungeheuren, geradezu unermess liche» Lustdruck hervvrrusen mub, der die fürchterlichsten Verheerungen anrichtct. Wenn eine solche Granate in einen geschlossenen Raum, eine Kasematte oder einen Panzerturm eindringt und dort explodiert, dann wird der ganze Raum wie ein ^Kartenhaus auSeinaudergcblascn, ganz einerlei, ob seine Wände aus starkem Stahl oder aus drei bis vier Meter dicke» Mauern bestehen. Die ein- geprebtc» Gase müssen sich einen Answeg suchen, nnd jedes Hindernis wird da durch zerschmettert, es mag sein, was cS will. Nur durch diese Explosionen von innen heraus sind die fürchterlichen, geradezu unsaszbaren Verheerungen z» er klären, die ein einziges solches Geschos, anrichten kann, sie wären gar nicht mög lich, wenn das Geschos; schon beim Aufprall, also an der Anbenwand zur Explosion käme. Es ist daher kein Wunder, das, durch die Explosiv,, einer solchen schweren Granate nicht nur alle Wände und Mauer» einstürzen, sondern dab auch im weiten Umkreise alle lebenden Wesen unfehlbar zerschmettert werden. Schlägt eine solche Granate in eine feindliche Batterie als Volltreffer ei», dann ist mit einem Schlage die ganze Batterie kampfunfähig ge»,acht, und explodiert sic in mitten eines Jnfantcrictruppcnkörpers, dnnn bedecken Hunderte von Leichen und Verwundeten ringsum die Einschlagstelle. Auf diesen verheerenden Wirkungen der explodierenden Granaten beruht der ungeahnte Erfolg unserer schweren Artillerie in dem jetzige» Weltkriege, der die in früherer Zeit etwas über die Achsel angesehene Masse in die allererste Reihe gestellt hat, denn nicht nur die Eroberung starker Festungen, sondern auch die Siege in manchen Feldschlachtcn habe» wir zu», groben Teil nnscrcr schweren Artillerie zu verdanken. In dieser Beziehung ist Deutschland nicht nur in der Welt voran, sondern einzig in der Welt. kommen- Beilage erscheint täglich W u SMS Freitag, an, «. Dezember. INI4 Seide-Weihnacht. Eine Geschichte aus Ostpreußen von O. v. Brun eck. w Fortsetzung , Fritz von Studnitz kletterte schnell wieder die Leiter hinaus und zeigte sich austerordentlich geschäftig, den Baum mit allerlei Schmuck förmlich zu über laden: Gerda trat Arnold mit glühende» Wange» entgegen und schlug verlegen die Augen nieder, als er lachend sagte: »Wje Deine Augen glänzen, Eviisinchen! Hast Tu vielteicht Dein Glück unter dem Wcihnachtsbaum gefunden?" Mit einem flehenden Blick sah sie ihn an. Da ergriff er ihre Hand und drückte sie leise, indem er ihr zuslüsterte: „Sei »»besorgt — ich helfe Euch." Ein dankbarer Blick lohnte ihm, dann schlüpfte Gerda wieder hinter den WeihnachlSbaum, und Arnold wurde von Mizzi und Emm» svrtgezogen. Er hatte sich Hedwig zmvenden wollen, diese Halle jedoch bereits die Halle verlasse». Die kleine Szene zwischen Arnold und Gerda war ihr nicht entgangen. Ein bitteres Gefühl schlich sich in ihr Herz: heute morgen noch hatte er ihr von der Vergangenheit gesprochen, hatte die Erinnerung an jene Zeit, die sie für immer begraben wähnte, wieder in ihrem Herzen ivachgcrusen — und jetzt ver mochte er wieder mit Gerda zu scherzen, jetzt schien er die Vergangenheit gänz lich vergesse» zu hnbcn und nur der Zukunft zu leben, die sich ihm hier so glänzend crössnctc. Sic empfand leine» Schmerz, keine Enttäuschung ihres eigenen Schicksals wegen: sic hatte ja nichts erhofft und erwartet. Stur ein hä» licheS Gefühl des Misstrauens gegen Arnold bemächtigte sich ihrer, das, er es weder ihr noch Gerda gegenüber ehrlich meinte. Und das tat ihr bitter weh. Heiße Tränen füllten ihre Augen — sic begriff sich selber nicht. Sollte die Vergangenheit doch nicht versunken und vergessen sein? Sie presste die Hand aus die Augen, um die Tränen zu unterdrücken: als sic die Hand wieder sinten liest, sah sie Arnold vor sich stehen, der sie mit einem seltsamen, warmen Blick umfasste. Sie erbebte bis in die Tiefe ihres Herzens und wollte rasch an ihm vvrübcr- gchen, doch er vertrat ihr den Weg. „Hedwig," flüsterte er, „warum meiden Sie mich?" „Ich meide Sic nicht, Herr Baron. Ich habe nur keinen Grund, Ihre Gesellschaft zu suchen." „Hedwig, weshalb diese Bitterkeit? Können Sie nicht vergessen und ver geben?" „Vergeben, aber nicht vergessen, Herr Baron." „Nicht vergessen? Nun wohl, Hedwig, auch ich kann nicht vergessen, das; wir uns einst liebten — „Ich bitte, Herr Baron, das ist längst vorüber! Vergessen habe ich nur nicht, wie Ihre sanften Worte mein junges Herz umschmeichelten — vergessen habe ich nicht, wie Sie mich dann hcrzlvs verlies,«.'»!" „Hedwig — konnte ich denn anders handeln? Durste ich Ihr Geschick mit meine», stencrlosen Leben verknüpfen? Durste ich Sie mit hinausnehmen in die fremd: Welt, wo mich nur Arbeit, Not nnd Sorge erwarteten?" „Hielten Sie mich für zu schwach, diese Arbci! mit Ihnen zu teilen?" „Damals — ja! Doch jetzt sehe ich, das. Sie Mut und Kraft besitzen, lind jetzt frage ich Sie, ob Sic mir folgen wollen?" Sie erhob abwchrend die Hand. „Oh, schweigen Sic!" ries sie vorwnrssvoll. „Weshalb wollen Sie mich ver spotten? Der dcrcinstigc Herr von Schlos, Hcidhnus hat Mut und Kraft nicht nötig! DaS Glück fällt ihm von selbst in den Schost." „Hedwig, Sic wissen nickst, was Sie dn sprechen!" Er war dicht an sie hcrangctrctcn und hatte ihre Hand mit festem Griff ersaht. Seine Augen blitzten zornig, seine hohe Gestalt straffte sich empor» Mg. öi'Mulsokei' sucht II « I n» » i> » , Bäckerei, Leubnitz-Neuostra. sliHiIiM zum sofortigen Antritt kür Likörsabrik »«»uolit. (ge lernte Kolouialw.-Detaillist erhallen den Borzng. Off. mit Zeugnisabschriften und Gelmltsansprückicn erbeten unter II 8872 an die Exp. d. Bl. 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