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01-Frühausgabe Dresdner Nachrichten : 04.12.1914
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-12-04
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Unterstützt durch
- LDP Sachsen
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id501434038-19141204012
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id501434038-1914120401
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-501434038-1914120401
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Dresdner Nachrichten
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-12
- Tag 1914-12-04
-
Monat
1914-12
-
Jahr
1914
- Titel
- 01-Frühausgabe Dresdner Nachrichten : 04.12.1914
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«»»«e !>t, « niltech, haltend, >,50 cichsalls rer-und n luit Edr.ft. b.)7sz. -Grüße, ge 25-, VL. »«IS ge>. ist sie >k öer lea, -ieken. 35 cm 10 «. 25 8. > msu, r.son. kvr «elieo, »l»pen da leine Garantie. Hof. »INN»». m, 8 Reg, zu verk., äenstr. S. e>. Off.u. ilichhaus. >45-8.1 klenNr.SS. in noige. i nelelkel. Dresden t >u SeII»offI>riesn> iffchfischer Krieger. G,«»tag l» Sette. >47 Uhr erscheint -er Posten am Zelt: Dt« Herren Leut nant- aufsleben, e» ist Zeit. der Kaffee ist gleich fertig! Man schält sich aus seinem Gchlafsack und den Decken und geht an die Küche, d. h. den Beobachtungswagen, der in Deckung in der Nähe unserer Gchlafhühle steht und wo über einem offenen Feuer das Wasser kocht. Man wäscht sich und macht sich schön — nämlich einen Scheitel, iosern man wieder einen hat. und dreht den martialischen Schnurr bart kühn nach oben, nimmt wohl auch den Barbier in An spruch. um ja nicht zu verwildern! Wir haben einen guten bei der Batterie, der hat an seiner Geschützdeckuna ein Plakat hängen: Salon für Haar- und Bartpflege — darunter als Becken den Deckel einer Konservenbüchse. Nun grht's ans Frühstück! Da gibt'ö nun freilich keine frischbackenen Brötchen, aber man ist so bescheiden geworden und ist dank- har für Speck oder Fett zum Brot. Das Ende der mit Be hagen genossenen Mahlzeit bildet die Morgenzigarre, die zur Feier des Sonntags besserer Sorte ist. Mittlerweile ist cs 10 Uhr geworden, die Batterie — nur die Kanoniere — ist angetreten zum F e l d g 0 t t e S d i e n st. Wir er scheinen im Helm mit Revolver — sonst erledigt man alles in der Mütze. Erst wird ein Vers gesungen, dann verliest -er Hauptmann einen Psalm, ein Vaterunser folgt. Weit links von uns donnern die Kanonen, dort ist ein Gefecht im Gange, auch uns umschwirren feindliche Kugeln — doch sie tun uns nichts — wir singen »Ein' feste Burg ist unser Gott". Die Franzosen beschießen uns regelmäßig wäh rend unseres Gottesdienstes, wohl in der Hoffnung, -a mehr zu treffen, ich habe aber noch von keinem Erfolge ge hört, uns schützt ein Stärkerer. Nun geht's an die Ge schütze, und man schickt wohl auch eine gesalzene Antwort rüber, »1 Uhr meldet der Koch: der Braten ist fertig! Also wird Ser Tisch gedeckt, alles läßt sich nieder zum lecker be reiteten Mahle. Im Laufe des Nachmittags stattet man Besuche ab bei der benachbarten Batterie oder auch bei der Infanterie. Bisweilen gibt es eine feurige Unterhaltung mit den Franzosen, -er sich die Fußartillerie, die hinter uns sieht, anschließt. Nach dem Abendbrot ging man sonst noch etwas spazieren, jetzt sind die frühen dunkeln Herbst abende nicht mehr einladend dazu, und wir sitzen in unferm Kasino unter der Erde am Kamin, in dem ein behagliches Feuer knistert. Manchmal raucht er freilich recht unan genehm, dadurch wird man an den Krieg und den unge wöhnlichen Wohnort erinnert, sonst könnte man es wohl zeitweise vergessen. Ein spaßiges Erlebnis hatte ich beim Aufbanen unseres Kamins. Ohne nach der Geschick lichkeit der Leute zu fragen, schickte mir ein Leutnant von -er nächsten Infanterie einige Mann zu den Maurer- arbeiten. Ich sah zu und fand an der Arbeit des einen Mannes viel zu tadeln. Schließlich ließ der die Hände sinken: „Herr Leutnant, ich kann's nicht besser, ich bin nämlich nicht Maurer, sondern nur Dr. der Philosophie!" — Die Beleuchtung gibt uns ein aus Draht geflochtener und mit Ranken, wie sie an den Sträuchern noch sind, um wundener Kronleuchter mit 4 Kerzen, die wir uns von zu Hause schicken lassen. Ordentlich gemütlich ist es im „Knusperhäuschen". Den Namen haben die vor uns liegenden Grenadiere unserer Behausung gegeben. Jeder hat den Wunsch, nicht rausgejagt und ans Geschütz gerufen zu werden. In letzter Woche kam cs angenohmcrweise nicht vor, aber bis dahin griffen die Franzosen uns allabendlich an. Es gibt immer viele Leuchtkugeln, die Insanterie- gcschosse pfeifen um unsere Kanonen, trotzdem wir auf dem Berge und auch noch etwas hinter -er Anhöhe stehen. Die französische Infanterie taugt nichts, unsere Infanterie scheint nicht viel Respekt vor ihr zu haben. Die Artillerie, ist dagegen sehr gut, flink und geschickt und schießt auch nicht schlecht. Tann halten sic auch nicht stand, sowie wir drauf schießen, hören ffe auf und laufen von ihren Kanonen weg, wenn es gefährlich wird. Da sie aber eine ganz unglaub liche Munitionsverschwenbung treiben, decken sie uns oft ganz zu, so daß wir nicht gerade in Abrahams Schoß liegen, wenn wir in Stellung gegangen sind und uns noch nicht eingcgraben haben. Vor zwei Tagen schoflen sie etwa 400 Granaten auf den Schützengraben der Grenadiere vor uns, der Erfolg waren drei Leichtverwundete. Wir lassen uns immer gern etwas zum Schießen nötigen, bei Nacht ist cs meist schade um die kostbare Munition. Wir haben trotz dem im Vergleich mit früheren Kriegen kolossale Mengen von Schüssen abgegeben. So habe ich gelesen, daß 1870 ein Geschütz mit 900 Schüssen die meisten während des ganzen Feldzuges zu verzeichnen hatte. Meine Batterie gab in Len ersten 4 Wochen der jetzigen Stellung 4000 Schüsse ab, an einem Tage allein 300! Einen Nachtangriff, den ersten hier, hat meine Batterie allein abgemehrt, die Franzosen sollen in Reihen gefallen sein. Die Infanterie, die uns zu Hilü gerufen batte, bedankte sich am nächsten Tage'bei uns in Form eines halben Stückchens Butter. Das war da mals ein fürstliches ««schenk, «aS mit Hallo begrüßt und achtungsvoll eingrtetlt würbe. «in schöner Abend. . . .. den 23. November. Da- kameradschaftliche Leben wird immer inniger, je näher wir Weihnachten rücken. Alle die schlichten Arbeiter von Beruf sind uns Freunde geworden, vtelletcht Freunde für lange Zeit. Einen der schönsten Abende kann tch den Sonnabend-Abend nennen. Gegen S Uhr wanderten wir, unser Leutnant mit etwa 30 Mann unseres Zuges, mit Kerzen in die nette, kleine Kirche. Ein Freiwilliger (Lehrer) spielte am Harmonium, und wir oben ein Lied nach dem anderen durch das kleine Gottes aus so innig gesungen — Choräle und Holks- und Weih- nachtslieder —, daß keiner nach etwa 114 Stunden in der ungeheizten Kirche gehen wollte, als die Kehlen heiser waren. Da war es ein erhebender Moment, als ein ein facher Mann aus meiner Gruppe, sonst gewiß kein Kirchen hocker, aufstand und einfach sagte: „Kameraden, das waren schöne Stunden, darum laßt uns zusammen beten —" und er betete laut vor 4. Heft (November) Z Z j Kriegs Lasebuch j der ß Dresdner Nachrichten I (gegründet l8d«> in Monatsheften (Nachdruck verboten I) Preis des Heftes 10 Pfg. D (Zusendung des bestes durch die Post als Z D Drucklache gegen vorherige Einsendung von Z Z IS Psg., unter Postnachnahme zs Psg. s I einschl. Paria oder von l M. SO Pfg. für Z io sortlaufende Monatsheft,> s V Dresden 1914 Z D Druck und Verlag von Liepsch L Reichardt I Marienstrahe 38/40. Zu haben in der Hauptgeschäftsstelle unseres Blattes, Marienstraße 38. Erdgeschoß. August-, September- und Oktoberhefte sind zum Preise von je IN Psg. vorrätig. Sertliches und Sächsisches. Stadtverorduetensitzung. In der 30. öffentlichen Sitzung der Stadtverord neten, die gestern abend 7>4 Uhr unter dem Vorsitz des Vor stehers Oberjustizrats Stöckel begann, wurde im An schluß an ein Schreiben des St.-V. Rechtsanwalts Kaiser, der in Rußland kämpft und mitgeteilt hatte, daß er zur „Gelben Suppe" wohl noch nicht zurück sein würde, vom Vorsteher bekanntgegeben, daß die „Gelbe Suppe" in üicsemJahreaussallc. — Mit der Verlängerung der Wahldauer der mit Ende dieses Jahres ausscheideuöen Stad träte um ein Jahr erklärt sich das Kollegium ein verstanden, mit der Ansicht des Ministeriums des Innern aber nicht, die Stadtverordnetenwahlen 1915 ausfallcn zu lassen, also die Wahldauer auch der Stadtverordneten um ein Jahr zu verlängern. Die Aussprache hierüber wird bis zum nächsten Jahre aufgeschoben. — Die Straßenbahn- direktivn teilte mit, daß bis 26. November seit der Mobil machung mehr als 6 009 000 S0 l d a t e n mit der Straßenbahn befördert worden sind. Im Iutcrefle des Betriebs und der Finanzen sieht sich die Direktion ge zwungen, frcie Fahrt nur n 0 ch den Verwunde - ten, Kranken und Genesenden zu gewähren, die im Besitze einer Bescheinigung ihrer Vorgesetzten Be hörde sind. Die Soldaten vom Feldwebel abwärts und die gestellungspflichtigen Zivilpersonen <am GesteUungstagei haben werktags bis r^8 Uhr abends 5 Psg, sür die Fahrt zu bezahlen, ebenso Sonntags bis 12 Uhr mittags, darüber hinaus den vollen Fahrpreis. Für die Beförderung größerer Mengen Soldaten von ihren Quartieren will die Direktion Sonbcrwagen stellen, soweit sie dazu in der Lage ist. Die neuen Bestimmungen treten am 10. Dezemöe»^ in Kraft. Da- Kollegium nahm hiervon SenutuiS. Nach Eintritt in die Tagesordnung stimmte -a- Kol legium den Entwürfen der neuen Kirchen- und Schulsteuer ordnung einmütig ohne Debatte zu und bewilligte 72 00«» Mark zur Anschaffung von MttnzgaSmessern und 100 000 Marl zur Anschaffung von Gasmessern. — Schluß der Sitzung >49 Uhr. Eine geheime Sitzung schloß sich an. — Der Bienenzüchter-Bereit, sür Dresden und Umgegend ver anstaltet am «. Dezember, nachmittags >44 Uhr, im Restaurant „Goldene Krone" seine 58. I a h r e S - H a u p l v e r s a m m l u n g. — Rackoms Handels- und Sprachschule, Altmarkt 15, eröffnet zu Ostern nächsten Jahres ihre» II. Handelskursns sür l u n g e Mädchen zur Vorbildung für den kaufmännischen Beruf. Dieser Kursus ist abgctvennt von jedem anderen Unter richt der Anstatt und der einzige derartige Kursus im Jahre. Er beginnt Mittwoch, den 7. April 1915, vormittags 9 Uhr, und dauert 6 Monate. Jur Teilnahme werden »ur junge Mädchen zwischen 14 und t? Jahren zugclasseii. Für Schülerinnen, die eine bessere kaufmünntsche Vorbildung anstrebe», wird ei» Jahres» kursuö abgehalte». Die Abteilung „Kaufmännische Fortbildungsschule" befreit irach Verordnung der König!. Ministerien des Inner» und des Kultus vom Besuch der Pflicht- FortbildungSschule, Der Eintritt in die H a l b j a h r e S k ur s c für Erwachsene kann mit jedem Monat erfolgen, Anfang Januar, April und Oktober werden Sonderkurse für Herren mit höherer Schulbildung eingerichtet. — v. 7.-Lichtspiele. Wie bisher, so wird auch der Spiel plan der kommenden Woche auf das Publikum der Residenz besondere Anziehungskraft ausüben, zumal derselbe eine Zu sammenstellung von wirklich hervorragenden Filmschöpfungen bildet. Man hat zunächst Gelegenheit, die einzig eristicrendc Aufnahme von „Kiautschvu" mit dem Kreuzer „Gneisenau" im Hafen zu sehen: ferner hochinteressante Aufnahmen vom Kriegs schauplatz, als „Eiko-Woche" und Kriegsjournal Nr. 6. Die elftere führt die glänzend gelungene Ausnahme des General feldmarschall v. Hindenvurg vor Augen, Die Komödie „Ulanen streiche", sowie die vornehm, wirksam und geistvoll aufgebaute dramatische Handlung „Leben heißt kämpfen", werden sicherlich Beifall finden. — In der Feuerbestattungsallstalt der Stadt Dresden er folgten im November 4st E näschernngen, und zwar 26 Pcc- sonen männlichen und 23 weiblichen Geschlechts. Von den Ver storbene» waren 43 evangelisch, t katholisch, l mosaisch, 1 Dissi dent. In 39 Fällen fand religiöse Feier statt. Vom Tage der Inbetriebnahme (22. Mai Istllj sind dieZ 2189 Einäscherungen. — In den Bolksbädern Käufferstraßc II und Elisciistrnste 5l haben im November 12 324 Personen gebadet. — Ein Einbruch wurde in der Nacht zum Donnerstag in die Flaschenbierhaiff'luug von Schubert <L Sachse, Försterei- straße 18, verübt. Nach gewaltsamem Eindringen in die Kontorräume hat der Dieb dort Behältnisse erbrochen und nach Geld und Wertsachen gesucht. Als die Hausbewohner den Eindringling bemerkten, riefen sic telephonisch Gendarmen herbei. Der Einbrecher entwischte aber durch ein Fenster des Erdgeschosses. — Eine» Literarischen Wejhnachtokatalog veröffentlichte soeben die 'Buch- und Kunsthandlung v. Zahn u. Iaensch, Waisen hausstraße 19. Das Buch enthält eine vortreffliche Zusammen stellung von Werken, die für Gcschcntzwcckc geeignet sind. — Weihnachtobrics sür nnscrc Krieger im Feld. Schmerzlich werden unser« Tapfere» draußen in diesem Jahre das Weih nachten in der Heimat entbehren. Zn keiner Zeit während deS ganzen Feldzuges wird vielleicht ihr Heimweh größer sein als in den Tage», da man bei uns daheim den Ehrislbaum anbrcnnt und die Wcihnachtslicüer erklingen. Da wollen wir doch alles tun, um ihnen meiiigsienü ein Weihnachten im Herzen zu be reiten, indem wir ihnen in unseren Briefen echte, rechte Weih nachtsgedanken in die Seele rufen. Der Verein zur Verbreitung christlicher Schriften hat einen trefflichen kurze» Weihiiachlsbrics erscheinen lassen, der sich zum Versenden in Feldbriesen gut eignet. Der Verfasser ist Pastor Dr. Heber von der Kreuzkirchc. Ter Brief ist zum Preise von 5 Pfg. das Stück <199 Stück 2 Mk.t zu haben in der Niederlage des Schrfftenvercittö, Iohannesstraßc 47. — LrUtewitz b. Dresden. Zu seiner großen Freude konnte auch der hiesige Gemeinderat den Kriegsteilnehmern auS Leute- mitz W c i h u a ch t s k i st e n ins Feld schicken. Tie in Laza retten oder in Garnisonen liegenden Soldaten aus der Ge meinde werden zu Weihnachten Geldgeschenke erhalten. Der Frauenverein zu Briesnitz und Umgegend hat jeder Kiste ein Paar wollene Strümpfe beilege» lassen. Bereinokalcndcr sür heute: K. S. Mil.-?!. D. Kavallerie: Mo».-Vers., 9 Uhr, Vcreinslokal. K. 2. Mil.-V. Iäg. u. Schüße»: Mitgl.-Bers., 9 Uhr, Lercinsloka!. Martin-Luthcr-Kirchen-Ehor: Ucbnng, 714 Uhr, Bereit» Bolrsivohl: Volks Untcrh,-Abend, Uhr, Volkswohlsaal. Aus der Geschäftswelt. : Tic Firma Kreßschmar, Bökenberg L Eo., Lampen- und Kronlcuchterfabrik, König!. Sachs. Hostieserauten, Dresden, Scrre- straße 5/7, verteilt ein Schriftchcn: „Aufklärung über die Verwend barkeit der verschiedenen Beleuchtungsartcn, unter Berücksichtigung, der augenblicklichen Pctroleumnot". Tic verschiedenen Leuchtstoffe, wie Petroleum, Rüböl, Benzin, Benzol und Karbid iAcctylen- gaSlichts, sowie die Gasglühlscht- und elektrische Beleuchtung sind bezüglich ihrer Verwendbarkeit auf die vorhandenen Lampen, ihre Kcrzcnstärkc, sowie die Kosten der einzelnen Lichtarten in kurzer, lcichtverständlichcr Form behandelt. Kunst und Wissenschaft. -f Dresdner Theatcrspielvlan sür heute. König!.Schau spielhaus: „Gütz von Berlichingcn" sl/-7); Albert-Theater: „Wolkenreiter (8'/«): Residenz-Theater: „Die Marke tenderin" (>/,8). f Heule abend A8 Uhr Konzert des ungarischen Geigers Emil Telmamü, unter Mitwirkung des Hofkapellmeislcrs Fritz Nei- ner (Klaviers, im Künstlerhaus. f Geweröehans-Sonzert. Das morgen Sonnabend stattfin- dende Sinfontekonzert des Gewerbehaus-OrchesterS wird unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Edwin Lindncr stehe». Zur Aufführung gelangen: Vorspiel zu „Figaros Hochzeit" vo» Mozart: Sinfonie mit dem Paukenwirbcl, Es-D»r, Nr. 1, von Hadyn, und „Das goldene Spinnrad", sinfonische Dichtung nach der BolkSsage von K. Jaromir Erben von DvorLk. f Freitag, den 11. Dezember, abends >48 Uhr, cm Künsllerhaus zum Besten hilfsbedürftiger Künstler: Ernste und hellere Dich tungen in Wort und Ton, veranstaltet von Alice Verden, wozu ihre gütige Mitwirkung zugesagt haben: Ernst Pröckl sGrill- parzer: „Der Gastfrennd">, Alice Verden und Erna Klotz smimlsch-plastlfche Szene), Elisabeth Scholtz lStiuimungS- bild), Alexander Wierth (Rezitation Gocthescher Dichtun gen!, Helga Petri Weder zur Laute), Hedwig Zeiß- Gasny (heitere Rezitationen). Am Klavier: Gustav Grob mann. — Die für 35. November gelösten Karten haben Gültig keit. Karten bei F. Ries, Seestraße 21, und Ad. Brauer iF- Plötncr), Hauptstraße 2. -f Tie Berliner Künftlerschaft wird trotz des Krieges die Große Berliner Kunstausstellung im Sommer 1915 veranstalten. P Der Maler Alfred Licdtke aus Potsdam, der sich durch Ansichten seiner Heimatstadt einen geachteten Namen ge macht hatte, ist im Alter von 89 Jahren in den Kämpfen im Westen, wo er als Unteroffizier stand, gefallen. Er hat seine sauberen, farbig geschmackvollen Landschaften, aus denen ein warmes Gefühl für die Schönheit seiner märki schen Heimat sprach, aus zahlreichen Ausstellungen gezeigt. 7 Der Komponist Karl Goldmark ist in Ansehung seiner Verdienste um die Tonkunst zum Ehren Mit glied der Wiener k. k. Akademie für Musik und darstellende Kunst ernannt worben. P Die norwegische Kommisfion für den Nobel-Preis hat für 1915 den Senator Paterno beauftragt, einen italienischen Kandidaten für den Chemic- preis vorzuschlagen. f Die „Staatskapelle»" im englischen Heere. Auf das Aeußere ist im englischen Heere bekanntlich sehr viel Wert gelegt, denn der Engländer sieht ja in seinem Tom Atkins so etwa- wie einen Staatslakaien, der die „Livree Albions" trägt, und weil Großbritannien ein reicher und mächtiger Staat ist, hat man an Luxusdingen aller Art für die Armee nicht gespart. Deshalb haben auch die Militärkapellen eine höchst stattliche Ausbildung erfahren, und von den Musik banden der Fußgarden und der Kavallerie kamt man sagen, daß sic die „Elite" dieser ganzen „Elitctruppe" darslcllcu. Die Musiker dieser Truppenteile haben besonders prächtige Uniformen, sogenannte „Staatskleider", wie diese Musik banden selbst „Staatskapellen" genannt werden. Bei der Kavallerie umfaßt die Staatskleidung eine reich bestickte Jacke, ein Paar lederne Beinkleider, einen reichverzierten Schwertgurt und eine blausamtne Mütze. Die Staats trommler der Fußgarden tragen dieselbe Jacke und die selbe Mühe, aber statt der langen Pautalons sind sic in Kniehosen gekleidet, zu denen prächtige Gamaschen tvmmen. Die Instrumente stehen an Kostbarkeit hinter diesen Staatsgcwändern nicht zurück: die Kesselpauken, die die Militärkapellen der Garden besitzen, sind von Silber, und da sie wahre Kunstwerke sind, stellen sie einen bedeutenden Geldwert dar. Kostet doch schon ein Paar gewöhnlicher kupferner Kesselpauken gegen 490 Mk. und eine Trompete 80 Mk.; die silbernen Pauken Mid Trompeten der Garden sind weit mehr als das Doppelte wert. Eine Trommel dieser „Staatsbandcn" kostet etwa 50 Mk., während der großartige stlbcrbeschlagcne Stock, den der Trommler- Major, der vor der Kapelle hcrschrettet, im Takt schwingt, mit 900 bis 600 Mk. bezahlt werden muß. Die Instrumente sind mit silbernen Schnüren geschmückt, und die Kapellen führen sogar reichgestickte eigene Fahnen. Die Trompeter und Trommler der Garden und Kavallerie beziehen auch höhere Löhne als die anderen Musiker des englischen Heeres. Auf die Güte der Musik wirb freilich weniger Wert gelegt. Der im allgemeinen recht unmusikalische Engländer verlangt vor allem, daß sie recht laut ist. BemtzunMftEU der Königs, öffentlichen Mli»thek. lieber die Benutzung der Bibliothek gibt der Direktor Geh. RegterunaSrat Dr. Ermisch folgenden Bericht: Die Bibliothek war an 296 <2V7) Tagen von 9—2, an 218 (221) Tagen außerdem von 4-0 Uhr geöffnet. Von den 5542t (52163) eingcgcingrnen Bestellungen konnten 40 601 (98014), also 78.42 (72,85) V.>H., durch Verabfolgung der gewünschten Bücher erledigt werden, während 5895 (4842), also 9,04 (9,28) v. H., er folglos blieben, weil die gewünschten Schriften verliehen, 489 (564) also 0,79 <1M> v. H , weil sie auS dienstlichen Gründen nicht verleihbar waren. Die Zahl der Bestellungen, die nicht erledigt wurden, weil die Bücher nicht vorhanden waren, be trägt SS58 (8768), also 16,15 <16DO) v. H. aller Fülle - ein im Begleich mit <mdern großen Bibliotheken immerhin recht er- lieblicher Prozentsatz, der für die Unzulänglichkeit des Bcr- mchningsfonds der Bibliothek bered es Zeugnis ablcgt. Erfreulich dagegen ist cs, daß dem Auskuustsbureau der deutschen Bibliotheken in Berlin auf 4619 s4845) Anfragen in 271 (989) Fällen das Vorhandensein der gesuchten, durchweg seltenen Schritten milgcteilt werden konnte. Es zeigt dies von neuem, daß unter den deutschen Bibliotheken nur wenige so wertvolle ältere Bestände besitzen als die Dresdner. Der Lesesaal wurde von 18004 s17 614), also durchschnittlich täglich von 60,82 (59,81) Personen besucht, denen 22 535 (21396) Druckschriften und 841 (620) Handschristen zur Benutzung vorgclegt wurden. Nicht berücksichtigt ist dabei die jedem ohne weiteres freistehende Benutzung der Handbibliothek des Lesesaals. Verliehen wurden am Ort 80028 (29 018), nach auswärts 6508 (4877) Buchbinderbände an Druckschriften, ferner 419 (249) Handschriften. Die Verleihung nach auswärts vermittelten 119 (101) Ailstatten und Behörden. Darunter befinden sich 23 (29) außerdcutsche Bibliotheken, Institute und Behörden, nämlich solche im Stift Admont, Agram, Aussig, Bern, Bodenbach, Brünn, Brüssel, Gent, Groningen, Stift Hciligcnkreuz, Hcr- mannstadt, Kopenhagen, Lemberg, London, Prag, Temesvar, Weidenau (Oesterr.-Schles.), Wien. Die fortdauernd steigenden Ziffer», welche die Benutzungs statistik der letzten Jahre aiifiveist, haben zur Folge, daß der jetzige Lcsciaal, der etwa 40 zum Teil schlecht beleuchtete Sitz plätze sür Benutzer hat, schon längst nicht mehr ausrcicht. Die Direktion hat daher seit Jahren ihr Augenmerk auf die Ein richtung eines größeren Lesesaales gerichtet, und als einen sehr geeigneten Raum dafür den sogen. Klassikcrsaal im ersten Obergeschoß ermittelt. Der jetzige Lcsesaal könnte dann in ein Zeitschriftenlesczimmer umgewandclt werden, das die Bibliothek bis jetzt noch schmerzlich entbehrt. Mer bei dem Platzmangel, der sich im Japanischen Palais bei einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich etwa 15000 biblio graphischen Bänden mehr und mehr fühlbar macht, galt es zunächst Raum sür die großen, jetzt den Klaffikersaal füllenden Bücherbestände zu schaffen. Ties ist im Laufe des verflossenen Jahres dadurch geschehen, daß das geräumige Untergeschoß des Japanischen Palais, das lange Zeit -en Sammlungen des Vereins für Sächsische Volkskunde als Unterkunft gedietck hat, jetzt aber durch die Errichtung des Landcsmuseums für Volkskunst frei ward, für Bibliotheks- zwccke eingerichtet worden ist. Hier sind 9 geräumige Bücher- säle geschaffen und mit eisernen Bücherregalen (System Lipmann) aus der Fabrik von Netter L Jacobi in Straßburg ausgestattet worden, die sich um vier weitere Säle vermehren und dann für mindestens 100000 Bände Raum bieten werden. Zugleich wurden die Heizanlagen erheblich erweitert und ein elektrischer Auszug für Personen- und Bücherbesörderung eingebaut. Unter Benutzung dieser Räume werden sich die umfangreichen Umstellungen bewirken lasten, die der Einrichtung der neuen Lesesäle vorher gehen müssen. „Dresdner Nnchrlchten« » -kr. sä« Yreita^ 4. Dezember t»14 ^*1te r,
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