Arbeiter und Preffa Niemand mehr wird heutzutage bezweifeln wollen, daß auch die Arbeiterfchaft in ihrer gefamten Preffe fich eine Waffenfchmiede gefchaffen hat, die in ihrer Bedeu tung der bürgerlichen Preffe gegen über durchaus nicht nadi lieht, aber fie bleibt an Umfang und Auflage noch weit dahinter zurück, und zwar lediglich durch die Lauheit und Denkträgheit der Arbeiter felbft, die leider in ihrer Gefamt- heit immer noch nicht erkannt ha ben, daß fie mit jedem Grofchen, den fie für ein bürgerliches Blatt ausgeben, die Macht der bürgerli chen Preffe Harken helfen und da mit indirekt die der Arbeiterpreffe fchwächen. Immerhin darf man als Arbeiter Holz darauf fein, daß es in verhältnismäßig kurzer Zeit- fpanne gelungen ift, die Arbeiter preffe auf eine folche Höhe zu brin gen, wie uns das auf der Preffa in Köln im Haufe der Arbeiterpreffe vor Augen geführt wird. Ein eige nes Gebäude vereinigt hier die ge- famte freie Gewerkfchaftspreffe und die Preffe der Sozialdemokra- tifchen Partei Deutfdilands. Da durch ift fchon rein äußerlich eine Verbundenheit zum Ausdruck ge kommen, die den Feinden der Ar beiterbewegung zu denken geben wird. Von den vielen Befudiern der Preffa werden zwar manche ihr feinesNäschen rümpfen, und man ches Weintrinkergeficht wird aus feiner fatten Behäbigkeit aufgerüt telt werden und entgeiftert über die »Frechheit der Arbeiter« ftaunen, die es fertigbrachten, in fo impo- fanter Weife auszuftellen. Das moderne »Haus der Arbeiter preffe« wurde von dem jungen Kölner Architekten Hans Schuma- dier entworfen, der in ftrengen Formen und aufftrebenden Be- fchriftungsaufbauten das ftrenge und harte Leben der Arbeiterfchaft fehr gut und wirkungsvoll mit die- fem Bau fymbolifierte und in dem