Entwurf: Karl Koch, Hamburg Farbenharmonie und Farbenmifchen Das neuzeitliche Arbeiten mit genau ermittelten Farbenklängen ift ein umfangreiches und für den Ungeübten zum Teil fdiwieriges Gebiet. Es in Form eines Auffatzes reftlos und allgemein verftändlich zu bringen, ifl nicht möglich. Im allgemeinen hat mit der Farbenharmonie in erfter Linie der Entwurfstediniker zu tun. Für diefen und auch für den Akzidenzfetzerbedeutet das Sudten von Farbenklängen mittels des Farbenkreifes unter Berückfichtigung der ent- fprechenden Leitfätze ohne Zweifel eine wefent- liche Erleichterung, befonders dann, wenn nach demFarbenkreisabgeftimmteFarben vorhanden find. Der Farbendrucker, der feine Nuancen zu- meift nach der Vorlage des Entwurfstechnikers abzuftimmen hat, kommt mit der eigentlichen Farbenlehre erft in zweiter Linie in Berührung. Er darf in den felteneren Fällen die Gefetze der Farbenharmonie eigenmächtig anwenden und wird bis zur Verwirklichung der Druckfarben normung nach den alten Grundfätzen zu arbei ten haben, und dies vielleicht noch fehr lange, fo daß es lieh verlohnt, die bis jetzt gehand- habte Praxis über Farbenharmonieund Farben mifchen in kurzen Zügen vor Augen zu führen. Wir beginnen mit der Symbolik der Farben. Rot ift das Sinnbild von Liebe, Freiheit und Sieg; Gelb ift das Sinnbild für Pracht und Reichtum, auch Falfchheit und Neid; Grün ift die Urfarbe der Natur, das Symbol der Hoffnung; Blau be- deutetGlaube,Treue,Sehnfucht (die blaueBlume verkörpert d ie Romantik); V iolett ift Trauer und Buße; Weiß verfinnbildlicht die Reinheit und Unfchuld; Schwarz ift der Ausdruck für Ernft, Tod und Trauer. Es gibt Grund-, Haupt- oder