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Dienstag, den 15. October 1878 Voigt. Aß Li." Königliches «SerichtSsmt daselbst Thiemann In der Nacht vom 8. zum 9. Juni dies. Jahres sind von einem Gartenzaun eines Gutes in Leckwitz folgende zum Trocknen aufgehängte Sachen, als: 1. ein braunes kattuncs defectes Kopftuch, 2. zwei grau und schwarz carrirte wollene Schürzen mit blaüeut Bande, 3. eine graulcinenc, noch gute Mamisschürze mit Latz und einem -lauen Bande, 4. eine graulcinene ausgcbesserte Schürze mit grauem Battd and 5. ein altes braunes kattuncs Kopftuch V ? spur- und verdachtlos gestohlen worden, was Behufs Ermittelung der Diebe und WiÄMerlangung der gestohlenen Sachen zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Strehla, am 8. Oktober 1878. A- Urschenit m Riesa wöchentlich dreimal: Dienstag, Dvnnerstaa und Sonnabend. — tlbonnementspreis vierteljährlich I Mark LS P!a. — Bestellungen nehmen alle «aiserl. Post-Anstalten, die Srxeditionrn in Riesa und Strehla (E. L ckon), sowie alle Bolen enigcgrn. - Inserate, weläir bei dem auigebresteten Leserkreise eine wirksame Berüssentlichung finden, erbitten wir uns bis LastS vorher Vormittags tu Uhr. — Inseriion«bct,age von unbekannten auSwüttiqen tlustraggebern werden, wenn dieselben nicht in Postmarken beUlegrn, per Postvorschutz erhoben. Umschau. Nach »eueren Informationen wird der Kaiser erst zu Anfang des November oder vielleicht auch erst in der Mitte dieses Monats nach Berlin zurückkehren. Diese Anordnungen finden ihre Erklärung in den Rath schlägen der kaiserlichen Leibärzte. Denn der Gesund heit des Monarchen ist es gewiß am zuträglichsten, daß derselbe das diesjährige schöne Herbstwetter so lange als möglich genießt, wofür sich in Baden-Baden und später m Wiesbaden mehr Gelegenheit findet als in der Reichshauptstadt Berlin. AIS gewiß gilt im Uebrigen die Nachricht, daß der Kaiser nach der Rück kehr in seine Residenz die Regierung wieder übernehmen wird. — Das gesammte Interesse in unserer inneren Politik concentrirt sich gegenwärtig aus alle die ReichS- tagSverhandlungen, wo in der zweiten Berathung des SocialistengesetzeS die entscheidenden Würfel fallen. Die Redekämpfe, welche sich während dieser parlamentarischen Epoche entwickelt haben, können unmöglich alle hier nam haft gemacht werden und wir müssen «nS begnügen, der Reden Erwähnung zu thun, die am fruchtbarsten wirkten und die Angriffe der Gegenparteien zu Schanden machten. DaS Hervorragendste leistete in dieser Be ziehung ohne Zweifel der Reichskanzler Fürst Bismarck, freundlichen Parteien zu erzielen. Im weiteren ver laufe der Reichstagssitzungen tischte der socialdemo- kratische Abg. Haffelmann in einer langen Rede den ganzen Phrasenkram der Socialdemokrane auf, wobei er sich einer Menge Abschweifungen schuldig machte, die den Reichstag in Entrüstung brachten. Eine vor treffliche Erwiderung und Kennzeichnung der von den Socialdemokraten geschaffenen Lage gab dann der Abg. Löwe-Kalbe. Das Ereigniß des Tages war jedoch die wahrhaft staatsmännische Rede deS Abg. von Bennigsen, welche die Stellung der nationalliberalen Partei zum Socialistengesetz und im weiteren Sinne deren Aufgabe im Reichstage beleuchtete, wobei er dankend hervorhob, daß Fürst BiSmarck die Gleichberechtigung der Conser- vätiven und Liberalen in ihrer Stellung zum Reiche und der Regierung anerkannt habe ; daß also eine An- . nährung dieser Parteien entschieden zu befürworten sei. Der Paragraph 1 des SocialistengesetzeS wurde schließlich mit einer Majorität von circa 50 Stimmen angenommen und wurde dadurch die Annahme des Gesetzes durch den Reichstag überhaupt angebahnt. Freiconservativen und sämmtlrche Liberal«, sowie einige Hospitanten der Fortschrittspartei und einige elsäffer Autonomiflen, dagegen stimmten daS Eentrum, die Fortschrittspartei, die Demokraten, die Socialdemokraten, zwar 14 Tage lang bis zum 30. October dieses Jahres. Diejenigen, welche das Recht haben, das Geschwo Riesa, den 10. Oktober 1878. Es ist neuerdings wiederholt vorgekommcn, daß Fortbildungsschüler.an öffentlichen Tanzvergnügungen Theil genommen haben. Die Amtshauptmannschasc sicht sich daher veranlaßt, die Bestimmung in 8 11 des Tanz-Regulativs, vom 25. September 1876, wonach der männ lichen Jugend vor erfülltem 17. Lebensjahre die Anwesenheit bei dergleichen Tanzvergnügen überhaupt untersagt ist, mit dem Bemerken, daß dieselbe ganz besonders auch für die Fortbildungsschüler Geltung hat, hiermit in Erinnerung zu bringen. Insbesondere wird es den Herren Gemeindevorständen zur Pflicht gemacht, keine Uebertretung des in Rede stehenden Verbots zu dulden, Zuwider handelnde unnachsichtlich zu bestrafen und die. betreffenden Wirthe nach Befinden zur Anzeige zu. bringen. Die Bezirks-Gendarmerie ist angewiesen worden, streng auf Beobachtung, der gedachten Bestimmung zu sehen. Königliche Amtshauptmanuschaft Oschatz, den 7 Oktober 1878 v. Metzsch. Control-Bersammluugen. Die diesjährigen Herbst-Control-Bersammlungen in den Gcrichtsamts- und Stadtbezirk Rresa, finden vor dem Tchützeuhause daselbst wie folgt statt: ,, . Freitag, den 1. November dieses Jahres Vormittags '/«» Uhr sämmtlrche Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes aus den Orschaften: Rödcrau, Lessa, Bobersen, Zeithain, Radewitz, Glaubitz, Sageritz, Langcnberg, Nünchritz, Zschaiten, Grödel, Moritz, Promnitz, Gröba, Forbergc, Ober-Reußen, Pochra, Merzdorf, Weida, Pausitz, Oelsitz, Jahnishausen und Böhlen. Freitag, den 1 November dieses Jahres Nachmittags »/«L Uhr sämmtlrche Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubtensiandes aus den ' Ortschaften: Mehltheuer, Pahrenz, Kobeln, Prausitz, Heida, Gostewitz, Nickritz, Göhlis, Leutewitz, Poppitz, Mergendorf und dem Stadtbezirke Riesa. Die Militärpapiere sind mit zur Stelle zu bringen. Orden, Ehrenzeichen, Kriegsdenkmünzcn rc. sind anzulegen. Ordres werden nicht erlassen und ergeht demzufolge ast die Herren Gemeinde-Borstände das Ersuchen, die in ihren resp. Ortschaften aufhält lichen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, zu welchen auch die zur DiSposmvn der Ersatz-Behörden Entlassenen gehören, zum pünktlichen Erscheinen bei den vorgedachtcn Controlen, durch Anschläge in öffentlichen Localen zu veranlassen. Meißen, am 1. Oktober 1878. Königliches Landwehr-Bezirks-Commando. von Mandelsloh, Oberst.* EUMall und Anzeiger. Amtsötatt der Lönigl. Ämtshauptmannschaft Großenhain, der Lönigl. Gerlchtsämter Mesa und Strehla, sowie des Stadtraths -n Uitsa and Ltadtgemeinderaths M Strehla. Druck und Verlag von Langer L Winterlich in Riesa. Für die Redactton verantwortlich: T. Langer in Riesa. ^122 Die revidirtc Urliste der zum Amte eines Gcschworuen befähigten Einwohner hiesiger Stadt liegt in unserer Expeditton zur Einsichtnahme aus und . „ , , , , ieschwörnenamt abzulehnen und davon Gebrauch machen wollen, haben ihre diesfallfigen Gesuche bis zum obigen Termine bei Verlust dieses Rechtes bei uns einzureichen. Der S t a d t r a t h. Sieger, Bürgermeister. indem er näher auf das Wesen der Socialdemokratie einging, deren Führer mit dunkeln Versprechungen, die sie niemals erfüllen können, die Mafien bethören und der halbgebildeten, unzufriedenen Menge den Glauben an Gott, an das Vaterland, an die Familie und daS Besttzthum nehmen, so daß der mit den socialdemo kratischen Phrasen großgefütterte Mensch schließlich mit Faust spreche: „Fluch sei der Hoffnung ! Fluch dem Glauben! und Fluch vor Allem der Geduld! Im wei teren Verlaufe seiner meisterhaften Rede bedauerte dann Fürst Bismarck, daß wir in Deutschland nicht weniger als acht Parteien hätten, welche der Regierung die Verhältnisse außerordentlich erschwerten. Wenn eS nun in Deutschland nicht, möglich sei, wie in England nur zwei Parlamentsparteien zu haben, so wünsche er (Fürst Bismarck), daß die drei Fraktionen (Conservative, Reichs partei und Nationalliberale), welche überhaupt an den staatlichen Zwecken der Regierung mitarbeiteten, nicht nur bei der Borlabe des SocialistengesetzeS, sondern überhaupt zum Widerstande gegen alle Stürme, die dem Reiche drohen, sich verbinden möchten. Darauf hin hat auch der Abg. v. Schmidt von der deutschen Reichspartei seinen Antrag zu Gunsten deS konserva tiven Antragch pt Paragraph 1 deS SocialistengesetzeS zurückgezogen, um estre größere Einigkeit in den reich--