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Pariser Modelle von Radsport-Kostümen. Aus dem Sport-Modenhaus H. Fraenkel, Paris, 28 Rue du Quatre Septembre. (Beschreibung der Kostüme im „Ratgeber“ Seite 42.) Schliesslich hatten wir unser Ziel erreicht: ein neuerbautes Jagdschloss des Kaisers, das der Besichtigung offen steht. Nun aber die Sorge um die Räder! Wenn man sie uns inzwischen entführte! „Aber ich kann Jhnen eine Sicherheitskette geben,“ sagte Fräulein Paula freundlich. „Ganz schön — aber doch wohl nicht für acht Räder?“ So boshaft ist die menschliche Natur, dass sie sich frOut, wenn die Helferin, die allen ge holfen, nun endlich festsitzt. „Nein, aber für sechs, wenn man sie dicht nebeneinander stellt. Hier.“ Und aus dem Wachstuchbeutel kriecht es geschmeidig und schlank wie eine blitzende Schlange, eine lange, lange, ganz dünne Kette. „Ach. das Dingelchen! Das ist wohl Ihre Fächerkette?“ „Versuchen Sie, ob Sie sie zer reissen können!“ Fünf Männerkräfte versuchen sich vergeblich daran, die Kette hält ihnen stand. „Echt englischer Stahl,“ sagt das junge Mädchen, nun. wirklich ein bis chen stolz. „Fräulein Paula, Sie sind eine Fee. eine Zauberin, nein noch mehr, Sie sind eine ganz famose Dame,“ ruft der Münchener Bildhauer hingerissen. Er selbst ist im Besitz einer Sicherheits kette, die für zwei Räder reicht, und nun konnte man das Jagdschloss von innen besichtigen. Aber eine Lauheit hinsichtlich des zu einer glänzenden, als bei einem Wettrennen der Kaiser der Baronin die Ehre erwies, sie in ihrer Loge aufzusuchen, ihr dann den Arm reichte 'und sie zur Kaiserin geleitete, welche sich längere Zeit mit ihr unterhielt. Bald zählte sie mit ihrem Gemahl'zu den populärsten Erscheinungen Budapests. Baron Edelsheim, der durch die Adoption durch den Grafen Gyulai ein sehr reicher Magnat geworden, hatte es nicht zum geringen Teile den gesellschaftlichen Talenten seiner Ge mahlin zu verdanken, dass er in Budapest bald zu den be liebtesten Generalen zählte. Baronin Edelsheim lenkte stets die Aufmerksamkeit der vornehmen Gesellschaftskreise auf sich, sei es, dass sie in ihrem eleganten Cabriolet, das sie mit Grazie und Schneidigkeit lenkte, sei es, dass sie im Aktionärraum des Wettrennplatzes sich zeigte oder aber als chike Radlerin er schien. Das reizende Bild, welches die Titelseite unserer heutigen Nummer schmückt, zeigt Baronin Edelsheim auf ihrem Rade, das sie mit Anmut und Grazie beherrscht. Als eifrige Förderin des Radsports der Damen verstand sie es, in den hohen Ge sellschaftskreisen von Budapest in wirksamster Weise für die Pflege des Radsports Propaganda zu machen. Ihr Gatte Baron Edelsheim starb im Jahre 1893. Ihr nunmehriger Bräutigam, Fürst Lobkowitz, steht gegenwärtig im 60. Lebensjahre. Eine Radlerin comme il faut. Von C. Eysell-Kilbürger. (Schluss.) (Nachdruck verboten.) "^Ir 1 >er sie war nicht nur zuvorkommend, praktisch, liebenswürdig, jlfij sondern reizend und graziös; sie schien eins mit jhrem Rade, T das sie leicht und flink über den holprigen Pfad dahintrug. Es war eine Lust, dem heiteren Geschöpf nachzuschauen. eigentlichen Zweckes der Fahrt hat sich unserer bemächtigt; wir beiden Frauen sind es, die der allgemeinen Stimmung Ausdruck geben: „Fräulein Paula, lassen Sie uns die Wunder tasche bis zum Grunde sehen!“ „Da ist vermutlich nicht mehr allzuviel zu sehen, das Fräulein wird sich endlich ausgegeben haben,“ wirft ein Herr herausfordernd ein. „Doch nicht — wollen die Herrschaften nicht Platz nehmen?“ Da sitzen wir nun auf der kurzen Grasnarbe des Bodens unter lang aufgeschossenen Kiefern; die Hitze brütet um uns, wir atmen den schönsten Kiefernadelextrakt, und vor uns dehnt das Jagdschlösschen Sr. Majestät seine schmucke, im Schweizer stil gehaltene Holzfacade, — aber wir haben keine Augen dafür, denn Fräulein Paula hockt vor uns und in ihren Händen ruht der wunderthätige Wachstuchbeutel — ein höchst einfaches Gebilde, in der Mitte von zwei Ringen aus starkem schwarzen Gummiband zusammengehalten, oben und unten mit schwarzen Wollbändern zum Anknüpfen an den Rahmen versehen. „Zuerst meine Herrschaften: ein Nähnecessaire, Ihnen zum Teil schon bekannt, blaue Seide, weisser Zwirn, schwarzer Zwirn, Nähnadeln, Fingerhut, schwarze und weisse Stecknadeln, dazu ein paar Knöpfe, ein Stückchen schwarzes Band. Ferner: ein Notizbuch, Visitenkarten, Postkarten, ein Blei stift; dann ein zusammenlegbares Messer mit doppeltem Gehäuse, an dem sich nie jemand verletzen kann. Dazu das Gegenstück: eine Schere mit Elfenbeingrift', die ebenfalls doppelt zusammen zulegen ist; an ihrer Seite befindet sich eine Nagelfeile.“ Sie nimmt jedes Stück mit spitzen Fingern auf und hält es zur Besichtigung in die Höhe. „Jetzt kommen wir zu den Toiletten utensilien. Das Seifenpapier sahen Sie schon, leider hatte ich