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bei chronischen Entzündungen. Doch muss man hier auch bei der Beurteilung überlieferter Fälle besonders vorsichtig sein. Ueber günstige Erfolge bei chronischen Erkrankungen be richtet ferner Mackenrodt; Dickinson (Bicyclingforwomen from the standpoint of the gynae- cologist. Amer. journ. of ob. Vol. 131) glaubt, dass Radfahren manche Beckenerkrankungen heilen kann, sobald Muskelaktion überhaupt nützlich ist. In Fällen von Anomalien des Unwohlseins, bezüglich Bestehen oder Nichtbestehen, Intensität, Dauer, Intervallen, Schmerzen, wirkt das Radfahren gewöhnlich günstig ein. Es ist natürlich auch hier wieder eine sichere Prognose im einzelnen Falle nicht möglich, und man sieht öfters auch Frauen, bei denen das Radfahren in dieser Hinsicht entgegengesetze Wir kung hervorbringt. Die günstige Wirkung auf gewisse Formen wird in der Litteratur auch be sonders hervorgehoben, so von Mackenrodt, Theilhaber, F1 o e 1 (Das Radfahren vom gynä- kologischenStandpunkt. Deutsche med. Wochenschrift, 1896) und anderen. Kunstfahrer Herr Ferdinand Zorn, Odessa, Besitzer von 130 Ehrenzeichen. Nach einer Photographie aus dem Atelier N. Antopulo, Odessa. den Fussball-, Lawn-Tennis- und Cricketsport. Nach der Rad rennbahn zu befinden sich die heizbaren Aufenthaltsräume, im Sommer den Radlern und im Winter den Schlittschuhläufern dienend, mit grossen Stichbogen fenstern versehen, welche eine bequeme Uebersicht des Platzes gestatten. In den nach der Bürger wiese zu gelegenen Räumen werdenRestaurationsräume unter gebracht, die jedoch unabhängig von den übrigen Aufenthalts räumen bleiben sollen. Wasch gelegenheit ist sowohl für Damen wie für Herren reichlich vor gesehen. Die Mitte des lang gestreckten Baues durchschneidet die breite, bequeme Einfahrt, in deren Eingang sich rechts und links Kassenräume befinden, die jedoch nur bei besonderen Ge legenheiten, hauptsächlich aber im Winter zur Eislaufzeit in Be nutzung genommen werden. An den beiden äussersten Schmal seiten führen breite Bohlenwege nach dem Souterrain, in dem sich die Fahrrad-„Garderobe“ be findet. Ueber die gegen mässiges Entgelt einzustellenden Räder wird ein Beamter der Stadt oder des Wirtes die Aufsicht über nehmen. Leichte Erschlaffungszustände halte ich für keine Kontra indikation; sie sollen, besonders nach Angabe der ameri kanischen Aerzte, sogar durch Radfahren öfters zur Heilung gebracht worden sein; ich muss sagen, dass mir die Möglichkeit einer Besserung in Hinsicht darauf, dass es durch gymnastische Uebung zur lokalen Kräftigung kommen kann, nicht unglaublich erscheint. (Fortsetzung folgt.) Sportbrief aus Dresden. Dresden, am 7. Juli 1899. un hat sich’s wieder einmal zum Regnen ein gerichtet. Tag für Tag geht es leise nieder, grau in grau erscheint alles, richtiges echtes Ibsen-Wetter. Da steht mein treues Radel miss vergnügt in der Ecke, und ich finde Musse, den lieben Leserinnen und Lesern des allbeliebten Sportblattes „Radlerin und Radler“ wieder etwas aus Dresden zu berichten. Auf dem Sportplatz an der Lennestrasse ist auf Anregung des Herrn Oberbürgermeisters Beutler aus Mitteln der Güntz-Stiflung ein Sportspalast errichtet worden, der in mannig fachster Weise den Bedürfnissen der Radler entgegenkommt. Das nach den Plänen des Herrn Stadtbaumeisters Mebius errichtete ein stöckige Gebäude befindet sich am Kopfe der Rundbahn, die im Winter auch dem Schlittschuhsport dienstbar gemacht wird und darum mit Bogenlicht versehen ist. Gemäss der doppelten Bestimmung des Platzes ist auch dem Sportspalast eine mehrfache Benützung zugedacht. Das in teilweise japanisierenden Formen errichtete Gebäude enthält Garderobe- und Aufenthaltsräume getrennt für die Benutzer der Radrennbahn, der Spielplätze für Die Lage des Sportspalastes ist die denkbar günstigste. Der reichlich Luft und Licht einlassende, teilweise aussen mit Holz verkleidete Bau mit seinem freundlichen hellen Ziegeldach schmiegt sich vortrefflich in die Landschaft und die prächtigen, alten mit Mistelzweigen überfüllten Linden der Bürgerwiese bilden den denkbar wirkungsvollsten Hintergrund. So ist denn in Dresden dem Radfahrsport abermals eine glänzende Konzession gemacht worden. Wenn es auch im letzten Ende Verkehr erleichternde Erwägungen waren, die die Ablenkung des Radfahrsports von verkehrsreichen Strassen be zwecken, so blickt doch das Dresdener Radlervolk dankbar zu seinem Stadtoberhaupte auf, das so lebhaft auf seine Bedürfnisse einzugehen vermag. Es bleibt aber immerhin wünschenswert, dass die Polizei behörde auch einmal ein Einsehen hätte und einige thatsächlich verkehrsarme Strassen dem Radfahrverkehr freigäbe, umsomehr, als grade diese Strassen die Zufahrt zu der „Radelbahn“ im Grossen Garten bilden. Emmy Lehmann. Sportbrief aus Cassel. Offene Antwort auf den „Sportbrief aus Hannover“ von Rosa Reitzenstein. Cassel, den 27. Juni 1899. ehr verwundert waren wir hier in Cassel, dass Hannover, VjgSS) welches unter allen Grossstädten verhältnismässig die grösste Zahl radelnder Damen aufweist, noch keinen eJf Damen-Verein besitzt; haben wir doch sogar hier in Cassel mit seinen höchstens 1200 Radlerinnen, welche immer noch sehr unter den herrschenden Vorurteilen zu leiden haben, seit drei Monaten einen Damen-Verein! Freilich wird auch dieser von vielen Seiten scharf kritisiert, und es gehört daher