Volltext Seite (XML)
Mitglieder der Radfahrer-Vereinigung „Adler“, Tilsit, auf dem 1OO OOO. „Adler“-Rade der „Adler“- Fahrradwerke vorm. Heinrich Kleyer, Frankfurt a. M. zappelige kleine Radlerpüppchen auf winzigen Rädchen weiter strampelten. Auf der anderen Seite, gegen das Höllenthal zu, führt es nicht so steil hinunter. Für mich giebt es keinen grösseren Genuss, als das schnelle Bergabfahren, so unklug und gefährlich es auch sein mag. Und davon will ich meinen lieben Mitradlerinnen in der nächsten Nummer etwas erzählen, was ihnen vielleicht in ähnlichem Falle als Warnung dienen mag. (Fortsetzung folgt.) Eine Radlerin comme il faut. Von C. Eysell-Kilburger. (Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) an war an Ort und Stelle und hatte sich nun wieder um das Ausladen der Räder zu bekümmern. Aus den meisten Laternen war das Oel geflossen und verbreitete einen abscheulichen Duft nach imitiertem Bittermandelöl. Eine grosse Reinigung musste vorgenommen werden; selbst Laternen haben ihre Schattenseiten. Endlich sass man auf den Rädern, und durch Staub und Sonnenbrand ging es vorwärts. „Welche Hitze!“ Wer es und als Fächer benutzte, und der zudem einen freundlichen farbigen Accent in ihren chiken Anzug — dunkelblauer Rock und loses weisses Piquejäckchen über weissem Batistchemisett — brachte. Das war nett, praktisch und verdiente entschieden Nachahmung. In einem Gehöft wurde Station gemacht. Dort war’s sehr ländlich, Bier und Milch waren die einzigen Genüsse, die sich boten — Gott sei Dank, dass wir uns so gut verproviantiert hatten. Die Pyramiden auf den Herrenrädern wurden abgetragen und aus den Lodencapes enthüllte sich eine Menge essbarer Sachen. Auch Fräulein Paula löste ihr Seidenbündelchen von der Lenkstange, und das, was wir für ein zusammengelegtes Halstüchelchen gehalten, entfaltete sich weiter und weiter und wurde zu einem, die ganze Figur bedeckenden Regenmantel — allerfeinste, imprägnierte englische Seide, die nicht zerknittert, sich aufs engste Zusammenlegen lässt und so gut wie gar kein Gewicht hat. Aber dieser Wundermantel war nur die äussere Haut gewesen, sein Inneres barg sorgfältig präparierte Weiss brötchen, Radfahrkakes und Peptonpastillen, alles so raffiniert in einander geschachtelt, dass es den denkbar kleinsten Raum irgend verstand, „einhändig“ zu fahren, wehte mit dem Taschen tuche; die hübsche Paula jedoch griff in den linken Schlitz ihres Rockes, nestelte an einer dünnen Metallkette und brachte dann einen japanischen Fächer hervor, den sie je nach Bedarf als Sonnenschirm einnahm. Und das beste war, dass all die Sachen sich in der luftabsperrenden Umhüllung voll ständig frisch und kühl erhalten hatten. „Himmel, ich habe wahr haftig mein Rauchkraut vergessen — das ist aber doch zu arg!“