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Bauern am Kälberstein bei Schirgiswalde ihr Jungvieh geweidet Haben. Die Entwicklung des Namens müssen wir uns eher folgendermaßen vorstellen: Kalme Steine, Kal- wensteine, Kalbensteine, Kälbersteine, und würde kahle, un bewachsene Klippen bedeuten. Die zahlreichen Butterberge unserer Heimat (Bischofswerda, Neukirch, Bühlau usw.) erhärten die Annahme, daß fränkische Kolonisten nach der Rückeroberung des Ostens die Lausitz besiedelten- denn das Stammwort „biunda" ist die fränkische Bezeichnung von Privatweideplätzen, im Gegensatz zu „Allmende", ahd. „alagimeinida", womit man die Gemeindeaue bezeichnet. Hungerberg, Hungerhübel, der Hunger (bei Bischofswerda) deuten auf die Gewohnheit der Hirten hin, das Bich nachts in einen eingefriedigten Platz zu treiben, wo es ohne Futter bis zum Morgen blieb, daher auch „Nachthnt" ge nannt. Von der früheren Deutung des Namens Gickelsberg als Ausguck ist mau allgemein abgekvmmen und hat sie als irrig verworfen- zumal auch das Althochdeutsche nicht den Ausdruck „gucken", sondern „lngen" gebraucht. Im 13. und 14. Jahrhundert bezeichnete man den K uckuck mit „Gigl" und „Gügl". Ist der Name „Gickelsberg" von diesem Worte abgeleitet, so ist es also gleichbedeutend mit „Knckucksberg". Sv wird z. B. auch der „Kickelhahn" bei Ilmenau als „Kncknckshain" gedeutet. Viele Flurnamen forscher stehen ans dem Standpunkte daß der größte Teil aller Namen von Personennamen abstamme, dann würden zusammengehören: Gickelsberg (Neukirch, Neustadt, Puls nitz, Großharthau), Güttelsberg (Lobendau), Jüttelsberg (Kaiserswalde), Jvckelsberg (Lauba, Rvsenhain), Jäckel berg (Tröbigau), Joachimsberg (Hielgersdorf). Auffallend viel Flurnamen tragen Zusammensetzungen mit dem Worte „Fuchs": Fuchsberg (Berthelsdorf, Neu kirch, Spremberg, Neuschirgiswaldc, Röhrsdvrf iu der Tschecho-Slowakei), Fuchssteiurücken (Neukirch), der Fuchs (Ölsa. Obergurig, Kottmarsdorf), Fuchsbelle (Rammenau), der dürre Fuchs (Schmiedefeld), Fuchslöchcr (Schweidnitz, Burkau). Langer-Freiberg stellt fest, daß alle diese Fluren sich an den Ortsgrenzen befinden und somit alte Flur grenzen markieren. Er zieht folgenden Schluß: Der Fuchs als heiliges Tier Donars wurde mit dem Eindringen des Christentums gleich den germanischen Göttern in die ent legensten Gründe, Höhen und Fluren verbannt, wo er mit Geistern, .Kobolden und Unholden sein Wesen treiben konnte. Wohnte jemand in dieser verrufenen Gegend ab seits vom Dorfe, dann sagte der Volksmnnd, es sei dort, wo sich die Füchse „Gute Nacht" sagen. Die örtliche Gerichtsbarkeit wurde von den Ritter- gntsherrschasten ansgeübt. denen in alter Zeit selbst das Recht znstand, die Todesstrafe zu verhängen, wovon sie auch wohl fast immer Gebrauch machten. Bei jedem grö ßeren Dorfe war daher ein Hochgericht aufgestellt, woran noch die Namen „Galgenberg", „Galgenteich", „Gericht" er innern. Die Gerichtsstätte war mit Haselstäben abgemarkt, die oft ausschlugen und eine buschige Hecke um die schau rige Stätte bildeten. — Gleichbedeutend mit „Galgenberg" sind daher die öfters wiederkehrenden Flurnamen wie: Haielberg (Bretnig, Obersteina und Langenwolmsdorf), Häselberg (Seifhennersdorf), Hatzelberg (Neusalza). Da wir unweit der Haselberge manchmal außerdem noch einen Galgenberg finden, so ist der Haselberg der Ort der öffent lichen Gerichtsverhandlung und des „Volksdings". N i e r i ch - Neukirch. „Vnn klecn'n Boahnl", ein Lied in vberlansitzer Mund art, Worte und Weise von Lehrer Curt P i e h l e r - Zittau, ist in dessen Verlage zum Preise von 75 Pf. neu erschie nen. Die Dichtung behandelt humorvoll die Kleinbahn Zittau—Reichenau und eignet sich zum Vortrag bei ge selligen Veranstaltungen. Das KrE-Mauer Sanditetngebtrge lm Spiegel -er neuesten geologischen Anschauungen. (Nachdruck verboten.) Von Werner A n d e r t - Leipzig Gegensätze der Landschaft locken zn geologischer Durch dringung. Die Wahrheit dieses Satzes bestätigt die südliche Oberlausitz. Seit dem Bestehen der Geologie als Wissen schaft ist dieses Landstück ihr Forschungsgebiet gewesen. Warum? Auf gewaltigem Gneis- uüd Granitsockel breiten sich hier neben den Ablagerungen der Bäche, Flüsse, Seen und Gletscher mächtige Basaltrücken aus. Spitze Phonolith- kegel streben empor. Steile Sandsteinschroffcn ragen auf. Ist das nicht Abwechselung genug? Viele Rätsel der Erdgeschichte galt es und gilt es noch ru lösen. Doch nicht einfach ist diese Aufgabe. Zähe Arbeits kraft und wissenschaftliche Erfahrung müssen sich vereinen, nm die Zeugnisse vergangener Tage zu deuten. Urkunden »on Menschenhand schweigen. Nur der Stein oder die viel leicht in ihn eingebetteten toten Lebewesen, Versteine rungen, geben Kunde vom Werdegang der Schotte. Die geologische Forschung steht nie still. Zwar langsam, aber rastlos arbeitet sie. Nm^s wird entdeckt, alte An schauungen werden geklärt und berichtigt. So sind auch in 25 jähriger Arbeit die Früchte gereift, die Hermann A n d e r t - E b e r s b a ch in seinen neuen Werken dar bietet. Eine der hervorragendsten Stellen deutscher geolo gischer Wissenschaft hat sie cwröffentlicht: Die Preußische G c o l o g i s ch e L a n d e s a n st a l t in Berlin. So er schien 1 928 das 146 Seiten, 2 Tafeln und 20 Textabbil dungen umfassende Buch: „Die Kreideablagcrnn- gen zwischen Elbe und I e s ch k e n. I. Das Elb- s a n d st e i n g e b i r g e östlich der Elbe". (Abhand lungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt. Neue Folge, Heft 112). 19 2 9 der zweite Teil des Werkes: „Die K r e i d c a b l a g e r u n g c n zwischen Elbe und I e s ch k e n". Er enthält 227 Seiten, 13 Tafeln. 5 Tabellen, 13 Textabbildungen und führt den Untertitel: „Die n o r d b ö h m i s ch e Kreide z w i s ch en Elbs a n d - steingebirge und I e s ch k e n und das Zittauer S a n d st e i n g e b i r g e". (Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Heft t17.) Neben dem sich im Druck befindlichen umfangreichen Fossilwerk der sudetischcn Kreide veröffentlichte der gleiche Verfasser an anderer Stelle u. a. noch folgende geologische Schriften: 1. „Die Inoccra m en des Kreibitz — Zittauer Sand- st e i n g e b i r g e s. Festschrift des Humboldtvcrcins zu Ebersbach 19l 1"- 2. „I n v c c r a m ns inco n st a n s Woods und verwandte Arten, Zentralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie 1913"- 3. „Z u r Stratigraphie der tnronen Kreide des s ä ch - fischen Elbtales. Abhandlungen des Sächsischen Geo logischen Landesamtes, Heft 4. Leipzig 1927"- 4. „Die geo logischen Verhältnisse der Oberkreibitzer Talsperre. Firgenwald-Reichenberg 1928"- 5. „V cr - werfnngen in der Sächsischen Schweiz? Zen tralblatt für Mineralogie etc. 1929". Wie schon die angeführten Schriften von Hermann Ändert beweisen, beschränke sich sein Arbeitsgebiet haupt sächlich auf die Erforschung des Werdens und Vergehens unserer Sandsteingebirge. Er hat die zu Stein erhärteten Schlamm- und Sandmassen des urzeitlichen Kreidemeeres untersucht. Die grundlegenden Arbeiten umfassen das Ge biet zwischen der Elbe in Sachsen und dem Jeschken. Diese haben sich aber erweitert zur Bearbeitung der gesamten sudetischcn Kreide vom Böhmischen Kohlenbecken, am Süd rande des Böhmischen Mittelgebirges, Lausitzer-, Jser- und Riesengebirges entlang bis zur Heuscheuer im Glatzer Ge birge und weiter am Nordrande des Riesengebirges zurück über das Bober-Katzbachgebirge bis in die Gegend von