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Jahr der Wahl Zahl der Wahl berech tigten Zahl der abgegebenen Stimmen über ¬ haupt auf 100 Wahl- berech- tigte nach der Parteistellung der Kandidaten kouser- vativ, srei- konser- vativ natio« n al- liberal fortschritt lich (ft), deutsch sreisinnig <ds). liberal Ob), sezessto- nistisch (sz) deutsch sozial lds), Rejorm- partei tR) sozial- demo ¬ kra ¬ tisch außerdem zer- split tert un gül tig 1. 2. 3. 4. ! s. s 8. ! 7- 8. 9. 10. It. 713. ländlicher Wahlkreis: Südlicher und südöstlicher Teil der Amtsh. Auerbach. 1869 2 659 816 30,7 ! 379 ! 423 1874 4 3 498 1509 j 43,r >1111 ' 338 1 ___ ! — 1 ! 59 1875 3 427 1021 29,8 429 ! 584 — - — 8 1881 3 608 997 27,s 597 392 — — 8 1887 4 166 1282 30,s 1 279 ! — > — 2 I 1893 5 561 2 26r 40,7 1 782 — / 469 3 j 11 l) 2 Kandidaten: ms und S76 Stimmen. 44. ländlicher Wahlkreis: Nordwestlicher, südlicher und südöstlicher Teil der Amtsh. Plauen und nordwestlicher Teil der Amtsh. Auerbach. 1869 3 955 2 204 55,7! 933 lb 760 1871 3 948 1618 41,o! 1 312' — lb 277 — ! — 27 2 1877 4 227 1223 28, g! I 116 — — — — 104 3 1883 4 434 1682 37,g 1 421? — ! st 260 — — — 1 18831 4 382 1662 37,s 1 662° — — — — — — 1889 4 914 1578! 32,1 1 431 — — — 143 — 4 1895 5 592 2194 39,2 1 982 — — — 210 — 2 1) 2 Kandidaten: 1 209 und 103 Stimmen. L) 9 Kandidaten: 11S7 und 284 Stimmen. 3) 3 Kandidaten: 945, 504 und 213 Stimmen. 45. ländlicher Wahlkreis: Amtsh. Ölsnitz, ein Ort der Amtsh. Auerbach. 1869 3 732 1846 49,s!! 1 547 1875 4 040 1275 31,8 — st 1 185 — — 90 ! — 1881 4 251 1320 31,1 1 305' - — — — 15 — 1887 4 387 1182 26,S 1 170° — — — 12 — 1893 5 129 1482 28,s 1197 , — — — 273 10 2 1) 2 Kandidaten: 915 und 390 Stimmen. 2) 2 Kandidaten: 699 und 471 Stimmen. (Fortsetzung des Textes von S. s.) sondern auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl erheblich gewachsen; es betrug im Jahre die Bevölkerung im Jahresmiitel die Zahl der Wahlberechtigten überhaupt auf 1000 Einw. i. 1869 1895 2 476 100 3 755 000 8. 244 594 536 0001) 4. 98,8 142,7 Die Zunahme von 98,8 auf 142,7 Prozent der Bevölkerung ist in erster Linie, vielleicht ausschließlich, aus dem steten Wachsen des Wohlstandes auch in den unteren Schichten, wie es sich auch in der Einkommensteuerstatistik zeigt, zu erklären, und nicht etwa aus dem häufiger gewordenen Erwerb der Staatsangehörigkeit oder einer sonstigen Verminderung der nichtstaatsangehörigen Elemente. Denn wenn auch genaue, den ganzen Zeitraum um- 1) Für diejenigen Wahlkreise, für die die Wählerzahl von 1895 nicht sestgestellt worden ist, weil dort in diesem Jahre keine Wahlen statt gesunden haben, ist die Wählerzahl bei der zuletzt vorhergegangenen Wahl, nebst einem der Bevölkeruugsvermehrung ungefähr entsprechenden Zuschlag, angenommen worden. ! fassende Angaben über das Verhältnis der nicht im Besitz des ! Staatsbürgerrechts befindlichen Personen zu den Sachsen nicht ! vorliegen, so hat sich dasselbe doch zweifellos zuungunsten der Sachsen verändert, da die Zahl der nicht in Sachsen Geborenen unter 1000 Einwohnern allein von 1885 bis 1900 von 100,8 auf 142,3 angewachsen ist. So darf man denn aus den an geführten Zahlen der Wahlberechtigten schließen, daß das Zensus wahlrecht sich dem allgemeinen Wahlrecht von Jahr zu Jahr mehr genähert hat. Was die Wahlbeteiligung betrifft, so zeigt sie fast in allen Wahlkreisen im ganzen folgendes Bild: im Verhältnis zu den folgenden Jahren recht lebhafte Beteiligung bei den Wahlen von 1869, dann Tiefstand in den siebziger Jahren, von da ab wieder Ansteigen bis zur Abschaffung des direkten Wahlsystems?) Die niedrigsten Beteiligungsziffern (siehe Seite 3 Übersicht III, Spalte 4), finden sich hauptsächlich in den größten Städten, wo mehrmals weniger als 10 Prozent der Wahlberechtigten an der Urne erschienen sind?) Die darauf folgende Steigerung war am stärksten in einigen aus kleineren Industriestädten zusammen gesetzten städtischen Bezirken und erreichte im Jahre 1887 im 19. städtischen Wahlkreis den Höchststand von 79,7 Prozent, der aber noch um einiges hinter der höchsten, überhaupt jemals in einem sächsischen Wahlkreise bei Laudtagswahlei?) erreichten Be teiligung von 80,9 Prozent (im Jahre 1869 im 22. städtischen Wahlkreis) zurücksteht. Folgende Zusammenstellung gruppiert die von 1889 bis 1896 vorgenommenen Wahlen nach der Beteiligung. Wahlbeteiligungs ¬ ziffer Wahlen, an denen die vornangegebene Wählerzahl teilnahm, in den Groß städten übrigen städtischen Wahl kreisen ländlichen Wahl ¬ kreisen Wahl kreisen überhaupt 1. 2. 3. 4. 5. bis 40 Prozent — 2 21 23 über 40 - 50 - 7 6 25 38 - 50 - 60 9 18 11 38 - 60 - 70 - 6 9 5 20 über 70 - — 3 1 4 zusammen 22 38 63 123 Eine Wahlbeteiligung, die 40 Prozent der Wähler nicht überschritt, kam in städtischen Wahlkreisen zuletzt 2 mal im Jahre 1889, seitdem aber nur noch in landwirtschaftlichen, ländlichen Kreisen vor. Wir haben bereits im Jahrgang 1903 (S. 60/61) auf Grund verschiedener Tatsachen der Bevölkerungs- und der Wahl statistik die höchste unter normalen Verhältnissen überhaupt zu erwartende Wahlbeteiligung für die Städte auf 75 bis 80, für das Land auf etwa 85 Prozent geschätzt, da eine erhebliche Zahl von Wählern durch Abwesenheit, Krankheit usw. verhindert zu sein Pflegt. Wenn die Beteiligungsziffern noch um mehrere 1) Besser als in Spalte 5 der Übersicht I läßt sich die Zunahme der Wahlbeteiligung seit 1871 in Übersicht II verfolgen, in welcher die Wahlkreise, die gleichzeitig zu wählen hatten, zusammengestellt sind. 2) 6,s Prozent im Jahre 1875 (Ersatzwahl) in Dresden 4., 8,8 im Jahre 1871 in Dresden 3. und 8,o im gleichen Jahre in Chemnitz 2., dann 8,o Prozent 1877 im 1. ländlichen Wahlkreis sind die niedrigsten Beteiligungsziffern. 3) Bei den Reichstagswahlen in Sachsen überstieg die Beteiligung in neuerer Zeit meist 80 Prozent (siehe hierzu Statistisches Jahrbuch für das Königreich Sachsen 1905, S. 232).