10 werden", darf auch dem dortigen Pastorensohne von 1910 für sein junges Leben gelten. Als ein anfänglich zartes Kind ließen ihn die mütterliche Pflege, viel Aufenthalt auf den Gütern von Ver wandten und nicht zuletzt St. Afras Pflege körperlich und geistig wohl ge raten. Alle die sportlichen Betätigungen in Turnen und Wandern, in Schwim men und Rudern, wozu St. Afra reichlich Gelegenheit bot, hat er fleißig benutzt. Besonders war es die Ent wicklung und Schulung der geistigen Kräfte, wozu ihm der Erziehungsplan und die Art der Schule verhalf in straffer Konzentration der Kräfte zu frischem Anpacken und klarer Durchführung der gestellten Aufgaben. Seinen Lehrern, die ihm darin helfend und fördernd zur Seite standen, hat er sich mit Dank verbunden gefühlt, mit besonderer Verehrung seinem treuen Tutor Herrn vr. Lorenz. Nicht minder erwuchs ihm im Kreise und Umgänge mit seinen Klaffen-und Altersgenossen manch gute Kameradschaft und Freundschaft, und in seinem Elternhause sind des öfteren fröhliche Stunden mit ausgebetenen Klaffenbrüdern verbracht worden. Gern benutzte er darum auch später die Ge legenheit, das Schulfest zu besuchen, und in besonderer Freude äußerte er seine Erwartung auf das Schulfest 1943, wo die vierte Zentenarfeier der Schule mit der zweiten Dezennalfeier seiner Klasse zusammenfallen würde. Seinem stillen Wunsche, Soldat zu werden, stand der Vertrag von Versailles entgegen. Den hohen körperlichen Anforderungen an den Osfiziersersatz war er mit seiner Kurzsichtigkeit nicht gewachsen. So erwählte er nach bestandenem Maturus Ostern 1929 das juristische Studium und bezog zunächst mit seinem Klassenbruder Friedrich Kirchhübel die Universität Innsbruck, wo neben dem Studium so manche Fahrt in die Schnee- und Eisregionen unter nommen wurde, die Körper- und Willenskräfte stählte. Als sie bei Fortsetzung des Studiums in Leipzig in der Landsmannschaft „Grimensia" aktiv wurden, lernten sie die Klinge zu führen, dabei Ruhe und Sicherheit, Mut, Entschlußkraft und Ausdauer sich an eignen. Zum wissenschaftlichen Durchdringen und Aneignung der einzelnen Rechtsgebiete hatte ihm St. Afra eine gute Grundlage und Ausrüstung gegeben, daß er mit gutem Erfolge zur festgesetzten Zeit das Studium abschloß. Die Vorbereitungszeit führte ihn als Referendar an die Amtsgerichte Kötzschenbroda, Großschönau und Großenhain, zum Landgericht Freiberg, Einführung in die Amts tätigkeit nach Dresden und in die Verwaltung zur Amtshauptmann schaft Meißen. Den Abschluß bildete die Tätigkeit am Oberlandes-