36 Leo Falck aus, der Fliegeroffizier wurde und über Madrid im Luftkampf sein Leben für Spaniens Kampf gegen den Bolschewismus und damit auch für Deutschland hingab. Mit besonderer Freude hat er immer die Sommerlager bei den Pfadfindern, im Jungvolk und bei der HI. mitgemacht, vor allem aber sind für seine innere Entwicklung die großen Reisen nach Dänemark, Italien und der Schweiz von Bedeutung gewesen. Auch seine alljährlichen Erntehilfen auf dem Gute seines Onkels bei Torgau haben für ihn immer Höhepunkte des Erlebens bedeutet. Seine Liebe zur Natur und Freude am positiven, praktischen Schaffen gingen soweit, daß er einmal überlegte, wenn er aus irgendwelchen Gründen nicht als Offizier angenommen würde, daß er sich dann der Landwirtschaft widmen wollte. Ueberall, wo es nötig war, griff Ortwin zu, keine Arbeit fand er, im Hause sogar noch als Leutnant, etwa unter seiner Würde, ob es galt, einmal rasch den Tisch zu decken, Schuhe zu putzen, mit dem Handwagen Gepäck vom Bahnhof zu holen oder Holz zu hacken. Für die Geschwister war er stets der treue Helfer und Berater, der verständnisvoll mit den beiden Jüngeren umzugehen wußte, ihre Nöte nachfühlte und mittrug. Auch der älteren Schwester wie den gleichaltrigen und älteren Freunden war er mit seinem geraden Charakter und gesunden Urteil oft Halt und Führer. Schon als Sechzehnjähriger hatte er reges Interesse und weitgehendes Verständnis für die Innen- und Außenpolitik des Führers. Seine Begeisterung über den Anschluß Oesterreichs an das Altreich erfüllte ihn so lebhaft, daß nichts an deres mehr Raum in seinen Gedanken hatte. Am 13. März 1938 finden sich in seinem Tagebuch Eintragungen, die die Weiter entwicklung der Beziehungen zur Tschechoslowakei richtig voraus sehen bzw. Voraussagen. Noch stärker bewegt ihn, wie aus seinem Tagebuch hervorgeht, das Treffen Hitler—Chamberlain vom 30. September 1938 in München. Ortwin ist glücklich, daß er einem starken männlichen Volke angehört. Starke Freude erfüllt ihn besonders, als im Frühjahr 1939 seine körperliche und geistige Eignung für den Offiziersberuf fest gestellt und er vom Oberkommando der Wehrmacht angenommen wurde. Zur Vorbereitung dafür besuchte er in den großen Ferien 1939 fünf Wochen lang die Motorsportschule des NSKK. Sachsen in Schloß Hof bei Oschatz, wo er den Führerschein 2 erwarb. Dieser setzte ihn bei Eintritt der Mobilmachung 1939 in den Stand, sofort für das Wehrbezirkskommando Meißen als Fahrer einige Tage lang Mobilmachungsbefehle auszufahren. Mithelfen an dem großen Werk war ihm natürliches Bedürfnis. Nachdem er am 25. November 1939 von seiner Schule mit dem Reifezeugnis entlassen worden war, trat er am 1. Dezember 1939 bei seiner Truppe, der motorisierten Aufklärungseinheit 4 in Sondershausen als freiwilliger Bewerber für den Offiziersberuf ein. Wenn er in den wenigen Tagen seines Dienstes bis dahin