Suche löschen...
Eibenstocker Tageblatt : 21.01.1932
- Erscheinungsdatum
- 1932-01-21
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426616677-193201219
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426616677-19320121
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426616677-19320121
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Eibenstocker Tageblatt
-
Jahr
1932
-
Monat
1932-01
- Tag 1932-01-21
-
Monat
1932-01
-
Jahr
1932
- Titel
- Eibenstocker Tageblatt : 21.01.1932
- Autor
- Links
- Downloads
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
sich ein kassenmäßiger Zuschußbedarf von 14 510000 Mart ergibt. Dieses Defizit, das lediglich auf den Ausfall an Steuereinnahmen zurückzuführen ist, würde sich im Falle einer Erhöhung der Ausgabevorbehalte im Laufe eines Rechnungsjahres noch rechnungsmäßig erhöhen. WilSdruff. Ein rabiater Bursche. Ein Guts besitzer in Lampersdorf hatte am Sonnabend vor mittag seinem Melker wegen unliebsamer Vorkommnisse gekündigt. Auf Grund dieser Maßnahme geriet der Melker mit einem Arbeitskollegen und dessen Geliebten in Streit. Als sich am Sonnabend abend die drei Personen in der Gesindestube befanden, zog der Melker plötzlich einen Revolver und gab auf seinen Arbeitskollegen einen Schuß ab, der glücklicherweise fehlging. Ein weiterer Schuß traf das Mädchen, das fliehen wollte, in den Hinterkopf. Der Täter ergriff darauf die Flucht, konnte jedoch noch in der Nacht zum Sonntag in der Nähe von Wilsdruff aufge griffen werden. Er wurde dem Amtsgericht Wilsdruff zu geführt. Die Verletzung des Mädchens scheint nicht lebens gefährlich zu sein. RöhrSdorf. Einbruch in ein Gartenheim. In daS BereinSheim der Gartenkolonie RöhrSdorf wurde in der Nacht zum Montag eingebrochen. Gestohlen wurden 7ö Pfund geräucherte Blut- und Bratwurst, ein großer geräucherter Schinken, 1600 Stück Zigaretten verschiedener Marken, 50 Stück Zigarren und eine Anzahl Büchsen Oel- sardinen. Die Einbrecher haben mehrere Fensterscheiben zertrümmert und sind eingestiegen. Sie konnten ungestört arbeiten, da das Gebäude abseits liegt und unbewohnt ist. Bon den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Beerwalde. Sein letzter Wunsch Hier starb der als großer Naturfreund bekannte Gutsbesitzer Arno Oertelt. Bei Lebzeiten hatte er den Wunsch schriftlich nieder gelegt, daß man seinen Sarg nur mit Kränzen au« Garten- und Waldesgrün schmücken soll. In der jetzt veröffentlichten Todesanzeige schreiben die Angehörigen: „Des Verstorbenen Wunsch ist, daß die Kranzspenden nur aus Garten- und WaldeSgrün und ohne Blumen bestehen sollen". Würze«. Während des Unterrichts gestor ben. Ein tragischer Vorfall ereignete sich am Montag in der Obersekunda des StaatSgymnasiumS Nach kurzem Un wohlsein fiel plötzlich der Schüler Gerhard Hellinger in eine tiefe Ohnmacht, aus der er nicht wieder erwachte. Zwei Aerzte, die sich sofort um ihn bemühren, konnten nur noch den Tod feststellen. Im Gymnasium wurde sofort ein Trauerakt abgehalten, in dem der Direktor tiefbewegt von dem Vorfall Kenntnis gab. RÜSdorf. Versteinerter Baum. Eine verstei nerte alte Eiche, von deren Vorhandensein bisher niemand Kenntnis hatte, ist jetzt auf dem Haberkornschen Grundstück durch das kürzliche Hochwasser des LungwitzbacheS freigelegt worden. Staatsaufsicht beantragt. Mittelfrohna. In der ersten Sitzung der Gemeinde verordneten wurde der bisherige Vorsteher Köthe (brgl.) wiedergewählt. G.-V Mühlhäuser (Kom.) galt infolge Auslosung als erster stellvertretender Vorsteher. Weil er die Wahl nicht anerkannte, bleibt der Posten unbesetzt. Als zweiter stellvertretender Vorsteher wurde G.-V. Bretschneider (brgl.) einstimmig gewählt. Bürgermeister Schüppel machte Ausführungen über die trostlose Finanzlage der Gemeinde. Es sei nicht möglich, die Verpflichtungen den Gläubigern gegenüber zu erfüllen. Die Steuer- und sonstigen Geld eingänge sind zurückgegangen und die Wohlfahrtslasten ge wachsen. Nach einem von den Gemeindeverordneten ge faßten Beschluß ist den Gläubigern durch Rundschreiben mitgeteilt worden, daß die Gemeinde Mittelfrohna ab 15. Januar die Zahlungen ein st eilt und Staats aufsicht beantragt hat. Es soll der Weg zur Herbeiführung eines Vergleichsverfahrens beschritten werden. Radiumbad Oberschlema. RegeBautätigkeit. In der ersten diesjährigen Gemeindeverordnetensitzung wurde Bürgermeister Neef als Gemeindevorsteher und Prokurist Kluge (bürgerl.) als Stellvertreter wiedergewählt. Bür germeister Neef erstattete in dieser Sitzung einen eingehen den Jahresbericht, aus dem heroorging, daß die Bautätig keit im Vorjahre sowohl im Straßen- als auch im Woh nungsbau sehr rege war. Von privater Seite wurden 13 Wohngebäude begonnnen bzw. fertiggestellt; dazu kommt das Bahnhofsempfangsgebäude und das neue Postamt. Kirchberg. Kommunistischer Stadtver- ordnetenvorsteher. Durch die Erklärung der so zialdemokratischen Fraktion, mit den Kommunisten zu stim men, wurde der kommunistische Stadtv. Ernst Münch zum Vorsteher gewählt. Dieses Amt war seit 2 Jahren von der bürgerlichen Fraktion besetzt worden. Als 2. Vor sitzender wurde der sozialdemokratische Stadtv. Ernst Bär gewählt. Johanngeorgenstadt. Steigende ArbeitSlo- sigket 1. Die Büromöbelfabrik G Heinz hat 150 Arbeitern gekündigt. Die zur Zeit noch beschäftigte Belegschaft arbeitet nur 30 Stunden in der Woche. Die Firma Steinberger L Bros schließt ihren Betrieb für voraussichtlich sechs Wochen. PincuS L Otto und andere Firmen haben einen Teil ihrer Arbeiter entlassen. Auch find die Arbeiten im Hochwasser gebiet eingestellt worden. Johanngeorgenstadt. Allveteran s. Im Alter von 85 Jahren wurde der Altveteran von 1870/71, Richard Stegert. gedient beim 5. Inf. Reg 104, abberufen und Sonntag unter Ehrengeleit des Sächs. Mil.-Beretn» zur Ruhe bestattet Markaevkirche«. Ein Hühner-Habicht ge- fangen. Sin Hühner-Habtchtpaar hat seit Jahren in der gesamten Umgebung unter Tauben, Rebhühnern, Fasanen und jungen Hasen gewaltigen Schaden angerichtet, e» war aber trotz aller Bemühungen bisher nicht möglich, die Räu ber zur Strecke zu bringen. Um die Vermehrung der Vö gel zu verhindern, hob schließlich der Jagdpächter den Horst auf seinem Revier Landwüst oberer Teil au«; er fand darin ein kräftige« Junge« und noch zwei Eier. Nunmehr wurde eine Korbfalle aufgestellt, und in dieser wurde vorige Woche da« Habicht-Männchen lebend gefangen. Er hatte eine Jlügelspannweite von 1,20 Meter, fand aber schließlich das ver Ztaal kann nur dringendste Hochwasserschäden lindern. Erklärungen de« Janen» und Sina«t»inifter«. — Da» Schwelgen de» Reichskanzler». D««»d«n. In der gestrigen Landtagssitzung stellte zunächst die kommunistische Fraktion den Antrag, mit Rücksicht auf den erfolg reichen Ausgang des Volksbegehrens die Entscheidung des Land tages über sein« Auflösung schon heute herbeizufahren. Das Haus beschloß.aber, die entsprechende Vorlage 42 sowie den kommunistischen Auflösungsantrag in der am 26. Januar stattfindenden Sitzung als einzigen Punkt der Tagesordnung zu behandeln. Es kamen sodann zur Beratung die Anträge der verschiedenen Landtagsfraktionen, die auf die erheblichen Hochwasserschäden Hin weisen. Schnelle Hilf« sei notwendig. Innenminister Richter gab namens der Regierung folgende Erklärung ab: Der am 2. Januar 1932 plötzlich eingetreten« schroff« Wittkrungsumschwung in Verbindung mit dem gleichzeitig einsehen den mehrtägigen Landregen hat zu Hochwassern geführt, die in vielen Flußläufen namentlich des Erzgebirges und des Vogtlandes diejenigen der Jahre 1926, 1927, ja selbst 1897 erreicht, stellen weise sogar überschritten haben. Di« Feststellungen an Ort und Stelle und die Berichte der örtlichen Behörden lassen erkennen, daß die Schäden namentlich in den Kreishauptmannschaften Chemnitz und Zwickau recht erheblich sind. Erfreulich ist, daß die Unwetter katastrophe wenigstens kein Menschenleben als Opfer ge fordert hat, und daß auch allenthalben das Großvieh rechtzeitig hat geborgen werden können. Es ist selbstverständlich nicht möglich, schon heute den eingetretenen Schaden genau zu beziffern. Das wird erst möglich sein, wenn die eingegangenen Schadenanmeldungen nach ein heitlichen Gesichtspunkten nachgeprüft worden sind. Bei den oorgenommenen Besichtigungen ist auch, was mit be sonderer Befriedigung frstgestellt werden soll, das Bestreben der Leute, sich soweit wie irgend möglich selbst zu helfen, zutage ge. treten. Auch möchte ich in diesem Zusammenhänge der freiwil ligen Hilfstätigleit weitester Kreise der Bevölkerung, nicht nur der zur Hilfe verpflichteten Feuerwehr und Polizei, sondern auch insbesondere der Technischen Nothilfe und anderer Organisationen, z. B. auch der Organisationen politi scher Parteien mit besonderer Anerkennung gedenken und ihnen den Dank der Regierung zum Ausdruck bringen. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen wird sich der Staat beschränken müssen, nur in denjenigen Fällen helfend einzugreisen, in denen die Eristenz der Betroffenen vernichtet oder gefähr det erscheint. Auch bei dieser Beschränkung wird der Staat die Summen, mit denen er bei seinen eigenen Anlagen, bei den Anlagen der Ge meinden und Unterhaltungsgenossenschaftcn und bei der Unterstützung Privatgeschädigter eintreten möchte, kaum beschaffen können. Die Regierung hat deshalb in Uebereinstimmung mit den gestellten An trägen bereits beim Reichsfinanzministerium eine Bitte um Hilfe ausgesprochen. Es ist dringend zu hoffen, daß sich die Reichsregierung, die ja die besonder« Notlage Sachsens hin reichend kennt, bewegen läßt, dieser Bitte in möglichst großem Um fange Rechnung zu tragen. Die Deutschnationalen fordern freiwilligen Arbeitsdienst. Für die deutschnationale Landtagsfraktion sprach Abgeordneter Tögel. Die Deutschnationalen fordern Einsetzung des freiwilligen Arbeitsdienstes für das Katastrophengebiet. Die Deutschnationale Vollspartei hat keine Anträge gestellt, weil nur schnelle Hilf« zweckmäßig ist. Deswegen hat sie ihr« Forderung«» in einem Tele gramm an den Ministerpräsidenten Schieck zum Ausdruck gebracht. Angesichts der ungeheuren Schäden werden aber Landesmittel nicht ausreichen. Deshalb hat der deutschnationale Reichstagsabgeordnet« D. Doehring in einem Schreiben an den Reichskanzler dringend Reichshilfe gefordert. Trotz Anfragen aus neuester Zeit hat Reichskanzler Dr. Brüning kein« Antwort «r- t«ilt. Selbst wenn all« Kräfte tätig werden, wird vieles liegen bleiben müssen. Deswegen beantragen wir, sich nicht nur mit Not standsarbeiten zu begnügen, sondern auch den freiwilligen Arbeits dienst einzusetzen. Dieser soll und kann nur dort angesetzt werden, wo die Hilfe weder auf dem Wege freier Auftragsvergebung noch durch Notstandsarbeiten geleistet werden kann. Es ist also eine zu sätzliche Hilfe, die wir durch den freiwilligen Arbeitsdienst fordern. Der Finanzminister gab nach einem Bericht über die Ernte schäden und die Frage der Steuererleichterungen einen Ueberblick über die geplanten Hochwasser-Schutzmaßnahmen und er klärte: Die Regierung ist bei der gegenwärtigen Finanzlage des Staa tes augenblicklich außerstande, für sofortige Hochwasserschutz- maßnahmen eine erste Rate von 10 Mill. RM zur Verfü gung zu stellen. Abg. Schreiber (Nat.-Soz.) begründet einen Antrag seiner Fraktion: Zur Linderung der ersten Not sofort ausreichende Geld mittel bereit zu stellen, weiter Erhebungen über den Umfang der Hochwasserschäden anzustellen, ferner beschleunigt ein Sofort-Bau- programm zur Wiedergutmachung der Schäden fertigzustellen unter Berücksichtigung der Erwerbslosen: schließlich dem Landtag ein groß zügiges Flußregulierungs- und Brückenbauprogramm für die vom Hochwasser geschädigten Gebiete vorzulegen. Nach einer längeren Aussprache wird der Antrag angenom men. Auch der deutschnationale Zusatzantrag fand Annahme: Die Regierung zu beauftragen, in allen Fällen zu prüfen, ob und inwie weit zusätzliche Arbeit gemäß 8 139s des Gesetzes über Arbeits vermittlung und Arbeitslosenversicherung im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes geleistet werden könne, weiter die Bezirlsfürsorg«- verbände anzuweisen, nachzuprüfen, ob und inwieweit Wohlfahrts erwerbslose zu Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes herange zogen werden können. Nächste Sitzung Dienstag, 26. Januar. Ende, daS es so manchem anderen Tier bereitet hat. In präpariertem Zustande wird es in neuem Glanz erstehen. DaS Weibchen ist noch in Freiheit und raubt weiter. Im Horst wurde der Fußring einer Markneukirchner Brieftaube gefunden; es wird vermutet, daß noch mehr Ringe gefunden werden, wenn erst das Eis unter dem Horst verschwindet. Ellefeld. Kurz vor der Diamantenen Hochzeit. Hier starb der Veteran von 1870/71 Franz Luderer, der demnächst mit seiner Frau das Fest der Diamantenen Hochzeit hätte begehen können. Der Witwe wurde durch das Landeskonsistorium eine Ehrenspende über wiesen. Treuen. Diamantene Hochzeit. In Schnei denbach konnte das Ehepaar Christian Friedrich Bräu tigam die Diamantene Hochzeit begehen. Der Reichs präsident und das Landeskonsistorium gratulierten dem al ten Paare. Bräutigam ist Veteran von 1870/71 und wurde durch Granatsplitter schwer verletzt, indem ihm die Oberlippe und die Zähne im Unterkiefer weggerissen wurden. Ans den Parteien. Am Montag, den 11. Januar hielt die hiesige Ortsgruppe des Christlich-sozialen Volksdienste» im Saale drs Rathaus-Hotels eine Mitglieder-Dersammlung ab, zu der auch Freunde der Bewegung eingeladcn waren. Der Redner, Freund Dr. Dreßler aus Fal kenstein, sand einen großen, aufmerksamen und dankbaren Hörerlreis. In seinem Vortrage „Deutsch« Volksnot und Christl. Volksdienst" schilderte der Redner die deutsche Volksnot in vierfacher Hinsicht: 1. die wirtschaftliche, 2. die politische, 3. die sittliche, 4. die religi öse Not. Dr. Dreßler hat längere Zeit in England gelebt. Er ist darum ein guter Kenner der englischen öffentlichen Verhältnisse. In seinen eindringlichen, gewissenschärsenden Schilderungen und Dar legungen kam er mehrfach vergleichsweise auf England zu sprechen. Vieles ist für Deutschland und die Deutschen nicht gerade lobens wert. Die Schädlichkeit der römisch-heidnischen Rechtslehre in der deutschen Gesetzgebung fand Betonung. Angenehm wirkte, daß der Vortrag nicht in hemmungslose Kritik sich verlor. Vielfach zwang der Vortragende zu ernster Selbstprüfung, zum Suchen der Schuld und der Verantwortung bei seinen Zuhörern. Die Christen haben ver- sagt! Eine wirkliche Gesundung der schwerlranken Gegenwart sei nur zu erreichen, wenn sich das Volk auf die Kräfte des Evangeliums besinne und sie brauche. In diesem Ziele sehe der Christl.-soz. Dolks- dienst seine Aufgabe, der er sich mit Ernst widme. Darum habe auch in seinen Versammlungen Gottes Wort und Gebet eine Stätte. Die Erfolge der stillen, aber zähen Arbeit der Volksdienst-Abgeordneten fanden gebührend« An«rk«nnung. Di« sachlich«», überzeugend«», das Gewissen und das Pflichtbewußtsein weckenden Ausführungen des fröhlichen Redners verfehlten ihren Eindruck nicht. Einige Fragen aus dem Hörerkreise sanden Beantwortung. Mit dem gemeinsamen Gesang d«s Lied«s: „DK Sach' ist Dein, Herr Jesus Christ" fand die Versammlung ihren stillen, ruhigen Abschluß. * Nat.-Soz. Laienbühne Eibenstock. Nach langer Pause tritt die NS-Laienbühne Eibenstock am Montag, den 25. Januar 1932, wieder vor die Oeffentlichkeit. Dies« Unt«rbr«chung in ihrem Auftreten ist nicht nutzlos verstrichen. Sie wurde vielmehr zugunsten einer weiteren Spieltätigkeit ausge füllt durch den Bau einer eigenen Kastenbühne. Das war nötig, um auch solche Stücke, die einen größeren szenischen Aufbau er fordern, technisch einwandfrei aufführen zu können. Stabile Rahmen gestatten die Ausstellung von Zimmern und Räumen jeder ge wünschten Breit« und Länge, wobei auch di« Höh« je nach den Ver hältnissen verstellt weiden kann. Leicht drehbare Einsätze ermöglichen bei Stücken mit mehreren Bühnenbildern ein« schnelle Verwandlung, so daß dadurch die Pausen auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden können. Auswechselbar« Fenster und Türen, darunter sogar eine „richtiggehende" Flügeltür, lassen sich je nach Vorschrift an allen drei Seiten der Bühne anbringen und vervollständigen so in natür lichster Weise den Gesamteindruck. Ein weißer Plafond gibt dem ganzen Bühnenbild -en«n schlichten, aber wirkungsvollen Abschluß nach oben. Der verantwortliche Leiter der NS-Laienbühne ist sich dessen bewußt, wie sehr selbst «in gutes Stück auch bei ausgezeichneter Darstellung doch im Gesamteindruck beeinträchtigt wird durch eine unzulängliche äußere Ausstattung und wie wohltuend andererseits ein technisch und künstlerisch einwandfreies Bühnenbild aus das Auge des Zuschauers wirkt. Aus dieser Erwägung heraus ist die ge- schilderte Bühneneinrichtung, auf di« die hiesige Ortsgruppe der NSDAP und die NS-Laienbühne selbst mit Recht stolz sein können, geschaffen worden. Es war eine mühevolle, wochenlange Arbeit, di« in anerkennenswerter Weise von einigen erwerbslosen SA-Leuten durchgeführt wurde. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß diese in selbstloser Weise verrichtete Arbeit belohnt wird durch einen recht zahlreichen Besuch der bevorstehenden Aufführung der großen Tragikomödie „Fami lienväter" von Dietrich Eckart. Durch äußerst niedrig« Eintrittspreise soll es jedem ermöglicht werden, dieses geistvolle Stück eines großen nationalen Dichters zu sehen. Etwas Näheres über das Stück selbst und seinen Autor in den nächsten Tagen. Aus den Vereinen. Jahreshauptversammlung des To. „Frisch Aus". Nach einer harmonischen Einleitung eröffnete Vorsitzender Kurt Meyer am vergangenen Sonnabend, abends Uhr, die gut besuchte 22. Jahreshauptversammlung im Vereinsheim „Garküche". Aus dem Geschäftsbericht war zu ersehen, daß der Verein wieder ein gutes Stück vorwärtsgelommen ist. Der Turnbericht des Ober- turnwartes Camillo Hahn zeugte von mannigfach geleisteter tur nerischer Arbeit und hervorragenden Leistungen seiner Turner. Der Turnbesuch 1931 hat die gleichhohe Beteiligung wie im Vorjahr« erreicht. Zwei Turner kehrten als Sieger von den Sachsenmeister schaften für Geräte in Neugersdorf heim, und 3 Sportler er warben sich 1931 das Sportabzeichen. Di« Sängerabteilung konnte auch nur Erfreuliches berichten, sie besteht 12 Jahre. Sämtliche Fachwarte waren in ihren Abteilungen sehr rührig und konnten da mit auch Erfolg und Fortschritt buchen. Nachdem der Kassenwart noch seinen Bericht erstattet hatte, folgt« die Wiederwahl des bis herigen Vorstandes. Beschlossen wurde, die Steuern ab 1932 um 20«o zu senken und das Eintrittsgeld auf alter Höhe zu belasten. Der Vorsteher gab bekannt, daß das diesjährige Stiftungsfest am 30. Januar im Deutschen Hause stattfindet. Kenntnisnahmen und Aussprachen über wichtige innere Angelegenheiten bildeten den Schluß der Hauptversammlung nachts >/z1 Uhr. G. H. Eingesandt. (Ohne Verantwortlichkeit d«r Schriftleitung.) Auf die Aussage von Herrn Jäger in seiner Verteidigungsrede vor dem Amtsgericht, daß er das volle Vertrauen der Erwerbslosen besitzt, müssen wir erwidern, daß nicht all« Erwerbslos«« das Vertrau«» zu Herr» Jäger haben, sondern daß jeder den kende erwerbslose Arbeiter auch noch andere Wege kennt, um zu seinem Ziele zu gelangen. Die Verhandlung hat leider gezeigt, w, man mit solchen Auskünften hinkommt; auch ein erwerbs loser Arbeiter kann ein anständiger Mensch sein. , Einige Erwerbslose. «M blutige MWe ms MimWulisteli. 2 Nazis, 1 Kommunist gelötet. Nationalsozialisten kehrten von einer Versammlung heim, als sie in der Nähe der Laubenkolonie „Felseneck* in Berlin-Reinickendorf plötzlich beschossen wurden. Es entspann sich ein regelrechter Kampf, in dessen ver- lavf der der NSDAP, angehörige Professor Schwarz er- stochen wurde. Ein kommunistischer Arbeiter erhielt tödliche Schüsse in Sons und vrnst. Mehrere Personen, darunter auch zwei Polizeibeamte, wurden schwer verletzt. Die Po litische Polizei hat festgestellt, daß es sich um einen plaa- mäßig vorbereiteten kommunistischen Angriff handelte. Noch ei» Nationalsozialist erstochen. Zwischen National sozialisten und Kommunisten kam es in Gönningen bei Tübingen zu schweren Schlägereien, in deren Verlauf ein Nationalsozialist hinterrücks von einem Kommunisten in den Unterleib gestochen wurde, so daß er kurze Zeit darauf starb. Die Kommunisten waren mit Aexten, Sensen, Beilen usw. bewaffnet. Das Ueberfallkommandv in Reutlingen mußte alarmiert weichen und säuberte den Platz mit Stahlruten und Gummiknüppeln. Dabei wurden 15 Kommunisten fest genommen, darunter auch mehrere Frauen, die sich am toll sten gebärdeten. Die Festgenommenen wurden in das Amtsgerichtsgefängnis Tübingen eingeliefert.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)