demnach mehr nur zwischen Außig, Salesl und Sebusein hin und her, sondern erstieg auch die Hohen, um die bergige Flußlandschaft von den verschiedensten Standpunkten aus erfassen zu können. Das sich durch die Berge windende Elbtal und die bewegten Gebirgsformen haben ihn offenbar stark beeindruckt, wobei es ihm sichtlich nicht so sehr auf Details ankam als viel mehr auf eine Gesamtschau. Darüber hinaus wurde der Künstler immer wieder von der cha rakteristischen Kontur des Schreckensteiner Burgfelsens angezogen, den er mehrmals und aus ganz unterschiedlichen Entfernungen zeichnete. Die großzügige Linienführung deutet auf die rasche Arbeitsweise und erzielt in ihrer Bewegtheit eine ausgesprochene Frische und Unmittel barkeit des Eindrucks. Weiterhin Finden sich in dem Buch einige Skizzen von Wegen, die über bewachsene Hänge hinwegführen. Jene tief eingetretenen Landpfade waren für einen Landschaftsmaler vom Schlage Ludwig Richters natürlich besonders reizvoll. Ebenso zeichnerisch festgehalten sind kleine Wasserfälle in Bachgründen, einzelne Bäume oder Landleute; aber auch Gebäude und Architekturdetails weckten das Interesse des Künstlers. Schließlich müssen noch einige Kom positionsskizzen genannt werden, die im Zusammenhang mit Plänen für Gemälde entstanden, u.a. die erste Skizze zur »Überfahrt am Schreckenstein«. Das andere, bereits erwähnte Skizzenbuch mit Figurenstudien hat relativ geringe Ausmaße (12 x 9 cm). Neben einem »Sauhirten von Außig« sind darin auch einige Wallfahrerinnen ge zeichnet. Die Beischrift »nach Mariaschein« läßt vermuten, daß es sich hier um eine erste An- regung für das 1839 entstandene Bild »Ruhende Wallfahrer bei Mariaschein« handeln könnte. Ludwig Richter, Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz; Graphit und Sepia. Um 1836