Begrüßung von Ulbricht zum letzten offiziellen Gespräch vor der Intervention am 12.08.1968 in Karlovy Vary ideologisches C.haos im Lande aus Masaryk-Demokratie und Smrkovskyscher »Konterrevo lution« angerichtet zu haben. Ulbricht forderte: Analyse der CSSR-Situation, ihre Erörterung im ZK, Eindämmung der »Konterrevolution«. 11 ' Kossygin ergänzte: die CSSR sei von sowje tischen Rohstoff- und Energielieferungen abhängig 12 * und drohte: »Die Sache der Tschechoslo wakei ist unsere gemeinsame Sache, und wir überlassen diese Sache nicht unserem Feind, was uns das auch kosten möge!« 1 " Breshnew soll die Stationierung sowjetischer Truppen in der CSSR verlangt haben. 14 * Die Tschechen und Slowaken waren konsterniert. Auch spätere Hardliner wie Bilak und Kolder bemühten sich verzweifelt, das verzerrte Bild vom gewiß riskanten Umbruch in ihrem Lande zu korrigieren. Lenärt beschwichtigte, die Situation sei nicht so dramatisch wie behauptet, und Cerm'k ergänzte, sie benötigten Zeit und nicht Kritik. Bilak legte sich mit Gomutka an. 15 * Alle bestritten, daß bei ihnen die »Konterrevolution« und der »Revisionismus« ihr Unwesen trieben, und lehnten ein Kommunique mit solchen Vorverurteilungen ab. So endete der Gipfel mit einer nichtssagenden »Mitteilung« um 22:50 Uhr. 16 * Die Prager Reformer wußten nun, die Phalanx aus Stalinisten und Novotny-Günstlingen im Innern hatte mächtige Verbündete außerhalb. Ulbricht schlug auf einem Separat-Gipfel der »Dresdner Fünf« am 8. Mai in Moskau vor, die CSSR-Bevölkerung propagandistisch zu bearbeiten, Reformgegner in der Führung zu unter-