14 Ein Gelehrter bei der Arbeit, Radierung von A.J.Prenner nach Christoph Paudiß (1618-1666) allem Oberdeutschlands, in Kontakt. 41 Das Weiterwirken obersächsischer ökonomischer Traditionen wird daher gleichfalls Berücksichtigung finden müssen. I Mitte des 16. Jahrhunderts war Kursachsen mit etwa 430000 Einwohnern, von denen etwa 170000 in rund 150 Städten und Städtlein lebten, ein dicht besiedeltes Territorium. Trotz eines relativ häufigen Auftretens der Pest in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung beträchtlich an. Die Kriegsjahre haben dem Land allerdings dann einen spürbaren Bevölkerungsschwund gebracht, der im Erzgebirge, in Mittel- und Nord westsachsen sowie in der Oberlausitz bis auf zwei Drittel der ursprünglich vorhandenen Bewohnerschaft veranschlagt wurde. 51 Verantwortlich dafür war weniger die unmittelbare Kriegseinwirkung als vielmehr die Pest. Auch andere Formen von Kriegsnebenfolgen dezi mierten die Bewohnerschaft. Eine kürzlich vorgelegte Untersuchung von »Ausschnittmate rial« in Gestalt von Ahnenlisten, die zumindest Tendenzen erkennen läßt, demonstriert, daß die Sterblichkeit bei Kindern, Armen, Kranken und Alten besonders hoch war. 6 ’ Diese Beobachtung öffnet den Blick dafür, daß nach der Mitte des 17. Jahrhunderts die Bevölkerungsentwicklung wieder progressiv verlief. Da die biologisch und wirtschaftlich potentesten Teile der Bewohnerschaft den Krieg ohne gravierende Verluste überstanden