55 < i Entwurf für ein Deckengemälde, Samuel Botrschild Fähigkeiten in den Feldzügen des Reiches am Rhein entwickelt, und 1683 kämpfte er mit etwa 10000 Mann sächsischer Truppen erfolgreich gegen die Türken vor Wien, im Bund unter anderem mit Jan Sobiesky von Polen und Karl V. von Lothringen. Das Schicksal des sächsischen Staates war eingebunden in die Situation des Reiches; man ches, auch in der Malerei, läßt sich aus dieser deutschen Situation erklären. »Die hier herr schenden politischen und religiösen Konfusionen sowie das Fehlen einer Stilkontinuität erklären das teilweise Erlahmen schöpferischer Kräfte im Lande zur Genüge. Dieser Er schöpfungsprozeß vollzog sich jedoch im Sinne einer Wiederaufnahme und Ausweitung der bereits in Italien, in den Niederlanden und zum Teil in Frankreich erreichten Positio nen.« 21 Diese Feststellung von Götz Adriani ist zweifellos richtig. Vieles von dem, was in vergangenen Jahrhunderten an Kunst entstanden ist, kann, wenn auch die Werke verloren sind, nur noch mittelbar, in der Wirkung auf die Zeitgenossen oder in alten Inventaren aufgespürt werden. Die Frage nach dem Rang, de'n verschiedene, j ansonsten verschollene Maler des 17. Jahrhunderts in den Augen des Publikums (und das heißt wohl fast ausschließlich in den Augen der fürstlichen Auftraggeber) eingenommen haben, läßt sich nur noch aus der Menge der Arbeiten erschließen, die die kurfürstlichen Bildverzeichnisse von ihnen nennen, wenn wir davon ausgehen, daß der seinerzeit ange sehenste Maler auch mit den meisten Werken in die Sammlungen gekommen ist. Zum anderen informieren solche alten Bilderlisten über die 1 hemen der Gemälde, sagen, ob Jagd- oder Tierdarstellungen, Landschaften, Bildnisse, biblische oder weltliche Historien bei dem einen oder anderen Künstler besonders häufig Vorkommen. Die Malerei schafft ihre eigene Bilderwelt, in die sich einleben muß, wer die Werke der Künstler genießen und verstehen will; und diese Bilderwelt ist im Barock häufig auf das