Volltext Seite (XML)
58 (geboren 1633) aus Basel soll in Dresden als Hofmaler bestallt gewesen sein, ist aber bald in die Schweiz zurückgekehrt. 1675 wurde er als Bildnismaler in die Basler Zunft aufge nommen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts scheint Johann Heinrich am Ende (1645-1695) die führende Kraft in Leipzig gewesen zu sein. Er stammte aus Pirna, hatte bei seinem Onkel, dem Hofmaler Christian Schiebling, in Dresden gelernt, ehe wir ihn 1682 zuerst in Leipzig finden. Neben dekorativen Arbeiten, wie den Deckenbildern in der Alten Börse von 1682-1687, beschäftigten ihn vor allem Bildnisse, wenngleich nur wenige dieser Ge mälde erhalten sind. Eine Anzahl von Porträts seiner Hand kennt man wenigstens aus Nachstichen, unter anderem von Elias Heinzeimann und Bartholomäus Kilian. Sein Selbstbildnis von etwa 1685 bewahrt die Leipziger Stadtbibliothek. Zu den wesentlichen Leistungen barocker Malerei in Sachsen gehören die monumentalen Dekorationen, deren Dresdener Beispiele jedoch sämtlich verloren sind. Wir müssen uns entweder auf alte Ab bildungen stützen oder Schlösser der Umgebung oder entferntere Schlösser heranziehen, um eine Vorstellung von der Qualität dieser Arbeiten zu gewinnen. Während die auf Holz gemalten Wandbilder im Saal und in zwei Nebenräumen des kur fürstlichen Weinberghauses Hoflößnitz in Radebeul von Dresdner Malern geschaffen wur den - Christian Schiebling und Centurio Wiebel führten sie aus - stammen die Bilder an der Decke, brasilianische Vögel in einzelnen Feldern, auf Leinwand gemalt, von Albert Eckhout, einem Niederländer, der von 1655 bis 1663 in kursächsischen Diensten stand. Mit diesen Gemälden in der Hoflößnitz ging, wie Fritz Löffler in einer Studie zur dekora tiven Monumentalmalerei des Barocks in Dresden bemerkte, das Zeitalter der Renaissance malerei in der sächsischen Residenz zu Ende. Barocke Historienmalerei läßt sich in Dresden für das 17. Jahrhundert aus den schriftli chen Quellen besser nachweisen als aus erhaltenen Beispielen. Eine wirklich erstaunliche Breite weltlicher fhemen kann aus den Inventaren erschlossen werden. Das meiste jedoch ist im Laufe der Zeit zugrunde gegangen. Darum muß man, um vom Reichtum an Histo rienmalerei in Sachsen eine Vorstellung zu gewinnen, die Zeichnungen und Stiche des Dresdner Kupferstich-Kabinetts, aber auch aus anderen Sammlungen einbeziehen, nicht nur nach den erhaltenen Gemälden fragen. In dieser Hinsicht bot die Leipziger Ausstel lung »Kunst der Bachzeit« 1985 schöne Beispiele. Schon im Titel seiner »Teutschen Aca- demie ...« sagte Joachim von Sandrart 1675, was er von Malerei vermitteln wollte und wies besonders auf die Geschichtsmalerei hin. Es ging ihm um Kenntnisse von »Erfin dung und Zeichnung, von Maß und Proportion der Leiber, vom Fresco-Stein-Landschafts- Büd und Historien-Malen, von Nacht-Stücken, von Malen mit Öl- und Wasserfarben, von den Affekten und Gewändern, von der Perspektive, und vom Mal-Zimmer, auch von den Farben, deren Gebrauch, Ursprung, Natur und Bedeutung.« Sein Buch zielte auf den gebildeten Künstler, der gerade durch diese Bildung in der gesellschaftlichen Hierarchie eine Rolle spielen konnte. Wenn von Landschaftsmalerei als »Kunst« die Rede ist, dann mag man allgemein formulieren: »Die aus dem Zusammenwirken vielseitiger Anregungen entstandene deutsche Landschaftssicht im 17. Jahrhundert läßt sich im wesentlichen auf