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65 Lukas van Leyden (1664) und an gebliche Zeichnungen Mantegnas (1678) gehörten zum Grundstock des Kupferstichkabinetts. 141 Es verwundert nicht, daß im prote stantischen Sachsen Gegenstände aus Martin Luthers Besitz begehrt waren: Einer seiner Urenkel hatte Johann Georg I. den Siegelring des Reformators verehrt; zwei Ringe und ein Mundbecher kamen 1678, eine Holzschüssel von 1519 mit Darstellung der Lukretia 1678 in die Kunstkammer. 151 Große Aufmerksamkeit erregten prä historische Funde. Im Zugangsver zeichnis für 1666 berichtet Beutel: »Am 4. August ist mir aus der Wel schen neu erbautem Garten vor dem Wilsdorfer Thore eine alte Urna mit in sich habenden Cineribus, darinnen ein klein messingen Ringlein gelegen, ausgeantwortet und in die Kunstkammer gegeben worden. Solche Urna ist ohne Deckel und unten mit 6 Strichen. Der Gärtner be richtet dabei, daß er in Bearbeitung des Gartens beim Eingraben deren hin und wieder noch mehr gefunden, welche aber nicht ganz blieben, sondern zerbrochen, und wären ge- meinlich oben Steine darauf gelegt, dadurch die Deckel im Ausgraben zerbrochen wor den. Er berichtet auch dabei, daß hinten bei dem neuen Gartengebäude, als der Grund dazu geleget worden, noch 5 Stück neben einander gestanden, scheint also, weil dieser Urnen so viele auf dem ganzen Platze des Gartens herum gestanden und unter der Erde gefunden worden, daß dies ein alter heidnischer Begräbnisort gewesen«. 161 Knapper lautet der Vermerk bei den Zugängen von 1683: »Am 26. Juni eine alte zerbrochene Urna mit einem Henklein, darinnen noch die Cineres eines Cremati, ist neben ändern mehr gefun den worden bei jetziger Fortificirung Alt-Dresdens, ein paar Ellen tief unter der Erde.« 171 Eine Kuriosität, deren Bedeutung damals wohl kaum bewußt war, wird 1672 vermerkt: »Am 17. September eine indianische Art Bohnen, Coffi genannt, in einem bunten runden Schächtlein«. 181 Tobias Beutel ließ 1671 eine lateinisch und deutsch abgefaßte Beschreibung der Kunst kammer und anderer »Regal-Wercke« wie Rüstkammer, Zeughaus, Bibliothek, Anatomie kammer, Hofapotheke drucken, die bis 1703 in mehreren Auflagen erschien. Dieser Text und die entschieden bessere Beschreibung bei Anton Weck (1679) überliefern die Aufstel lung der Kunstkammer in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts. Sie folgte zwar König Karl II. von England als St. Georg, den Drachen tötend, Eisenschnitt von Gottfried Leygebe, Geschenk des Kurfiirsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1667