Qlt nie Vincenzo Albrici, Kammerkantate »Luci belle sete stelle«, Dresdner Notenhandschrift, 17. Jahrhundert liehen Bedeutung nicht erfaßt bzw. weit unterbelichtet, als er, entsprechend der Sicht weise der deutschen Hofmusiker um 1650, nahezu ausschließlich vom Nationalitäten- Standpunkt aus »Hie Deutsche - hie Italiener« gewürdigt wird - mit Nachwirkungen bis heute! Mit dieser Italiener-Immigration um und nach 1650 vollzog sich in Dresden nicht weni ger als der Wandel vom Epochenstil der Renaissance zu dem des Barock. Freilich, die Definition und positive Würdigung des Musik-Barock als eines Stils, der an deren Epochenstilen gleichrangig ist, gab es zur Zeit Fürstenaus um die Mitte des vorigen Jahrhunderts generell noch nicht. Sie setzte in der Musikgeschichtsschreibung erst ganz spät, nach dem Ersten Weltkrieg (durch Curt Sachs) ein. 22 ’ 1 Die Beunruhigung unter den einheimischen Dresdner Musikern einschließlich Heinrich Schützens ließ nicht auf sich warten: Mit den Italienern erschienen ja nicht nur Vertreter des italienischen Hochbarock der ersten Nach-Monteverdi-Generation in Dresden — Bontempi kam nach einer Ausbildung in Rom und mehreren Jahren Zugehörigkeit zur Markuskapelle in Venedig unter den Monteverdi-Nachfolgern Giovanni Rovetta und Francesco Cavalli nach Sachsen -, Vertreter eines Stils, den Schütz 1628/29 in Venedig bzw. Oberitalien noch nicht kennenlernen konnte, sondern zugleich Katholiken an einem nach wie vor streng lutherischen Hof 23 » und, verwirrend genug, Kastraten. Schütz urteilte