Titelkupfer zu Dedekind, Musen-Lust«, Dresden 1657 Bedenken freigegeben wurden. Schirmer meinte das »Amouröse« im Gedicht vorsichtig dulden zu dürfen, offenbar auch als Replik auf jene deutschen Poeten, »die sich selbst für die rechten Großhansen und Cyclopen unserer Teutschen Mutter-Sprache ausgeben«. 14) Der Rosen-Topos entfaltete sich in einer gemäßigten bukolischen, eben nicht rückhaltlos spielerisch durchwanderten poetischen Welt. Schirmers »Carpe diem!« ist meistens vom mitzudenkenden »Memento mori!« überschattet: »Liebste/lebe/lieb/und labe Weil du Brunst/ich Feuer habe/ Weil noch unsre Rosen blühen. Wird sichs auch im Winter küssen/ Wenn wir Feuer borgen müssen Und mit Runtzeln uns beziehen.« (XIII.) »Küsse/ Verliebte/ mich/ Wenn ich beküsse Dich. Küsse mich/eh sich die Rosen verfärben. Freudige Redligkeit/ Bleibet mein Ehrenkleid. Nimmermehr wil ich darunter verderben.« (XXXIV.) Den »Singenden Rosen« Schirmers läßt sich ein formal gleichartiger, nach seinen zeitge nössischen literarischen Bezügen indes ganz anderer Band an die Seite stellen, nämlich Constantin Christian Dedekinds »AELBJANJSCHE MUSEN-LUST« (1657). 151 Dede-