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Gesichert. „Sie, ich glaube, derMensch mildem Ihre Tochter jetzt verkehrt, hat keine reellen Absichten!" „Na, er hat noch seinen Regenschirm bei uns stehen; wenn er meine Tochter nicht hei ratet, kriegt er den einfach nicht wieder!" Dom Katheder. Examinator: „.. Es scheint, Herr Kandidat, dass ich mit meiner Frage in ein Wespennest gestochen habe, in dem Sie nicht zu Hause sind!" von Victor Laverrenz. (Schlug.) Unter den Linden. Humoristisch-satirische Plauderei aus der Reichshauptstadt ^Hem einfachen Provinzmann imponierte eS nicht wenig, Hx/ daß man, nm sich die Querstraßen einer einzigen Hauptstraße merken zu können, solche lange Litanei machen muß. Dabei handelte es sich hierbei nur um diejenigen Straßen, welche die Friedrichstraße völlig kreuzen, nicht auch tim diejenigen, welche nur einfache Nebenstraßen sind und nicht quer durchgehen. Während dieser mnemotechnischen Abschweifung war man vor die Akademie gekommen, und hier erzählte Püseke den nicht mehr ganz unbekannten Witz, den ein Student gemacht haben soll, als er eines Tages seine Uhr hier aufzog. Der Jünger der Wissenschaft hatte nämlich wehmütig ausgerufen: „Merkwürdig, ick stelle meine Uhr regelmäßig nach de Akademie und immer seht se nacht Leihhaus." „Ja, ja," fuhr Püseke fort, „so jehts bei arme Leute zu. Nu wer ick Ihnen mal ne andere Jeschichte erzählen von n ollen Fritzen, den Sie da drieben sehen. Konwit da eenes scheenen Dages een Leutnant mitn paar junge Damens, die er in Berlin rumführen soll un se wat zeigen, vor det Denkmal. Wat sagt er nn? „Dies is det Denkmal von Friedrich dem Großen; soll oochn janz düchtiger Soldat jewesen sind " Von de Universität jicbt et ooch so n militärischen Kalauer; die nennen nämlich de Unteroffiziere von de hiesige Jarnison die „ E i n j ä h r i g e n - B ru t a n st a l t ". Et is nämlich komisch, det de Borjesetzten beit Militär durch de Bank die Einjährigen nich besehen können, ausjenommen nn höchstens, wenn et sich um en jutet Frühstück handelt. Im übrigen unter uns jesagt, hinter de Universität is weiter nischt dahinter, als wie — det Kastanienwäldchen. Die beeden Humboldts vor de Universität hätte man lieber jleich nach Plötzensee schaffen sollen; da se doch „sitzen" müssen, hätten st da janz jut hinjepaßt. Da is der olle „Mitscherlich" hinter de Universität n janz anderer Kerl. Det is ne Standesperson und jedem, der nach de Akademischen Bierhallen rüberjehen will, hält er seine Schnupptabaksdose entjejen und ruft ihm zu: „Na, n Prieschen jefällig?" „Det Opernhaus," fuhr Püseke fort, „is schon baufällig. Innen is et ja janz nett, aber außen erinnert et zu sehr an det Stadttheater zn Schwersenz. Et is aber Hochbergn seine Hochburg; da traut sich keener ran; kaum de Kritik, die doch sonst über alles herfällt. Die sollte mal det Opernhaus r interreißen, denn müßte Hochberg een ncuet bauen lassen und — na — scheener würde et Wohl werden; jehören dhut ja nich Ville dazu. Det übrijens de Räume im Innern ooch schon lange nich mehr ausreichen, kennen Se schon daraus schließen, det man sojar unsere berühmtesten Sänger in Kammern unterbringen muß. Darum Heeßen se nämlich Kammersänger." Bei den vorüberfahrenden Pferdebahnen fiel es Kulemeher auf, daß trotz des ziemlich lebhaften Wagenverkehrs nicht geklingelt wurde, und er fragte nach der Ursache dieser merk würdigen Erscheinung namentlich in Berlin, wo sogar die Milchwagen klingeln. „Ja, wissen Se," erklärte Püseke, „det kommt von unserm neuen Finanzminister, dem sojenannten deutschen Miquel. Der hat nämlich behauptet, wenn so jebimmelt wird, denn känie er mit de Steuerprojekte nich zu rechte. Det Klimpern von de Joldstücke wäre ihm Ville lieber. Seitdem derf de Pferdebahn nich mehr bimmeln. Menschenskind, Se treten hier ooch Ville zu laut uff; wenn det der Finanzminister hört, müssen Se jleich noch mal so Ville Steuern bezahlen. Hier kommen Se mit Leisetreterei immer noch am weitesten. — So, nu wer ick aber vor heute bet Muttern jehn, de Olle wart schon mit det Essen. Na, adje, Herr Kulemeher." Berichtigung. In der vorletzten Nummer Ihres Blattes berichteten Sie, daß auf der Obertupfinger Markung von einem Jäger 65 Hasen geschossen wurden. Dies ist jedoch dahin richtig zu stelle», daß von 65 Jägern 1 Hase ge schossen wurde, und daß die Jagd nicht am Samstag, sondern am Sonntag stattgesunden hat. Alles andere stimmt. Das Bürgermeisteramt. Hus dem Gerichtssaal. Richter: „Haben Sie den Diebstahl allein ausgesührt?" Angeklagter: „Nein, unter gütiger Mitwirkung einiger Freunde!" Schlau. Die neue Braut: „..Also morgen abend treffen wir uns! Werden Sie mich aber auch wiedererkenneu, HerrSergeant?" Sergeant: „Nun, Sie können ja meinetwegen als Er kennungszeichen ein Gansviertel in der Hand hallen!" Beruhigung. Braut (zu ihrem Bräutigam, der als Lebemann bekannt ist): „Ach, Arthur, ich zweifle immer an Deiner Liebe! Ich glaube, Du heiratest mich nur wegen der Mitgift!" Bräutigam: „Aber glaub doch das nicht mein Kind — mit der werd ich bald fertig sein!"