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11 ] Der Seifenbergbau im Erzgebirge und die Walensagen. 95 pfen und Torfmooren, unter denen es in einer sandigen Schicht ein gebettet lag x ). Es ist klar, dass die reichsten Seifenlager sich dort finden werden, wo der Fluss, der die Geschiebe mit sich führt, zu einem langsameren Laufe genötigt wird. Es galt als Regel, dass in allzu abschüssigen Schluchten wenig Erz zu finden wäre 2 ), während man an Flusskrüm mungen oder in der Nähe von Hindernissen, die einen Teil des Wassers anstauten, die reichsten Lager fand. Noch selbstverständlicher ist es, dass Zinnseifen nur dort zu erwarten sind, wo das in der Nähe an stehende Gestein zinnhaltig ist; andererseits werden sich in der Um gebung zinnreicher Berge immer Seifen finden, falls sie nicht schon in früher Zeit ahgebaut worden sind oder die Beschaffenheit des Gebirges nicht ganz ungünstig ist. Die zinnhaltigen Erdschichten, deren oft zwei oder drei über einanderliegen, nennt man die Sohle, die gesamte erzführende Damm erde das Seifengebirge. In diesem Gebirge finden sich nun kleine Stückchen Zinnstein, Zinngraupen, grössere Geschiebe von Zwitter, alles mit Sand, Erde und oft mit Wurzelwerk von Bäumen vermischt; ferner Turmalin, Wolfram, Rauchquarz und verschiedene andere Mineralien, zuweilen auch etwas Gold; die Reichhaltigkeit an Zinnerz ist natürlich eine sehr wechselnde. Recht gut schildert Jdössler 3 ) die Beschaffenheit der Seifenlager: „Das Seyffenwerk ist eine Materia, so die Sündflut von Gängen mit abgeführet und weggeschwemmet hat, und seynd die Ma terien zweierley, so man Werke oder Gebürge nennet, nämlich rösche und sandigte;- dann zehe, lettigte, welche beyde etlicher Orten, sonder lich die in die Ebene sind geführet worden, zwey- oder dreyschichtig übereinander liegen, deren eines besser als das andre. Das unterste liegt meistens uff der Gänge Gestein, darinnen findet man körnigts, geflitzscht und fknnnicht Gold, Granaten, Schörel, Talck, Glimmer, Zinnstein, Glantz, Eisenstein und Zinnober. Solche Materien oder. Seiffenwerke und Gebürge sind offtmahls einer queren Hand hoch, auch einer halben Ellen hoch, höher und minder. Liegen zum Theil Schweiff- weiß, theils so breit als die Gründe seynd, dahin es abgeflößet worden: werden gefunden in und zum Theil uff den Gebürgen, an Flüssen und Bächen, an Gebürgen und uff den Ebenen.“ Zuweilen scheint man auch Seifen genannt zu haben, was nur die- verwitterten, noch am ursprünglichen Ort befindlichen Teile aus streichender Zwitterflöze oder Stöcke waren; in diese Reihe dürften die Seifen von Dorfhain bei Tharand gehören, die von Gätschmann und Naumann untersucht und von ersterem beschrieben worden sind 4 ). Dass die Bezeichnung derartiger Erzlagerstätten als Seifen auch in den Augen der modernen geologischen Wissenschaft eine missbräuchliche ist, beweist die einfache und klare Definition des Wortes, die Credner 5 ) " Ü • ' * l '' ■ V ff Bruckmann. Beschreibung aller Bergwerke II, S. 754. — v. Peithner a. a. 0. S. 55. 2 ) Otia metallica III. Schneeberg 1758. S. 215. 3 ) Hellpolierter Bergbau-Spiegel. Dresden 1700. S. 12. 4 ) Berg- und hüttenmännische Zeitung 1844, S. 248. 6 ) Elemente der Geologie. Leipzig 1883. S. 116.