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27] Der Seifenbergbau im Erzgebirge und die Walensagen. 111 Urkunde des Herrn y. Bärenstein vom Jahre 1464 1 ). Es finden sich die Stellen: „Solcher Weise habe ich gegeben und geeignet eine Wiese ge legen zwischen dem Wege, der nach Freiberg geht, und den Seiffen, und zwischen dem Wasser genanndt die Yorderbela, und den Lochen und Zeichen, die meine Heger geschlagen haben. . . . Item mehr gebe ich Ihm das holcz und bodem an der Tieffenbach bis an den Graben, der da gehett an dem Neuen Seuffen an dem Wege herhinder.“ Diese Angaben sind höchst wichtig. Die Ui-kunde ist nur 6 Jahre nach der Auffindung des Altenberger Zwitterstocks ausgestellt und weiss bereits von mehreren Seifenwerken zu berichten; es ist schwer zu glau ben, dass man diese erst nach der Entdeckung des anstehenden Zwit ters gefunden haben sollte, während allenthalben die Entwicklung den umgekehrten Gang eingeschlagen hat. Sogar von einem „neuen Seifen“ ist die Rede, dem mit logischer Notwendigkeit alte Seifen entsprochen haben müssen —, alte Seifen 6 Jahre nach dem Beginn des Bergbaues! Uebrigens ist auch ein historischer Beweis für das höhere Alter des Zinnbergbaues im Quellgebiet der Müglitz zu führen. Geising, die kleinere Nachbarstadt Altenbergs, deren Name schon fremdartig anmutet, ist nicht nur überhaupt älter als diese -und wiederholt damit die Erscheinung, die wir an Schneeberg und Neustädtel, an Annab erg und Buchholz beobachtet haben, — sie ist auch als Zinnbergstadt älter. Im Jahre 1453, also 5 Jahre vor Auffindung der Altenberger Zinn schätze, wurde ein Tag zu Merseburg abgehalten, auf dem als sächsische Zinnbergwerke erwähnt wurden: Geyer, Ehrenfriedersdorf, Thun nnd Geusing 2 ). Ferner besass der Graupner Bürger Nickel Kölbel schon 1450 in Geising Grubenanteile 3 ). So ist auch hier die geschichtliche Angabe als falsch oder mindestens zweifelhaft nachgewiesen, —■ der Zwitterstock Altenbergs mag 1458 entdeckt worden sein, aber wir sind nicht im Stande, das Alter der nahen Seifenwerke an der Müglitz festzustellen. Zinnwald, der letzte bedeutende Bergort unseres Gebietes, ist von Graupen am-um die Mitte des 15. Jahrhunderts angebaut worden; der sächsische Teil Zinnwalds entstand erst später. Dass Seifen (im Petzolds- grunde) auch hier zuerst ausgebeutet wurden, ist ausdrücklich bezeugt 4 ). — Es mag noch erwähnt sein, dass auch zu Lauenstein im Müglitzthale und am Mückenberge Zinnbergbau rege war. So lässt sich denn Seifenbergbau fast allenthalben im Erzgebirge — wenn auch oft nur noch in geringfügigen Spuren — dort nach- weisen, wo zinnreiches Gestein in einiger Mächtigkeit ansteht. Aus ihm heraus erwuchs erst der Bergbau im festen Gestein, der mit der Erschöpfung der Seifen an Wichtigkeit zunahm und die einfachste und ursprünglichste Art des Abbaues hier und da fast in Vergessenheit bringen konnte. Wie die Entwicklung des Zinnbergbaues weiter vor sich ging, braucht hier um so weniger ausführlich geschildert zu wer den, als diese Aufgabe schon durch E. Reyer in trefflichster Weise gelöst 0 Abgedruckt bei Meissner a. a. 0. S. 198. 199. ®) Falke, Geyer, 8. 22. 3 ) Dr. Hallwich i. Archiv f. sächs. Geschichte, V, S. 339. 4 ) v. Charpentier, Miner. Geogr., S. 273. — Schiffner, Sachsen, II, 339.