III. Groldwäscherei im Erzgebirge. Einem Glücksspiel ist der Silberbergbau stets zu vergleichen ge wesen: Während einigen das Schicksal gewaltige Reichttimer entgegen brachte und ein paar Kuxe eines Bergwerks zuweilen ganze Genera tionen eines Geschlechtes der Sorge um den Lebensunterhalt enthoben, blieben zahllose Gruben nach jahrelanger ergebnisloser Arbeit liegen; andere, die einst reichen Ertrag gegeben hatten, verarmten und ver schlangen die errungenen Schätze der Gewerken in Gestalt unaufhörlicher Zubussen wieder, bis die Geduld der lange Getäuschten riss und die Berggebäude aufgelassen wurden, um zu verfallen oder vielleicht nach Jahren wieder neue hoffnungsvolle Unternehmer anzulocken. Denn wenn der Silberbergbau reiche Erträge versprach, so war ihm doch ein Nachteil ganz besonders eigen: Er war — wenigstens nachdem die am frühesten entdeckten, fast zu Tage ausstreichenden Erze erschöpft waren — sehr kostspielig. Wer nicht mit voller Börse sich auf den bedenk lichen Versuch einliess, der konnte fast sicher darauf rechnen, dass seine Mittel erschöpft sein würden, lange bevo^das Bergwerk sich durch das gewonnene Silber selbst erhalten oder^g&r’AusbeuteSgeben konnte, und dass er infolgedessen nur einem zahlungsfähigeren Nachfolger vor arbeitete. Ungeheuere Summen sind im Erzgebirge nach und nach zu vergeblichen Versuchen beigesteuert worden, und man könnte, wenn die traurige Thatsache nicht den Scherz verböte, die Bemerkung machen, dass die Erträge des Bergbaues zu dem wunderlichen Zwecke verwendet worden seien, das Gebirge allenthalben vollends zu unterminieren. Diese Schwierigkeiten waren beim Zinnbergbau, namentlich wenn er Seifen ausbeutete, nicht in so hohem Grade vorhanden, und so sehen wir hier kleine Eigenlöhner vielfach beschäftigt; aber freilich sind von ihnen trotz aller Mühe schwerlich grosse Reichtümer aus dem geringwertigen Erze gewonnen worden. Die Baulust und der Wunsch, durch den Bergbau reich zu wer den, waren bei den Bewohnern des Erzgebirges zuweilen zu fieberhafter Höhe gesteigert, wenn neue gewaltige Anbrüche und Ausbeuten die Phantasie mit verlockenden Bildern erfüllt hatten; Schürfversucke machte da wohl auch der Aermste einmal, so wenig er sich selbst von einem glücklichen Funde Vorteil versprechen konnte. Aber es gab ein Metall,