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öl] Der Seifenbergbau ira Erzgebirge und die Walensagen. 145 Nutzen ausgebeutet wurden; die Namen der hauptsächlichsten dieser Wasserläufe sind: die Schwarza, Sorbitz, Sormitz, Lognitz, der Lichterbach, die Wallendorfer Lichte, die Wulst bei Neuhaus und der Schladelsbach bei Meura. Drei dieser Namen sagen uns deutlich, dass hier schon die Wenden Gold geseift haben: Sorbitz und das jedenfalls gleichbedeutende, nur dialektisch veränderte Sormitz sind vom Stammesnamen der Sorbenwenden selbst herzuleiten, während sich in Schladelsbach das slavische zlato (Gold) versteckt. Von zlato stammt wohl auch der Name des Gleiner- oder Schleissbaches bei Kossa un weit Lungenau, in dessen Nähe die Orte Schiaisdorf und Schlotter hartha liegen; Goldseifenwerke bestanden dort noch in historischer Zeit. Der Schloditzbach bei Tharandt soll nach alten Ueberlieferungen Goldkörner führen; auch Schlottwitz an der Müglitz, im Volksmunde Schloitz genannt, gehört vielleicht hierher. Bei Ober-Wiesenthal, wo nach Lehmanns oben erwähnter Angabe ein altes Männchen sich vor Zeiten mit Goldwäschen beschäftigt hat, finden wir eine Schlauder- wiese. Das Zahlwasser bei Neustadt in der sächsischen Schweiz heisst urkundlich zlatwina (Goldbach 1 ); es mag dabei erwähnt # werden, dass auch bei Rechenberg an der oberen Freiberger Mulde ein Goldhübel, eine Zahlheide und ein Zahlberg liegen 2 ). Fast noch wichtiger als zlato sind ein paar andere Worte, die namentlich an der Zusammensetzung böhmischer Ortsnamen beteiligt sind. Ryze ist der tschechische Ausdruck für Goldwäsche, neben dem Sternberg noch einen älteren annimnit, der von gjl (Letten, Thon) ab zuleiten ist und den Namen der Goldbergstadt Eule gebildet hat; in einer Urkunde von 1045 heisst der Ort Ylou und die Goldwäscher Ylouci 8 ). Als böhmische Ortsnamen, die mit ryze zusammenzustellen sind, nennt Sternberg das Dorf Resch in Nordböhmen, sowie Resow im Sazaer Kreise; Rosswein in Sachsen ist von Hey ebenfalls auf ryze oder ryzovänf bezogen worden 4 ). Es ist klar, dass sich die von ryze abgeleiteten Worte in deutschen Gebieten stark verändern müssen ; als Beispiel einer solchen Umgestaltung kann vielleicht der Name des Rauschengrundes im Elbsandsteingebirge dienen, der auch Reischen- oder Räuschengrund genannt wird; der ebendort befindliche Berg Räuschenstein heisst in alten Urkunden die Reisenburg 6 ). Ein im 14. Jahrhundert in Böhmen von Zinnseifnern angelegter Ort, dessen jetziger Name Rauschenbach ist 6 ), verdient be sondere Beachtung. Wenn in der That, wie aus dieser Bezeichnung hervorzugehen scheint, ryze nicht nur Gold-, sondern auch Zinnwäschen bezeichnen kann, dann müssen ähnlich klingende Namen im Erzgebirge in hohem Grade unser Interesse erwecken. Als zwingende Beweise für slavischen Zinnbergbau können sie freilich durchaus nicht gelten. *) Schiffner, Beschreib, d. säehs.-böhm. Schweiz. 2 ) Bahn, Frauenstein. 8 ) Sternberg, Gesch. d. böhm. Bergw., I, 2, S. 15—16. —- Urkunden- buch Nr. 1. 4 ) Hey, Ortsnamen d. Königr. Sachsen, S. 51. 5 ) Schiffner, sächs.-böhm. Schweiz, S. 208. ) Sternberg a. a. 0., I, 1, S. 268.