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VI. Germanen. Was uns von der Lebensweise der germanischen Bewohner Mittel deutschlands überliefert ist, lässt von ihrer Kenntnis des Bergbaues nicht eben viel erwarten. Gold und Silber fand sich nach Tacitus in Ger manien nicht, Eisen nur spärlich J ); überdies gehörten die alten Bewohner Sachsens den suevischen Stämmen an, deren halbnomadische Lebens weise uns Strabo schildert *). Unstet war die Bevölkerung schon vor Beginn der grossen Wanderzeit: Die Hermunduren, einst zu beiden Seiten der Elbe wohnend, waren damals, als Strabo schrieb, bereits auf deren linkes Ufer geflohen, — vor wem, wissen wir nicht. Ptolemäus kennt nicht einmal ihren Namen mehr; auf beiden Seiten der Elbe lässt er die Kalukonen hausen, im Sudetengebirge, also in Thüringen und vielleicht einem Teile des Erzgebirges, die Teuriochämen. Was aus den kleinen Völkchen geworden ist, die Strabo ungefähr in die Gegend des heutigen Sachsen verlegt, den Butonen (Gutonen), Kolduern, Mugi- lonen, Sibinern 3 ), und ob man unter ihnen zurückgedrängte, vielleicht nichtgermanische Volksreste verstehen kann, die sich in den Gebirgen hielten, ist ganz ungewiss. Die Teuriochämen, die späteren Thüringer, dürften allerdings nichts anderes sein als die Hermunduren 4 ). Die spätere Geschichte des Landes ist bis zur Zeit Karls des Grossen fast ganz dunkel. Um 531 wurde das thüringische Reich von den Sachsen und Franken zerstört; in die östlichen Gaue des Landes links der Saale wurden, als ein Teil der eingewanderten Sachsen mit Alboin nach Italien zog, fremde Kolonisten versetzt, namentlich Schwaben 5 ); man hat nicht ohne Grund vermutet, dass die Vernichtung des Thüringerreiches das Signal zu einem erneuten Vorrücken der Wenden gab und dass die x ) Germania 5. 6. 43. ' 2 ( Geograph, lib. VII, S. 67. Ed. Müllen ho ff. “( Strabo lib. VII, S. 66. Ed. Müllenhoff. Andere Lesarten fügen die Zumier hinzu. Man hat ihre Namen in denen der sächsischen Orte Colditz, Mügeln, Liebnitz, Thum, wohl auch Beuthen bei Schneeberg und Geithain wieder finden wollen. 4 ) Vgl. A. Kirchhoff, Thüringen doch Hermundurenland. Leipzig 1882. 5 ) a. a. 0. S. 35. Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde. V. 3. 11