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1^6 Heinrich Schurtz, j- 0 Auch die allen SJaven gemeinsame Bezeichnung „Wlaclien“ für Kelten findet sich im bohmisch-mährischen Ortsnamen wieder, so in Vlachov Vlachove, Vlachnqvice, Vlachovice, Ylachovka. Die häufige Endung -tyn ,-tem oder -tm wird von so gründlichen Kennern der slavischen Sprachen, wie Palacky und Schafarik, auf das keltische „dunum“ be- zogen. An der Erhaltung einer keltisch-germanischen Mischbevölkerum«- auch m slavischer Zeit kann demnach nicht wohl gezweifelt werden. Man muss sich immer der selbstverständlichen Thatsache bewusst bleiben dass Ortsnamen nicht am Boden haften, sondern nur im Munde des \olkes fortleben, und dass ein Eroberervolk diese Namen nur dann aulnehmen wird, wenn es sie genügend oft hört. An die Erhaltuno der keltischen oder germanischen Sprache braucht man deshalb nicht zu denken; im Osten der Vereinigten Staaten sind z. B zahlreiche indianische Ortsbezeichnungen erhalten, ohne dass die Dialekte der Indianer die anglo-amerikanische Sprache merklich beeinflusst haben Uebngens finden sich nach Schafarik keltische Worte im Slavischen darunter merkwürdigerweise das Wort für Schacht, bäne R. Dies muss uns veranlassen, einen Augenblick bei den Beweisen zu verweilen, die iür keltischen Bergbau in Böhmen beizubringen sind. Goldbergwerke unweit Bojanowitz werden schon 1227 erwähnt 2 ) alter Bergbau bei Kaldenhusen (Keltenhausen?) um 1303 3 ). Das als Goldwäsche früh erwähnte Karrenberg (1337 Karenberch) erinnert an das gälische cärn (aufhäufen) und die zahlreichen davon abgeleiteten Ortsnamen 4 ) Man ist auch im allgemeinen geneigt, die goldenen, unter dem Namen Regenbogenschüsselchen bekannten und in Böhmen häufig gefundenen Münzen eher auf keltischen oder germanischen als auf slavischen Ursprung zurückzuführen. Bronzene Gegenstände finden sich 111 Böhmen zahlreich, ohne indes durch originellen Stil auf einheimische Kunstentwickelung hinzuweisen. Wichtiger ist, dass man zu Podmokl Schlacken nachgewiesen hat, die das Resultat einer Sclimelzuna- von Kupfer und Bronze sind 5 ); unweit der Grenzen Böhmens, zu Freistadt m Oberösterreich, sind bronzene Sicheln und ein Klumpen unverarbeiteter Bronze entdeckt worden 6 ), und auch in Mähren hat Wankel Gusswerk stätten für Bronze gefunden 1 ). Im allgemeinen muss man zugeben, dass von einer Verwertung der Zinnschätze des nordwestlichen Grenz- gebirges in Böhmen nicht viel zu bemerken ist. Wenn wir uns indessen nicht entmutigen lassen und einen Blick auf die Zinngebiete des Erzgebirges werfen, so haben wir doch einige auffallende Thatsachen zu verzeichnen. Es scheint, als habe der kel- ! ) Schafarik, Slavische Altertümer, I, S. 309. 400. 2 ) Sternberg, Urkundenbuch Nr. 4. 3 ) Urkundenbucli Nr. 50: . . . stollonem situm in Macerowe, dictum vulgariter m Caldenhusen, quem desolatum et desertum . . . invenimus. 4 ) Vgl. Diefenbach, Celtica, I, S. 104. 5 ) Kalina a. a. S. 58. ') a. a. O. S. 248. r ) Wankel, Prähistor. Eisenschmelz- u. Schmiedestätten in Mähren. Mitteil, d. antliropolog. Gesellschaft in Wien, 1877.