Yni. Finnen. Die Annahme einer Urbevölkerung finnischen Stammes in Deutsch land hat schon manchen Verteidiger gefunden, und die Hypothese ver dient, obwohl sie zunächst eher verwirrend als auf klärend wirkt, in einer Arbeit wie der vorliegenden immerhin Berücksichtigung. Ganz neuerdings hat sich Professor Birlinger in den „Forschungen zur deut schen Landes- und Volkskunde“ entschieden im Sinne dieser Anschauung ausgesprochen. „Sollten nicht,“ sagt er 1 ), „die Finnen noch Spuren in den Zwergsagen hinterlassen haben? Sollten die wilden Leute und die rhätoromanischen Fänggen nicht Züge der Urbevölkerung tragen?“ • Mit diesen Worten ist wenigstens die Richtung angedeutet, in der wir auch in unserem Gebiete vielleicht einige Beweise für das Da sein der Finnen oder gar für ihre Identität mit den Walen zu finden vermögen. Dass wir uns dabei ganz in den unsicheren Nebel der Vorzeit verlieren und nichts als ein paar Beiträge zu einer Frage liefern können, deren Lösung noch im weiten Felde steht, muss von vornherein zugestanden werden. Die Waldfänggen Graubündens, die Fanggen Tirols 2 ) haben auch im mittleren Deutschland Verwandte. An der Pfreirut in der Oberpfalz wohnen die Fankerln, kleine Leute in grauen Röckchen und grauen Strümpfen mit roten Zwickeln; ihre Augen sind rot, weil sie in der dunkeln Erde oder in hohlen Bäumen wohnen 3 ). Ganz ähnliche Ge schöpfe sind die Hankerln des Fichtelgebirges; sie sind ebenso wie die Fankerln kunstfertige Schmiede 4 ). Vielfach verschmelzen sie mit den Walen 5 ), wie denn z. B. die Walen den Schlüssel zur gold reichen Hankerlgrube in den Hankerlbrunnen geworfen haben. ') Rechtsrheinisches Alamannien (Bd. IV, H. 4 d. Forschungen), S. 8 [286]. 2 ) Genaueres über sie bei Mannhardt, Baumkultus, S. 89—99. 3 ) F ent sch, Bavaria, II, S. 245. 4 ) a. a. 0. S. 246. 5 ) a. a. 0. S. 278.