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Vorbemerkung. Historische Ueberlieferungen und prähistorische Funde sind es, die uns von der ältesten Bevölkerung unserer Heimat Kunde geben. Aber leider stimmen diese Quellen schlecht überein. Wir sind oft im unklaren, ob die Reste, die wir vorgeschichtlich nennen, nicht einem Volke entstammen, dessen Namen die Geschichte zur Genüge kennt; für Germanen, Kelten und Slaven wird ein Fund zuweilen gleichzeitig in Anspruch genommen, und jede Partei hat ihre leidenschaftlichen Vor fechter, die auch die widersprechendsten Thatsachen ihrer Theorie an zupassen wissen. Zahllose Einzelfragen müssen gelöst werden, bevor wir irgendwie hoffen dürfen, Klarheit in diese Verwirrung zu bringen. Eine der dringendsten Fragen dieser Art, die aber noch immer weit von ihrer Lösung entfernt scheint, ist die nach der Herkunft der Bronze. Das Kupfer, der Hauptbestandteil der wichtigen Legierung, ist freilich verbreitet genug; um so sparsamer ist der andere Teil, das Zmn, in Europa und den benachbarten Kontinenten vertreten, und ge rade die Völker, die wir gern als Erfinder der Bronze oder doch der eigentümlichen Stilarten der Bronzegeräte betrachten möchten, bewohnen zinnarme Gegenden. Indem man der Frage in etwas einseitiger Weise näher trat, ist man zu den unvereinbarsten Ansichten gelangt. Bald soll das Zinn der europäischen Bronzen den Lagerstätten von Banka und Malakka entstammen, bald soll es aus dem Kaukasus und selbst aus Kleinasien, wo es noch niemand geglückt ist Zinnerz zu finden, herbeigebracht sein. Von den britischen Zinninseln weiss man zwar, dass Zinn oder vielleicht nur das ungeschmolzene Erz von dort ausgeführt wurde; aber Bronzegeräte gelangten erst als Tauschmittel dahin, und die Geschichte des dortigen Bergbaues ist ebenso dunkel, wie es die der spanischen und bretonischen Seifenwerke ist, — kurz, die Frage ist bis jetzt ihrer Lösung kaum näher gerückt und die Funde der neueren Zeit haben sie eher verwirrt als geklärt. Es mag deshalb erlaubt sein, einen neuen Weg einzuschlagen, der vielleicht zu besseren Ergebnissen führt. Durch Erforschung der einzelnen europäischen Zinngebiete müssen wir feststellen, ob und in